Montag, 26. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

21. Mai 2019 Psoriasis: Erscheinungsfreie Haut bei der Mehrheit der Patienten unter Risankizumab

Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis steht mit Zulassung des IL-23/p19-Inhibitors Risankizumab eine neue Therapieoption zur Verfügung, die vielen Patienten eine anhaltend erscheinungsfreie Haut bei guter Verträglichkeit und patientenfreundlichem Anwendungsschema ermöglicht.
Anzeige:
Hoher Leidensdruck unter Psoriasis-Patienten

Obwohl sich die Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis mit Einführung der Biologika enorm verbessert haben, leiden viele auch heute noch unter sichtbaren Hauterscheinungen, die mit Stigmatisierung und stark eingeschränkter Lebensqualität einhergehen können, sagte Prof. Dr. Kristian Reich, Partner am Dermatologikum Berlin.  

Spezifische IL-23/p19-Inhibition

Risankizumab (Skyrizi®) greift als humanisierter monoklonaler Antikörper, der IL-23 über die Inhibition der p19-Untereinheit hemmt, sehr spezifisch in die Pathogenese der Psoriasis ein, erklärte der Dermatologe. IL-23 ist ein Regulator-Zytokin, das früh in der Entzündungskaskade der Psoriasis eine entscheidende Rolle spielt. Durch die Hemmung von IL-23 kann damit die Ausschüttung einer Vielzahl von proinflammatorischen Effektorzytokinen verhindert werden. Die zielgerichtete Hemmung bewahrt dabei im Körper das für die Immunantwort förderliche Maß an IL-17 und beeinflusst nicht den Th1-Signalweg, der für die optimale Immunabwehr von Bedeutung ist.

PASI 90 und 100 unter Risankizumab erreichbare Therapieziele

In den Zulassungsstudien UltIMMa-1 & 2 (1)] wurde Risankizumab bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Verhältnis 3:1:1 mit Ustekinumab und Placebo verglichen. Etwa ein Viertel der eingeschlossenen Patienten war bereits mit TNF-Inhibitoren vorbehandelt.

Den primären Endpunkt einer 90%igen PASI-Verbesserung (PASI 90) nach Woche 16 erreichten 75% der Patienten unter Risankizumab gegenüber 45 bzw. 47% unter Ustekinumab. Bis Woche 52 war unter Risankizumab bei 81 bzw. 82% ein PASI 90 nachweisbar, im Vergleich zu 44 bzw. 51% unter Ustekinumab. Selbst ein PASI 100 wurde unter Risankizumab noch von 60% der Patienten erreicht (1).

Die hohe Effektivität ließ sich dabei konstant in allen vordefinierten Subgruppen nachweisen. So konnte in der integrierten Analyse der UltIMMa-1 & 2-Studien auch bei 81% der Patienten mit vorausgegangener Biologika-Therapie in Woche 52 ein PASI 90 erreicht werden – unter Ustekinumab war das in dieser oft schwerer zu behandelnden Subgruppe nur bei 37% der Fall (2). Auch andere Faktoren wie Alter, BMI oder Schwere der Erkrankung hatten keinen Einfluss auf die Wirksamkeit.  

Gute Verträglichkeit auch im Langzeitverlauf

In allen klinischen Studien mit insgesamt mehr als 2.000 Patienten erwies sich Risankizumab als sehr gut verträglich. Die meisten berichteten Nebenwirkungen waren leichter bis mittelschwerer Natur, am häufigsten wurden Infektionen der oberen Atemwege berichtet. Schwere Infektionen oder Therapieabbrüche Aufgrund von Nebenwirkungen waren selten. Auch im Langzeitverlauf blieb die Rate an Nebenwirkungen konstant und es traten keinen neuen Sicherheitssignale auf (3).

Der 12-wöchige Abstand zwischen den Applikationen in der Erhaltungstherapie kommt dabei dem Wunsch vieler Patienten nach einem geringeren Zeitaufwand für die Therapie und größerer Unabhängigkeit von Ärzten und Kliniken entgegen, erklärte der Dermatolge.

Maria Weiß

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Psoriasis“, 30.04.2019, Berlin; Veranstalter: AbbVie

Literatur:

(1) Gordon KB, et al. Lancet (2018); 392: 650-661.
(2) Foley P et al; American Academy of Dermatology Annual Meeting (AAD) 2019; Washington, USA; P#9780.
(3) Leonard C et al; American Academy of Dermatology Annual Meeting (AAD) 2019; Washington, USA; Poster #989.


Das könnte Sie auch interessieren

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht
© M.studio / fotolia.com

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun
© science photo / fotolia.com

Es gibt Bakterien, die Wasserstoff und Naturstoffe produzieren, was sowohl für die Umwelt als auch für die Medizin wichtig ist. In Jena hat ein Forschungsteam nun die Fähigkeit zur Wasserstoff- und Naturstoffproduktion in einer Gruppe von Bakterien nachgewiesen, die bis dahin eher als Krankheitserreger bekannt waren. In Gemeinschaft mit einem methanproduzierenden Bakterium konnten diese Bakterien Milchsäure zu Methan umwandeln.

17. Patientenforum Lunge in Stuttgart

17. Patientenforum Lunge in Stuttgart
© adimas / Fotolia.com

Am 25. März veranstaltet der Lungeninformationsdienst zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung in Stuttgart sein 17. Patientenforum Lunge. Das Thema: „Aktuelles zu klinischen Studien in der Lungenforschung – Wie nützen sie den Patienten?“ Erstmals findet die Veranstaltung im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin statt. Ein weiterer Kooperationspartner ist der Deutsche Lungentag.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Psoriasis: Erscheinungsfreie Haut bei der Mehrheit der Patienten unter Risankizumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.