Sonntag, 16. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

21. Mai 2019 Psoriasis: Erscheinungsfreie Haut bei der Mehrheit der Patienten unter Risankizumab

Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis steht mit Zulassung des IL-23/p19-Inhibitors Risankizumab eine neue Therapieoption zur Verfügung, die vielen Patienten eine anhaltend erscheinungsfreie Haut bei guter Verträglichkeit und patientenfreundlichem Anwendungsschema ermöglicht.
Hoher Leidensdruck unter Psoriasis-Patienten

Obwohl sich die Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis mit Einführung der Biologika enorm verbessert haben, leiden viele auch heute noch unter sichtbaren Hauterscheinungen, die mit Stigmatisierung und stark eingeschränkter Lebensqualität einhergehen können, sagte Prof. Dr. Kristian Reich, Partner am Dermatologikum Berlin.  

Spezifische IL-23/p19-Inhibition

Risankizumab (Skyrizi®) greift als humanisierter monoklonaler Antikörper, der IL-23 über die Inhibition der p19-Untereinheit hemmt, sehr spezifisch in die Pathogenese der Psoriasis ein, erklärte der Dermatologe. IL-23 ist ein Regulator-Zytokin, das früh in der Entzündungskaskade der Psoriasis eine entscheidende Rolle spielt. Durch die Hemmung von IL-23 kann damit die Ausschüttung einer Vielzahl von proinflammatorischen Effektorzytokinen verhindert werden. Die zielgerichtete Hemmung bewahrt dabei im Körper das für die Immunantwort förderliche Maß an IL-17 und beeinflusst nicht den Th1-Signalweg, der für die optimale Immunabwehr von Bedeutung ist.

PASI 90 und 100 unter Risankizumab erreichbare Therapieziele

In den Zulassungsstudien UltIMMa-1 & 2 (1)] wurde Risankizumab bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Verhältnis 3:1:1 mit Ustekinumab und Placebo verglichen. Etwa ein Viertel der eingeschlossenen Patienten war bereits mit TNF-Inhibitoren vorbehandelt.

Den primären Endpunkt einer 90%igen PASI-Verbesserung (PASI 90) nach Woche 16 erreichten 75% der Patienten unter Risankizumab gegenüber 45 bzw. 47% unter Ustekinumab. Bis Woche 52 war unter Risankizumab bei 81 bzw. 82% ein PASI 90 nachweisbar, im Vergleich zu 44 bzw. 51% unter Ustekinumab. Selbst ein PASI 100 wurde unter Risankizumab noch von 60% der Patienten erreicht (1).

Die hohe Effektivität ließ sich dabei konstant in allen vordefinierten Subgruppen nachweisen. So konnte in der integrierten Analyse der UltIMMa-1 & 2-Studien auch bei 81% der Patienten mit vorausgegangener Biologika-Therapie in Woche 52 ein PASI 90 erreicht werden – unter Ustekinumab war das in dieser oft schwerer zu behandelnden Subgruppe nur bei 37% der Fall (2). Auch andere Faktoren wie Alter, BMI oder Schwere der Erkrankung hatten keinen Einfluss auf die Wirksamkeit.  

Gute Verträglichkeit auch im Langzeitverlauf

In allen klinischen Studien mit insgesamt mehr als 2.000 Patienten erwies sich Risankizumab als sehr gut verträglich. Die meisten berichteten Nebenwirkungen waren leichter bis mittelschwerer Natur, am häufigsten wurden Infektionen der oberen Atemwege berichtet. Schwere Infektionen oder Therapieabbrüche Aufgrund von Nebenwirkungen waren selten. Auch im Langzeitverlauf blieb die Rate an Nebenwirkungen konstant und es traten keinen neuen Sicherheitssignale auf (3).

Der 12-wöchige Abstand zwischen den Applikationen in der Erhaltungstherapie kommt dabei dem Wunsch vieler Patienten nach einem geringeren Zeitaufwand für die Therapie und größerer Unabhängigkeit von Ärzten und Kliniken entgegen, erklärte der Dermatolge.

Maria Weiß

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Psoriasis“, 30.04.2019, Berlin; Veranstalter: AbbVie

Literatur:

(1) Gordon KB, et al. Lancet (2018); 392: 650-661.
(2) Foley P et al; American Academy of Dermatology Annual Meeting (AAD) 2019; Washington, USA; P#9780.
(3) Leonard C et al; American Academy of Dermatology Annual Meeting (AAD) 2019; Washington, USA; Poster #989.


Das könnte Sie auch interessieren

Balance halten – Rücken stärken!

Balance halten – Rücken stärken!
© Aktion Gesunder Rücken e. V.

Am 15. März 2017 findet der 16. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto „Balance halten – Rücken stärken!“ werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch - ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema...

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet
@ deagreez / Fotolia.com

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an....

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz
© deagreez / fotolia.com

Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit? Für viele Migränepatienten ist das Alltag. Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen schleppt sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit – aus Angst einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Zum Tag der Arbeit berichten Migränepatienten und Nutzer der Kopfschmerz- und...

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem
© vanillya / fotolia.com

Etwa jede zehnte Frau in Deutschland leidet unter einem Lipödem, auch als Reiterhosenphänomen bekannt. Hierbei treten symmetrische schwammige Schwellungen an den Beinen und in 30 Prozent der Krankheitsfälle auch an den Armen auf. Die Ursache: eine Fettverteilungsstörung, die mit Wassereinlagerungen einhergeht. Lipödempatienten stehen aus mehreren Gründen unter einem sehr hohen Leidensdruck. Sie haben nicht nur sehr starke Berührungs- und Druckschmerzen, sondern auch Spannungsgefühle, sodass bereits einfache Tätigkeiten wie Haare föhnen oder...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Psoriasis: Erscheinungsfreie Haut bei der Mehrheit der Patienten unter Risankizumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.