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Medizin

03. April 2019 Psoriasis: Interdisziplinäre Behandlung von Haut und Gelenken

Bei bis zu einem Drittel der Psoriasis-Patienten entwickelt sich im Verlauf der Systemerkrankung eine Psoriasis-Arthritis (PsA). Bereits binnen 2 Jahren kommt es bei jedem zweiten Betroffenen mit PsA zu Gelenkerosionen (1). Ziele einer umfassenden Therapie sind die Vermeidung irreversibler Gelenkschäden, die Linderung schmerzhafter Entzündungen der Sehnenansätze, eine möglichst symptomfreie Haut oder gar die Verhinderung einer artikulären Beteiligung. Hierfür ist eine frühzeitige, wirkungsvolle Therapie sowie eine enge Kooperation zwischen Dermatologen und Rheumatologen entscheidend.
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Fachinformation
„Psoriasis sollte von Beginn an nicht als reine Haut-, sondern als eine entzündliche Systemerkrankung betrachtet werden, die der Dermatologe umfassend behandeln kann“, erläutert Prof. Dr. Andreas Körber, Essen, im Rahmen eines interdisziplinären Pressegesprächs. „Entscheidend ist es, Prädiktoren der Psoriasis-Arthritis, wie eine Kopfhaut- oder Nagelbeteiligung sowie andere Vorboten eines möglichen Gelenkbefalls, etwa Entzündungen der Sehnenansätze, bei der Therapieauswahl von Anfang an zu berücksichtigen“, so Körber weiter. Therapien mit umfassender Wirkung auf das Entzündungsgeschehen, etwa die Interleukin (IL)-17A-Inhibition mit Secukinumab, ermöglichen die Behandlung dieser Manifestationen und wirken auch artikulären Symptomen entgegen. Wichtig ist zudem, eine mögliche Gelenkbeteiligung frühzeitig zu erkennen und im Auge zu behalten, um bei Bedarf den Rheumatologen hinzuziehen zu können. Maßnahmen zur Früherkennung einer PsA lassen sich im dermatologischen Praxisalltag relativ unkompliziert implementieren, beispielsweise durch Patientenfragebögen wie GEPARD. Sie können vom Patienten oft ohne ärztliche Hilfe im Wartezimmer ausgefüllt und dann rasch ausgewertet werden.

Frühzeitige Behandlung des gesamten Symptomkomplexes

„Eine Überweisung ist bei bekannter Psoriasis vulgaris und bestehenden chronischen Gelenkbeschwerden zu empfehlen, beziehungsweise notwendig“, sagt Dr. Martin Welcker, München. „Wenn eine systemische PsA-Therapie mit Biologika indiziert ist, ist das Ziel der Behandlung, jedem Patienten sowohl in der dermatologischen als auch rheumatologischen Praxis durch eine abgestimmte gemeinsame Therapie den Zustand der Remission zu ermöglichen“, so Welcker weiter. Viele Therapieoptionen stünden Dermatologen und Rheumatologen gleichermaßen zur Verfügung, so die Experten. Biologika wie Secukinumab, das durch die IL-17A-Inhibition direkt in das Entzündungsgeschehen eingreift, ermöglichen heute eine umfassende Behandlung der dermatologischen sowie rheumatologischen Manifestationen der Systemerkrankung Psoriasis (2). Unabhängig vom Verordner – Dermatologe oder Rheumatologe – ist es von größter Bedeutung, leitliniengerecht möglichst frühzeitig, wirkungsvoll und umfassend den gesamten Symptomkomplex zu behandeln, um irreversiblen Schäden und einem Verlust von Lebensqualität vorzubeugen, so das Resümee der Experten.

Secukinumab: Langanhaltende Wirksamkeit an Haut, Sehnen und Gelenken

Bei der Pathogenese beider Erkrankungen ist IL-17A das wesentliche Zytokin (3-6). Die Behandlung mit Secukinumab hat sich daher in beiden Indikationen in zahlreichen Studien und über 5 Jahre hinweg als gleichermaßen wirksam sowohl bei den dermatologischen wie auch den rheumatischen Manifestationen erwiesen.

Nach 5 Jahren unter Secukinumab (150 mg) waren 82,7% bzw. 94,0% der Teilnehmer, die zu Beginn der Phase-III-Studie FUTURE 1 eine Enthesitis bzw. Daktylitis aufwiesen, davon befreit. Mehr als die Hälfte der Patienten (52,7%) erreichte ein ACR50-Ansprechen (7). Andere Daten zeigten bereits, dass Secukinumab bei einem Großteil der PsA-Patienten die radiographische Progression vermindern oder stoppen kann (8,9). Nach fünf Jahren erzielten 66,7% der Patienten zudem eine fast völlig symptomfreie Haut (PASI 90) (7). Aktuelle Daten der FUTURE 5-Studie bestätigen die Wirksamkeit von Secukinumab bei der Haut- und Gelenksymptomatik sowie in Hinblick auf die Hemmung der radiographischen Progression (10).

Auch die 5-Jahres-Daten der Phase-III-Studie SCULPTURE zeigen, dass der IL-17A-Inhibitor bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eine stabile und langanhaltende Symptomfreiheit der Haut ermöglicht. Auch nach 5 Jahren wiesen zwei Drittel (66,4%) der behandelten Patienten eine fast völlig symptomfreie Haut auf. Eine gänzlich symptomfreie Haut erreichten 41,0% der Patienten nach 5 Jahren (11). Secukinumab verbesserte zudem nachhaltig die Lebensqualität der Patienten: Zwei Drittel (65,5%) gaben zu diesem Zeitpunkt an, dass die Psoriasis ihr Leben nicht negativ beeinflusst (gemessen anhand des Dermatology Life Quality Index; DLQI 0/1).

Überlegenheit gegenüber Ustekinumab

Diese positive Wirkung auf die Lebensqualität belegen auch kürzlich im Rahmen der Jahrestagung der American Academy of Dermatology (AAD) präsentierte Ergebnisse der Head-to-head-Vergleichsstudie CLARITY. Sie zeigen die Überlegenheit von Secukinumab gegenüber dem IL12/23-Inhibitor Ustekinumab hinsichtlich rascher Verbesserungen der Lebensqualität gemessen anhand des DLQI (12). Sowohl bei Psoriasis als auch bei PsA lassen sich so durch Secukinumab langanhaltende Verbesserungen der Lebensqualität sowie der Beschwerden an Haut, Sehnen und Gelenken erzielen. Die direkte und umfassende Wirkung bietet Dermatologen und Rheumatologen gleichermaßen die Möglichkeit, beide Indikationen effektiv zu therapieren.

Secukinumab und Interleukin-17A (IL-17A)

Secukinumab (Cosentyx®) ist ein vollständig humaner, monoklonaler Antikörper, der direkt gegen IL-17A gerichtet ist (2). Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass IL-17A eine wichtige Rolle bei der Regulation der entzündlichen Erkrankung in Gelenken und Sehnenansätzen und letztlich bei der Immunantwort des Körpers sowohl bei der Plaque-Psoriasis als auch bei PsA und AS spielt (13-17). Secukinumab ist der erste Anti-IL-17A-Antikörper, der in über 55 Ländern zur Behandlung der PsA und der aktiven AS zugelassen ist, darunter in den Ländern der Europäischen Union, der Schweiz und in den USA. Darüber hinaus ist Secukinumab in über 65 Ländern zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zugelassen, darunter auch in den Ländern der Europäischen Union sowie in der Schweiz, in Japan, Australien, Kanada und in den USA (2). In Europa ist Secukinumab als Erstlinientherapie bei der systemischen Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis bei erwachsenen Patienten zugelassen (2).
 

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Kane D et al. Rheumatology. 2003; 42: 1460-1468.
(2) Fachinformation Cosentyx®.
(3) Chen K, Kolls JK. Gene. 2017; 614: 8-14.
(4) Dougados M et al. Lancet. 2011; 377: 2127-2137.
(5) Nestle FO et al. New Engl J Med. 2009; 361: 496-509.
(6) Girolomoni G et al. Br J Dermatol. 2012; 167: 717-724.
(7) Mease PJ et al. ACR/ARHP 2018. Abstract #2568.
(8) Kavanaugh A et al. Arthritis Care Res. 2017; 69: 347-355.
(9) Mease et al. ACR/ARHP2018. Abstract #690.
(10) Mease PJ et al. Ann Rheum Dis. 2018; 77(6): 890-897;
(11) Bissonnette R et al. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018; 32: 1507-1514.
(12) Bagel J et al. AAD 2019, Abstract #8681.
(13) Kirkham BW, Kavanaugh A, Reich K. Immunology. 2014; 141(2): 133-42.
(14) Calin A et al. Spine. 1980; 5(2): 201-205.
(15) Dougados M et al. Lancet. 2011; 377: 2127-2137.
(16) Nestle FO et al. New Engl J Med. 2009; 361: 496-509.
(17) Girolomoni G et al. Br J Dermatol. 2012; 167: 717-724.


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