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Medizin

01. Juni 2015 Psoriasis: TTOP erleichtert Arzt-Patienten-Kommunikation

Bei der schwierigen Behandlung der Psoriasis spielt die langfristige Therapietreue eine wesentliche Rolle. Aber auch die richtige Anwendung der zumeist topischen Therapien bereitet zahlreichen Patienten Schwierigkeiten, berichtet Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz, Kiel, auf einer Presseveranstaltung während des aktuellen Dermatologenkongresses in Berlin. Hierfür wurde das Unterstützungsprogramm TTOP entwickelt, welches - aufgeteilt in verschiedene Module - die Arzt-Patienten-Kommunikation erleichtern soll.

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"Selbst wenn der Arzt die Anwendungsweise einer Salbe oder eines Gels zur Behandlung der Psoriasis optimal erklärt hat", so der Dermatologe, "wissen wir, dass der Patient zuhause maximal noch die Hälfte davon weiß." Um möglichst viele der möglichen Missverständnisse in der Arzt-Patienten-Kommunikation zu vermeiden, die letztlich zu einer verringerten Therapieeffizienz führen, wurde TTOP (Topical Treatment Optimization Program) entwickelt (1). Es beinhaltet eine standardisierte Checkliste, die der Arzt beim Patientengespräch durchgeht. Auch das medizinische Personal erhält spezifische Kommunikationshilfen. Ferner werden schriftliche Patienteninformation zur Verfügung gestellt, und es können Erinnerungen per SMS oder Email versendet werden.

Um die Effektivität dieses Programms zu testen, wurde die PSO-TOP-Studie durchgeführt, deren erste, noch nicht veröffentlichten, Ergebnisse Mrowietz vorstellte. Eingeschlossen wurden rund 1.800 Patienten in acht europäischen Ländern mit leichter bis moderater Psoriasis, die bislang nicht auf eine topische Therapie angesprochen hatten. Sie wurden angehalten Daivobet® Gel die ersten Wochen einmal täglich anzuwenden, danach so oft wie sie es für nötig befanden. Randomisiert wurden die Probanden einmal in eine Gruppe, die im üblichen Maß vom Arzt unterrichtet wurde; die zweite Gruppe wurde mit dem TTOP-Programm angeleitet und betreut.

Der primäre Endpunkt war das Erreichen eines PGA-Scores (Physician Global Assessment) von 0 oder 1 nach acht Wochen, was einer vollständigen oder fast vollständigen Symptomfreiheit entspricht. Dieses Kriterium erfüllten 36,3% unter TTOP und 31,3% mit normaler Anleitung; die Differenz war signifikant (p=0,0267). "Der Unterschied mag nicht so groß erscheinen", kommentiert der Psoriasis-Experte das Ergebnis, "in der Psoriasis-Therapie ist er jedoch sehr erheblich." Da es sich dabei um einen Mittelwert handelt, ist außerdem eine große Varianz zwischen den teilnehmenden Ländern zu beachten. In einigen Ländern zeigte der Einsatz von TTOP kaum Wirkung, in anderen Nationen wiederum eine sehr große. Diesbezüglich muss eine weitere Auswertung abgewartet werden.

Reimund Freye


Literaturhinweis:
(1) Reich K et al., Arch Dermatol Res 2014;306:667-76

Quelle: Pressekonferenz: Psoriasis und Topika: Auf dem Weg zum optimalen Langzeitmanagement, im Rahmen der 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Berlin, 30. April 2015; Veranstalter: Leo Pharma


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