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Medizin

29. März 2019 Psoriasis vulgaris: Sprühschaum in Initial- und Erhaltungstherapie wirksamer als andere Topika

Die topische Behandlung der Psoriasis vulgaris hat nach wie vor einen besonders hohen Stellenwert im Praxisalltag, da die Mehrheit der Psoriasis-Patienten an einer leichteren Ausprägung leidet. Im Rahmen der PsoNet-Sprecherkonferenz wurde daher jüngst der neue Behandlungspfad „Topische Therapie bei Psoriasis vulgaris“ erarbeitet und eine Bewertung der aktuell verfügbaren Topika vorgenommen. Als Firstline-Therapie in der Initial- und Erhaltungsbehandlung der leichteren Psoriasis gilt demnach die Fixkombination aus Calcipotriol (Cal, 50 μg/g) und Betamethason Dipropionat (Bet, 0,5 mg/g) einmal täglich (1). Die Experten befürworten dabei den Einsatz des Sprühschaums Enstilar®, da dieser aufgrund seiner innovativen Galenik im Vergleich zu Gel oder Salbe eine überlegene Wirksamkeit erzielt.
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„Die Erarbeitung des neuen topischen Behandlungspfades war überfällig, weil seit der S3-Leitlinie aus dem Jahr 2011 für den topischen Bereich keine aktuellen Leitlinienempfehlungen mehr verfügbar waren“, verdeutlichte Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Hamburg. „In Anbetracht der Tatsache, dass über die Hälfte der Patienten eine leichte Psoriasis (BSA und PASI ≤10) aufweisen, spielen Topika eine maßgebliche Rolle“, ergänzte Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Selters. Zudem könne bei einer schweren Psoriasis, die bereits mit einer Systemtherapie gut eingestellt ist, eine zwischenzeitliche topische Zusatzbehandlung erforderlich werden. Um den Nutzen von Topika in der Behandlung von Patienten zu optimieren, müsse das Augenmerk nicht nur auf neue Wirkstoffe gelegt werden, sondern auch auf neue und innovative Galeniken. „Wir wissen, dass die pharmakokinetischen Eigenschaften eines Topikums maßgeblich durch die Galenik bestimmt werden“, sagte Augustin. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde nun im Rahmen der PsoNet-Sprecherkonferenz der neue topische Behandlungspfad erarbeitet und durch die nationale Versorgungskonferenz zur Psoriasis bestätigt (1). 

Initialtherapie mit Sprühschaum und Gel

Im vorliegenden Behandlungspfad erhält die einmal tägliche Behandlung mit der Cal/Bet-Fixkombination die Firstline-Empfehlung für die topische Initialtherapie (1). „Je nach verwendeter Galenik kann diese Firstline-Behandlung über 4 (beim Sprühschaum) bis 8 Wochen (beim Gel) durchgeführt werden, anschließend bedarf es einer Überprüfung des Therapieansprechens“, so von Kiedrowski. Die Cal/Bet-Fixkombination ist als Enstilar® Sprühschaum (2) als Gel und als Salbe verfügbar. Dementsprechend sollten bei der Auswahl des Topikums neben den persönlichen Präferenzen und Vorerfahrungen des Patienten auch Wirksamkeitsunterschiede zwischen den Galeniken berücksichtigt werden, lautete der Rat der Experten. Denn obwohl die Inhaltsstoffe in derselben Konzentration wie im Gel oder der Salbe vorliegen, weist der Sprühschaum im Vergleich eine signifikant verbesserte Wirksamkeit auf (3,4). Dieser Effekt liegt laut von Kiedrowskis im Prinzip der Supersaturation begründet (5): „Nach dem Aufsprühen auf die Haut verdunsten die Treibmittel rasch, die Wirkstoffe des Sprühschaumes liegen dann in übersättigter Konzentration auf der Haut vor. Dies führt im Vergleich zu Gel und Salbe zu einer gesteigerten Hautpenetration, weil mit dem Sprühschaum durch Diffusion mehr Wirkstoffe in die Haut aufgenommen werden, als dies bei den anderen Galeniken der Fall ist.“

Fixkombination auch zur Erhaltungstherapie als Firstline-Empfehlung

„Nach einer erfolgreichen Initialtherapie ist es nicht mehr zeitgemäß, die Behandlung komplett einzustellen und bis zum nächsten Psoriasis-Schub zu warten. Vielmehr sollte zur langfristigen Krankheitskontrolle die Cal/Bet-Fixkombination weiterhin proaktiv ein bis 2 Mal wöchentlich angewendet werden“, fasste von Kiedrowski die diesbezügliche Empfehlung des Behandlungspfades zusammen. Ohne eine solche Erhaltungstherapie komme es häufig nach kurzer Zeit wieder zu einem „flare up“ der Psoriasis, die dann wieder initial behandelt werden müsse. Dieser Aufwand sei – auch ökonomisch – erheblich größer als die proaktive Erhaltungstherapie.
 

Quelle: Leo

Literatur:

(1) Körber A et al. J Dtsch Dermatol Ges 2019 (ePub first); https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ddg.13810.
(2) Fachinformation Enstilar®, Stand: Januar 2018.
(3) Koo J et al. J Dermatolog Treat 2016; 27(2): 120-127.
(4) Paul C et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2017; 31(1): 119-126.
(5) Lind M et al. Dermatol Ther 2016; 6: 413-425.


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