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Medizin

05. Oktober 2017 Pulmonale Arterielle Hypertonie: Riociguat bei unzureichendem Therapieerfolg mit PDE-5-Inhibitoren effektiv

Ist bei Patienten mit Pulmonal Arterieller Hypertonie (PAH) der erwartete Therapieerfolg mit einem Phosphodiesterase-5-Inhibitor (PDE-5I) nicht zu erzielen, kann ein Switch der Medikation hin zu einer Behandlung mit Riociguat eine deutliche Verbesserung der klinischen Situation des Patienten bewirken. Erste Hinweise darauf erbrachten die Ergebnisse der Studie RESPITE, die kürzlich auf der Jahrestagung der European Respiratory Society (ERS) in Mailand vorgestellt und zeitgleich im „European Respiratory Journal“ veröffentlicht wurden.
Bei der PAH handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch eine angioproliferative pulmonale Vaskulopathie gekennzeichnet ist. Unbehandelt kann die PAH zu einer zunehmenden Rechtsherzbelastung, zum Rechtsherzversagen und zum Tod des Patienten führen. Zwar ist die PAH bislang nicht heilbar, es gibt jedoch verschiedene Therapieregime, die eine Besserung der Symptomatik wie auch der Prognose der Patienten bewirken können. In der Mehrzahl der Fälle erfolgt zunächst eine Behandlung mit einem PDE-5I entweder als Monotherapie oder in Kombination mit einem Endothelin- Rezeptor-Antagonisten (ERA).

Klinische Daten weisen darauf hin, dass die Therapieziele mit einem solchen Regime erreicht werden können. Inwieweit in so einem Fall ein Switch der Medikation vom PDE5I zu Riociguat, einem Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (sGC), eine effektive und sichere Therapiealternative darstellt, mit der eine klinische Besserung erzielt werden kann, wurde in der RESPITEStudie untersucht. An der 24-wöchigen prospektiven offenen unkontrollierten einarmigen Multicenterstudie nahmen 61 Patienten mit symptomatischer PAH und unzureichendem Ansprechen auf einen PDE-5I aus neun Ländern Europas und Nordamerikas teil. Weitere Einschlusskriterien waren eine WHO-Funktionsklasse III sowie eine 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) zwischen 165 und 440 Metern und ein mittlerer pulmonal arterieller Druck von mehr als 30 mmHg.

Die Patienten wurden nach einer Auswaschphase des PDE-5I von ein bis drei Tagen in einer achtwöchigen Dosisfindungsphase einschleichend mit einer steigenden Dosierung von Riociguat behandelt, beginnend mit 1,0 mg dreimal täglich und langsam ansteigend bis zur höchsten tolerierten Dosierung oder einer maximalen Dosis von dreimal täglich 2,5 mg. Die ermittelte individuelle optimale Dosierung konnte für 16 Wochen weiter gegeben werden. Die Einnahme eines ERA konnte im individuellen Fall in der üblichen Dosierung beibehalten werden. Insgesamt 51 Patienten (84%) beendeten die Studie. Bei diesen Patienten zeigte sich eine signifikante Zunahme der 6MWD um median 31±63 Meter. Die NTproBNP-Spiegel nahmen signifikant um durchschnittlich 347±1235 pgml-1 (relative Reduktion 22%) ab. Nach 24 Wochen wurde bei 28 Patienten (54%) der Patienten, die die Studie beendeten, eine Besserung der WHO-Funktionsklasse auf Grad II beobachtet. 16 Patienten (31%) erreichten außerdem den kombinierten Responder-Endpunkt bestehend aus keiner klinischen Verschlechterung, WHO-Funktionsklasse I/II und Besserung der 6MWD um mindestens 30 Meter. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Dyspepsie (23%), Kopfschmerzen (20%), Diarrhoe (18%), Schwindel (16%) Hypotonie (16%), Nasopharyngitis (15%), Erbrechen (15%), periphere Ödeme (13%) und Rechtsherzinsuffizienz (11%). Bei vier Patienten wurde die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen, in zwei Fällen wegen eines Rechtsherzversagens und in jeweils einem Fall wegen einer Asthenie und wegen einer symptomatischen Hypotonie. Insgesamt beendeten zehn Patienten (16%) die Studie vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen oder einer klinischen Verschlechterung.

Nach Ansicht der Autoren sind die Ergebnisse der RESPITE-Studie als Hinweis darauf zu sehen, dass Riociguat eine mögliche und wirksame Alternative für Patienten mit PAH sein kann, die nicht ausreichend auf eine Therapie mit einem PDE-5I oder der Kombination von einem PDE-5I mit einem ERA ansprechen. Das Ergebnis sollte durch eine größere Studie mit ausreichender Power und Aussagekraft bestätigt werden. Dies wird mit der bereits laufenden REPLACEStudie angestrebt.

Quelle: MSD

Literatur:

Hoeper MM et al.
RESPITE: switching to Riociguat in pulmonary arterial hypertension patients with inadequate response to phosphodiesterase-5-inhibitors
Eur Respir J 2017; 50: 1602425, doi.org/10.1183/13993003.02425-2016


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