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Medizin

02. Oktober 2019 RA: Ergebnisse der Langzeitbeobachtung des IL-6-Rezeptor-Inhibitors Sarilumab bestätigen stabiles Nebenwirkungsprofil

Im Fokus des diesjährigen Symposiums „Extend your interdisciplinary understanding – für eine moderne Rheumatologie“ von Sanofi Genzyme auf dem 47. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) standen die Langzeitbeobachtungen des IL-6-Rezeptor-Inhibitors Sarilumab (Kevzara®) bei rheumatoider Arthritis (RA) und die Bedeutung des interdisziplinären Austausches in der Therapie der RA zum Wohle der
Patienten. Sarilumab ist in Kombination mit Methotrexat (MTX) zugelassen zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven RA bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende antirheumatische Arzneimittel (DMARDs) unzureichend angesprochen
oder diese nicht vertragen haben. Sarilumab kann als Monotherapie gegeben werden, wenn MTX nicht vertragen wird oder wenn eine Behandlung mit MTX ungeeignet ist (1).
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Fachinformation
Prof. Dr. Klaus Krüger, München, berichtete über Langzeiterfahrungen mit Sarilumab, die eine konstante Wirksamkeit und Sicherheit belegen. Bei Einschluss in die offene Langzeitbeobachtungsstudie EXTEND wurden alle Patienten auf 200 mg Sarilumab alle 2 Wochen s.c. in Kombination mit csDMARDs umgestellt bzw. die Therapie weitergeführt. Im Mittel erhielten die Patienten Sarilumab über 2,8 Jahre. Insgesamt 773 der Patienten (27%) wurden länger als 240 Wochen (4,6 Jahre) behandelt (2). In der Langzeitbeobachtung blieben die Remissionsraten stabil: So zeigten nach 244 Wochen 40% der Patienten mit der aus der MOBILITY-Studie fortgeführten Sarilumab-Therapie eine Remission nach CDAI (≤ 2,8). Bei den von Placebo + MTX umgestellten Patienten waren es 36% (3, 4). Ein stabiles Sicherheitsprofil zeigte sich für Sarilumab sowohl in der Monotherapie als auch in Kombination mit csDMARDs über einen Zeitraum von bis zu 7 Jahren (9.000 Patientenjahre) (2).

Positive Effekte bei der Therapiebeurteilung aus Patientensicht

Besonders hervorzuheben seien die guten Daten bei den Patient-Reported Outcome-Parametern (PROs), z.B. sichtbar im SF-36 Domänen-Score bei RA-Patienten mit gleichzeitigen depressiven Symptomen (5, 6). Sie legen positive Effekte einer IL-6R-Blockade bei RA-Patienten mit koexistierenden depressiven Symptomen nahe, so Krüger weiter. Bei Patienten mit RA liege die Prävalenz für eine behandlungsbedürftige Depression bei 16,8% (7). Auch wenn das Thema mentale Gesundheit erst seit wenigen Jahren im Fokus der Rheumatologen stehe und der Einfluss der DMARDs darauf bisher noch nicht gut untersucht sei, schienen IL-6R-Inhibitoren vorteilhaft bei der Behandlung von RA-Patienten mit koexistierenden depressiven Symptomen zu sein (5, 6).

Im folgenden Vortrag erläuterte Prof. Dr. Dieter F. Braus, Wiesbaden, die enge Verzahnung von Immunsystem, Mikrobiom und Gehirn. Als eines der maßgeblichen Zytokine beeinflusse IL-6 indirekt das Sozialverhalten, die Emotionsregulation und die Kognition (8). Viele RA-Patienten seien darüber hinaus hohem chronischen sozialen Stress ausgesetzt. Das erhöhe die Prävalenz für Depressionen zusätzlich. Der IL-6-Spiegel steige bei chronischem Stress und auch das Gehirn schütte IL-6 aus. Das mache eine IL-6R-Blockade sinnvoll. Zur Standardtherapie der Depression zählen, so Braus, neben Psychotherapie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Sie gehörten neben der Basistherapie mit Bewegung und Naturerfahrungen, Achtsamkeit, Wärme und Licht in den „Werkzeugkoffer“ zur Therapie von Depressionen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig, insbesondere bei unklaren Befunden

Zum Abschluss des Symposiums präsentierte Prof. Dr. Johannes-Peter Haas, Garmisch-Partenkirchen, Fälle von unklaren Befunden bei Kindern und Erwachsenden, die häufig als juvenile idiopathische Arthritis (JIA) oder RA diagnostiziert und auch therapiert werden, hinter denen sich aber
auch ganz andere, z.B. seltene Erkrankungen, verbergen könnten. Eine Zweitmeinung sowie eine Stoffwechsel- oder endokrinologische Abklärung könnten zur richtigen Diagnose führen. Das Fazit: Interdisziplinärer Austausch in der Praxis ist in vielen Bereichen wünschenswert zum Wohle der Patienten. Da Menschen mit RA eine erhöhte Prävalenz von Depressionen haben, sollte die mentale Gesundheit mehr in den Fokus der Therapie rücken. IL-6 wird vermehrt bei chronischem Stress ausgeschüttet. Dass eine IL-6R-Blockade einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität von
RA-Patienten mit beeinträchtigter mentaler Gesundheit haben kann, zeigen die Subanalysen der MOBILITY-, TARGET- und MONARCH-Studien (5, 6).

Quelle: Sanofi

Literatur:

(1) Fachinformation Kevzara®, Stand August 2017.
(2) Fleischmann R et al. Rheumatology (Oxford). 2019 Jul 15. pii: kez265. doi: 10.1093/rheumatology/kez265
(3) Genovese MC et al. RMD Open 2019; 5:e000887. doi: 10.1136/rmdopen-2018-000887.
(4) Burmester GR et al. Ann Rheum Dis 2018; 77, supplement Suppl; 946
(5) Strand V et al. Ann Rheum Dis, volume 77, supplement Suppl, year 2018, page A964; DOI: 10.1136/annrheumdis-2018-eular.3723
(6) Strand V et al. Ann Rheum Dis 2018; 77(supplement Suppl,); A332; doi: 10.1136/annrheumdis-2018-eular.3714
(7) Matcham F et al., Rheumatology 2013; 52: 2136-2148.
(8) Psychol Bull. 2014 May;140 (3): 774-815.


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