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Medizin

17. März 2016 Regeneration geschädigter peripherer Nerven fördern

Periphere Nerven können sich regenerieren. Allerdings ist dieser Prozess sehr langwierig und kann für den Patienten mit andauernden Beschwerden einhergehen. Mit Hilfe einer neurotropen Nährstoffkombination, die Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure enthält, lässt sich der Regenerationsprozess unterstützen.

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Schmerzen im Rückenbereich sind ein alltägliches Phänomen in der Praxis und dennoch eine Herausforderung für den Arzt. Eine simple kausale Verbindung zwischen Auslöser und Schmerz ist hier häufig nicht zu finden. Nur etwa 10% der Symptome lassen sich auf eine spezifische Ursache zurückführen, 90% sind unspezifisch. Dennoch sollten die Warnsymptome für Notfälle wie das Cauda-Syndrom, das Querschnitts-Syndrom oder ein Wirbelsäulenabszess ebenso wenig übersehen werden wie die Anzeichen für einen gefährlichen Verlauf wozu beispielsweise eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, ein Bandscheibenvorfall oder eine Infektion zählen.

Eine sorgfältige Diagnose ist daher unabdingbar. "Keinesfalls sollte man unkontrolliert mit einer symptomatischen, konservativen Behandlung beginnen", mahnte der Neurochirurg Dr. Jörg Döhnert, Leipzig. Andererseits sollte möglichst frühzeitig behandelt werden, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. Von chronischen Schmerzen spricht man gemäß der Nationalen Versorgungsleitlinie bereits, wenn der Schmerz über 12 Wochen anhält.

Döhnert bevorzugt in seiner Praxis konservative Maßnahmen gegenüber chirurgischen Interventionen. Häufig kommt das dem Wunsch der Patienten entgegen. So auch im Fall einer 32 Jahre alten, selbstständigen Physiotherapeutin. Die Frau hatte eine Woche zuvor ungewöhnlich schwer gehoben und klagte nun über ein Kribbeln im rechten Vorfuß und wechselnd starke Rückenschmerzen. Nachdem die Beschwerden fünf Tage lang unvermindert anhielten, stellte sie sich in Döhnerts Praxis vor.

Der Neurochirurg diagnostizierte ein sensomotorisches L5-Syndrom rechts und eine Lähmung Grad 3. Im MRT wurde ein Bandscheibenvorfall (LW5/S1 kranial sequestriert) sichtbar. Eine Operation lehnte die Patientin ab, sie verwies vielmehr darauf, dass sie als Selbstständige nicht lange ausfallen könne. "Somit war ein individualisierter Behandlungsplan erforderlich, wobei die Therapie möglichst schnell Erfolge zeigen sollte. Doch für eine konservative Behandlung benötigen wir sehr lange Zeit, denn Nerven regenerieren sich nur sehr langsam. Eine motorische Spontanremission tritt nach einem halben bis einem Jahr auf", erklärte Döhnert.

Im Rahmen einer multimodalen Therapie erhielt die Patientin Analgetika und Myotonolytika, zudem wurde ein akutes Nervenwurzelödem behandelt. Als ursächliche Behandlung empfahl Döhnert eine manuelle Mobilisation sowie eine neurotrope Nährstoffkombination (Keltican® forte).
Die Nährstoffkombination enthält Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure und liefert somit wichtige Bausteine zur Regeneration der Nerven. Ihren klinischen Nutzen belegte eine prospektive, multizentrische Beobachtungsstudie, die 212 Patienten mit schmerzhaften peripheren Neuropathien unterschiedlicher Ursache einschloss (1). Die Mehrzahl (85%) der Patienten litt unter Wirbelsäulen-Syndromen.

Zusätzlich zu ihrer symptomatischen Medikation erhielten die Teilnehmer täglich eine Kapsel der Nährstoffkombination. Nach 60 Tagen verringerte sich der Schmerz-Gesamtscore (gemessen anhand des painDetect-Fragebogen) von 17,5 auf 8,8 Punkte und die Schmerzintensität von 6,6 auf 3,7 Punkte (jeweils p<0,001 versus Baseline).

Neuropathische Begleiterscheinungen wie Taubheit, starkes Kribbeln oder einschießende Schmerzen wurden von signifikant weniger Patienten beklagt; im Vergleich zu Baseline: 4% versus 38,9%, 15% versus 34,5% und 3% versus 38,4%. Außerdem konnte der Verbrauch an Begleitmedikation wie NSAR, Paracetamol oder Tramadol bei über zwei Drittel (75,6%) der Patienten reduziert werden.

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

(1) Negrao L et al. Effect of the combination of uridine nucleotides, folic acid and vitamin B12 on the clinical expression of peripheral neuropathies. Pain Manag (2014) 4:191-196

Quelle: Pressekonferenz "Rückenbeschwerden multimodal behandeln, der Chronifizierung vorbeugen", Veranstalter: Trommsdorff, Bad Aibling 10.3.2016


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