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Medizin

25. Januar 2020 Reizdarmsyndrom: Gestörte Wechselwirkung zwischen Nerven- und Immunzellen ursächlich

Bei einer Infektion im Magen-Darm-Trakt entzündet sich ein Teil des Gewebes und Darmnervenzellen sterben ab. Dieser Verlust wiederum führt häufig unter anderem zu einer Einschränkung der Darmbeweglichkeit, die für eine gesunde Verdauung nötig ist. In vielen Fällen folgen auch zusätzliche Erkrankungen wie etwa das Reizdarmsyndrom. Wie es zu dem Absterben der Nervenzellen kommt, war bisher unklar. Einem internationalen Forschungsteam unter Beteiligung von Prof. Philip Rosenstiel, Direktor am Institut für klinische Molekularbiologie (IKMB) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), ist es nun gelungen, den Mechanismus, der zum Absterben der Nervenzellen führt, genauer zu beschreiben.
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Bestimmte Immunzellen im Darm schützen dabei offenbar die Nervenzellen, wie das Team in einer aktuellen Forschungsarbeit zeigen konnte. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler um Prof. Daniel Mucida von der Rockefeller University in New York vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht.

Gestörte Wechselwirkung zwischen Nerven- und Immunzellen

Der menschliche Magen-Darm-Trakt ist von Nervenzellen durchzogen, die ein eigenständiges Darmnervensystem bilden. Es steuert die Verdauung weitestgehend selbständig, indem es beispielsweise die Darmbeweglichkeit reguliert. Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass dabei auch das Immunsystem im Darm eine wichtige Rolle spielt. So regulieren beispielsweise bestimmte Immunzellen die Aktivität der Nervenzellen im gesunden Zustand. Diese Wechselwirkungen zwischen Nerven- und Immunzellen sind bei Krankheiten wie etwa chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder dem Reizdarmsyndrom gestört.

Überleben von Nervenzellen abhängig von Immunzellen

„Die nun veröffentlichte Arbeit zeigt, dass Immunzellen auch für das Überleben von Nervenzellen bei Infektionen wichtig sind“, sagt Rosenstiel, Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI). Demnach erkennen bestimmte Immunzellen die Infektion und begrenzen den Schaden bei den Nervenzellen. Dabei handelt es sich um Makrophagen in der Darm-Muskelschicht. Bei einer Infektion werfen Makrophagen ein Schutzprogramm an, in dem sie bestimmte Stoffe produzieren, durch die letztlich die Nervenzellen geschützt werden. Dieses Schutzprogramm ist wiederum offenbar abhängig vom Mikrobiom. Fehlen diese oder ist ihr Gleichgewicht gestört, sind auch die Nervenzellen nicht mehr geschützt.

Weitere Erforschung der Darm-Hirn-Achse

„Die Darm-Hirn-Achse, über die das Darmmikrobiom, die Darmzellen und das zentrale Nervensystem zusammenarbeiten, ist ein wichtiges Zukunftsthema im Exzellenzcluster PMI. Denn die Darm-Hirn-Achse könnte neue Ansätze zur Behandlung von chronischen Darmentzündungen oder auch neurologischen Erkrankungen liefern“, sagt Rosenstiel. „Der jetzt in Zusammenarbeit mit Mucida und seinem Team aus New York entdeckte Mechanismus, über den das Immunsystem im Darm die Nervenzellen bei einer Infektion schützt, ist ein wichtiger Baustein in der Erforschung der Darm-Hirn-Achse. Darauf wollen wir im Exzellenzcluster aufbauen und zukünftig verstärkt in diesem Bereich forschen“, so Rosenstiel weiter.

Quelle: Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen


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  • Bundesweite Kontaktbeschränkungen ab 02. November 2020 – Früher als angekündigt soll die Pandemie mit massiven Kontaktbeschränkungen gestoppt werden (dpa, 28.10.2020).
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