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Medizin

14. September 2017 Rheuma-Behandlung optimieren und langfristig Therapieerfolg sichern

Die medikamentöse Versorgung in der Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) mit dem Goldstandard Methotrexat (MTX) zeigt Raum für Verbesserungen. So legen aktuelle Auswertungen der CAPEA-Kohorte nahe, dass die deutsche Rheumatologie das Potenzial von Methotrexat als Initialtherapie durchaus nutzt (1) und sich eng an den Behandlungsleitlinien orientiert (2,3): „Nach 3 Monaten erhielten 82% der Patienten mit Diagnose RA eine Basistherapie mit Methotrexat (4). […] Bei 78% der mit Methotrexat behandelten Patienten wurde mit einer Dosis von 15 mg wöchentlich begonnen“ (1). Diesen hohen Stellenwert von MTX in der Behandlung der RA bestätigen mit 61% auch die Langzeitdaten der Kerndokumentation (5,6). Aktuelle Krankenkassendaten hingegen zeigen ein dramatisch anderes Bild in der Fläche. Mit einem medikamentösen Versorgungsanteil von 35% csDMARDs ist Deutschland weit von einer adäquaten therapeutischen Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis entfernt (7).
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Das von Medac auf dem DGRh in Stuttgart unterstützte Symposium zu Methotrexat thematisierte diese Problematik. Neben einem neuen Forschungsprojekt zur Versorgungsrealität wurden vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der Basistherapie mit MTX aufgezeigt.

Optimierte Basistherapie – Methotrexat-Potenzial voll ausgeschöpft (8)?

Unter Verweis auf die aktuellen Leitlinien betonten Prof. FRANK BUTTGEREIT, Berlin und Prof. TORSTEN WITTE, Hannover, dass sich Wirksamkeit und Persistenz des Goldstandards Methotrexat insbesondere durch höhere Dosierungen und eine Applikation unter die Haut steigern lassen.

So ist eine höhere und subkutane Gabe von MTX in der Initialtherapie der frühen RA mit einem verbesserten Ansprechen und geringerem Therapieversagen assoziiert (9,10). Insbesondere bei Dosierungen ≥ 15 mg/Woche verbessern Fertigspritze oder Fertigpen die Bioverfügbarkeit (10,11,12). Prof. DIAMANT THAÇI, Lübeck, verwies zudem auf einen weiteren neu entdeckten Aspekt bei der subkutanen Applikation aus der Dermatologie – das immunomodulatorische Potenzial von Methotrexat. Im Rahmen einer Substudie wurde anhand von Hautbiopsien der zelluläre Wirkmechanismus untersucht und die Ergebnisse zeigen, dass MTX die kutane Expression der Interleukin-17A mRNA auf ca. 10% und die der Interferon-γ mRNA auf ca. 25% reduziert (13).

Allgemeine Risikofaktoren sind ein weiterer wichtiger Faktor für den Behandlungserfolg stellte Prof. CHRISTOPH FIEHN, Baden-Baden, heraus. Lifestyle-Faktoren, wie Rauchen, Adipositas und eine schlechte Zahngesundheit verschlechtern nicht nur den RA-Krankheitsverlauf, sondern beeinflussen zugleich das Therapieansprechen und sollten daher mit den Patienten besprochen werden.

Subkutane Gabe von Methotrexat mit Fertigpen

Mithilfe des Autoinjektors metex® PEN werden zudem die Anwendung und Therapietreue durch die erleichterte Selbstapplikation gefördert (14,15,16). Eine aktuelle Praxisdokumentation von Medac unter deutschen Rheumatologen und Rheumapatienten bestätigt die bekannt hohe Wertschätzung aus bisherigen Studien. „97% aller Ärzte und 89% der Patienten mit Vorerfahrung von Fertigspritzen bewerteten den metex® PEN gegenüber einer Fertigspritze als sehr vorteilhaft oder vorteilhaft“ (17).

Quelle: Medac

Literatur:

(1) Albrecht K et al.Klinische Remission bei rheumatoider Arthritis. Daten aus der Früharthritis-Kohorten Studie CAPEA. Z Rheumatol. 2016;75:90-6.
(2) Krüger K et al. S1-Leitlinie der DGRh zur sequenziellen medikamentösen Therapie der rheumatoiden Arthritis 2012. Adaptierte EULAR-Empfehlungen und aktualisierter Therapiealgorithmus. Z Rheumatol 2012;71:592-603.
(3) Smolen JS et al. EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs: 2016 update. Ann Rheum Dis. 2017;76:960-977.
(4) Vgl. hierzu auch: Schneider M. Neue Optionen für die Praxis. Update S1/S2-Leitlinie Rheumatoide Arthritis? Z Rheumatol 2017;76:125-32.
(5) Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Daten der Kerndokumentation 2015, Berlin o.J., Folie 14, URL: http://www.drfz.de/versorgungsforschung (Stand: 06.09.2017).
(6) Albrecht K et al. Versorgung der rheumatoiden Arthritis 2014. Aktuelle Daten aus der Kerndokumentation. Z Rheumatol. 2017;76:50-7.
(7) Albrecht K et al. Ambulante Versorgung und Krankheitslast der rheumatoiden Arthritis. Eine Analyse von Abrechnungsdaten und einer Versichertenbefragung. Z Rheumatol. 2017 Mar 21. [Epub ahead of print].
(8) Medac Satellitensymposium “Optimierte Basistherapie – Methotrexat-Potenzial voll ausgeschöpft?“
anlässlich des 45. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Stuttgart, 7. September 2017.
(9) Hazlewood GS et al. The comparative effectiveness of oral versus subcutaneous methotrexate for the treatment of early rheumatoid arthritis. Ann Rheum Dis 2016;75:1003-8.
(10) O'Connor A et al. The rapid kinetics of optimal treatment with subcutaneous methotrexate in early inflammatory arthritis: an observational study. BMC Musculoskelet Disord. 2016;17:364.
(11) Schiff MH et al. Head-to-head, randomised, crossover study of oral versus subcutaneous methotrexate in patients with rheumatoid arthritis: drug-exposure limitations of oral methotrexate at doses ≥ 15 mg may be overcome with subcutaneous administration. Ann Rheum Dis. 2014;73:1549-51.
(12) Pichlmeier U, Heuer KU. Subcutaneous administration of methotrexate with a prefilled autoinjector pen results in a higher relative bioavailability compared with oral administration of methotrexate. Clin Exp Rheumatol. 2014;32:563-71.
(13) Warren RB et al. An intensified dosing schedule of subcutaneous methotrexate in patients with moderate to severe plaque-type psoriasis (METOP): a 52 week, multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet. 2017;389:528-37.
(14) Demary W et al. Subcutaneously administered methotrexate for rheumatoid arthritis, by prefilled syringes versus prefilled pens: patient preference and comparison of the self-injection experience. Patient Prefer Adherence. 2014;8:1061-71.
(15) Pachon JA et al. Assessing usability, label comprehension, pen robustness and pharmacokinetics of a self-administered prefilled autoinjector pen of methotrexate in patients with rheumatoid arthritis. SAGE Open Med. 2014;2:2050312114564241.
(16) Freundlich B et al. Nearly pain-free self-administration of subcutaneous methotrexate with an autoinjector: results of a phase 2 clinical trial in patients with rheumatoid arthritis who have functional limitations. J Clin Rheumatol. 2014;20:256-60.
(17) HattesohlM. et al. Handhabung eines Fertigpen zur subkutanen Selbstapplikation von Methotrexat. DGRh Abstract2017.URL: http://www.egms.de/static/de/meetings/dgrh2017/17dgrh244.shtml (Stand: 06.09.2017).


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