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Medizin

13. März 2019 Rheumatoide Arthritis: Flexible Medikation mit JAK1- und JAK2-Inhibitor Baricitinib

Die Ansprüche an eine Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) steigen mit dem Fortschritt und Erfolg der verfügbaren Behandlungsoptionen. Eine Kontrolle der Krankheitsaktivität ist laut Leitlinien nicht mehr ausreichend; grundsätzliches Ziel ist die vollständige Remission. Dabei sollte die Therapie möglichst ohne Glukokortikoide auskommen und die individuellen Patientenbedürfnisse berücksichtigen (1). Da mit zunehmender Anzahl der Komorbiditäten sowohl die gesundheitlichen Einschränkungen als auch das Risiko für Komplikationen deutlich ansteigen, forderte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie jüngst, dass insbesondere multimorbide Patienten besonders intensiv rheumatologisch betreut werden sollten (2).
Der JAK1- und JAK2-Inhibitor Baricitinib (Olumiant®) vereint bei der Behandlung von RA-Patienten starke Wirksamkeit mit guter Verträglichkeit und einer hohen Flexibilität. Patienten können so auch mit sehr individuellen und teils herausfordernden Bedürfnissen von Baricitinib profitieren. Das zunehmend bessere Verständnis der Pathogenese der RA und der medizinische Fortschritt der letzten Jahre haben dazu geführt, dass für viele Patienten Remission ein erreichbares Ziel geworden ist. Gleichzeitig sind die Erwartungen an eine moderne Therapie nicht zuletzt durch die neue S2e-Leitlinie der DGRh gestiegen (1). Neben der starken Wirksamkeit sollte eine Therapie flexibel einsetzbar sein. Dabei müssen die Krankheitsaktivität, Patientenbedürfnisse und Komedikationen berücksichtigt werden.

Anwendung

Baricitinib ist angezeigt zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

Wirksamkeit von Baricitinib

Baricitinib zeigte in einem breit angelegten Phase-III-Studienprogramm eine starke und konsistente Wirksamkeit bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer RA (3).  Das small molecule Baricitinib war in einem direkten Vergleich dem Biologikum Adalimumab überlegen  (jeweils in Kombination mit Methotrexat, MTX) (4).  Daten einer aktuellen, integrierten Sicherheitsanalyse über bis zu 6 Jahre bescheinigen Baricitinib eine gute Verträglichkeit (5).  Im Behandlungsalltag überzeugt Baricitinib darüber hinaus mit einer flexiblen Anwendung, die in neuesten Post-hoc-Analysen untermauert wurde. Die Wirksamkeit von Baricitinib war unabhängig

•    von der Hintergrundtherapie mit csDMARDs wie MTX (6),
•    von der Hintergrundtherapie mit Glukokortikoiden (6),
•    von der Art und Anzahl der Vortherapien (7),
•    vom Patientenalter (8) und
•    von vorliegenden Begleiterkrankungen (9).

Baricitinib ist als Monotherapie oder in Kombination mit MTX zugelassen (3). Ärzten und Patienten steht es damit frei, auf MTX zu verzichten, auch wenn keine Kontraindikation vorliegt. Die 2 zugelassenen Dosierungen (2 mg und 4 mg) erlauben eine flexible und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Medikation. Relevant wird das vor allem bei Patienten mit wiederkehrenden oder chronischen Infekten bzw. in fortgeschrittenem Alter (ab 75 Jahre) (3).

Anwendung

Als niedermolekulares Arzneimittel ist Baricitinib einfach anzuwenden: Der JAK1- und JAK2-Inhibitor wird 1x täglich unabhängig von den Mahlzeiten als Tablette eingenommen. In der DGRh-Leitlinie ist die Partizipation des Patienten bei der Medikamentenwahl verankert (1). Da Patienten die einfache orale Einnahme einer subkutanen Injektion vorziehen, kann mit Baricitinib der Wunsch vieler Patienten adressiert werden. Als Tablette, die keiner Kühlung bedarf, kann die Therapie mit Baricitinib zudem gut in den Alltag der Patienten – auch auf Reisen – integriert werden.

Personalisierte Therapiepausen möglich

Neben Patientenpräferenzen wird im Behandlungsalltag die Therapie auch von Komplikationen wie Begleiterkrankungen oder Infektionen beeinflusst. Bevorstehende Operationen oder ein Schwangerschaftswunsch erfordern eine Therapiepause. Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Baricitinib erlauben hier ein hohes Maß an Flexibilität: Aufgrund der überwiegend renalen Elimination treten so gut wie keine klinisch relevanten Arzneimittelwechselwirkungen auf (3). Die kurze Halbwertszeit von nur 12,5 Stunden ermöglicht eine gute Steuerbarkeit, sodass Baricitinib rasch abgesetzt und mit gutem klinischen Ansprechen wieder etabliert werden kann (3).

Mit Baricitinib erhalten RA-Patienten eine wirksame und gut verträgliche Therapie. Unterschiedliche Patientenbedürfnisse werden mit Baricitinib im Sinne einer individualisierten Behandlung adressiert, wie Daten des umfassenden Studienprogramms mit verschiedenen Patientenpopulationen untermauern. Die pharmakokinetischen Eigenschaften ergänzen den Flexibilitätsaspekt und machen die Integration der Medikation in den Alltag leicht umsetzbar, was für eine gute Patientenadhärenz einer der entscheidenden Faktoren ist (3).

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Fiehn C et al. S2e-Leitlinie: Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheits-modifizierenden Medikamenten. ZfR 2018; 88: 35-53.
(2) DGRh. Rheuma birgt hohes Risiko für Begleiterkrankungen. Pressemitteilung Nr 1/2019.
(3) Fachinformation Olumiant®, Stand: Oktober 2018.
(4) Taylor PC et al. Baricitinib versus Placebo or Adalimumab in Rheumatoid Arthritis. N. Engl J Med 2017; 376: 652-662.
(5) Genovese MC et al. Safety Profile of Baricitinib for the Treatment of Rheumatoid Arthritis up to 6 Years: An Updated integrated Safety Analysis. Arthritis Rheumatol 2018; 70 (Suppl 10): Abstract Number: 962.
(6) van Vollenhoven R et al. Safety and Efficacy of Baricitinib in Patients Receiving Conventional Synthetic Disease-Modifying Antirheumatic Drugs or Corticoster-oids. Rheumatol Ther 2018; 5 (2): 525-536.
(7) Genovese MC et al. Response to baricitinib based on prior biologic use in patients with refractory rheumatoid arthritis. Rheumatology 2018; 57(5): 900-908.
(8) Fleischmann R et al. Safety and efficacy of baricitinib in elderly patients with rheumatoid arthritis. RMD Open 2017; 3(2): e000546.
(9) Combe B et al. Efficacy and safety data based on historical or pre-existing conditions at baseline for patients with active rheumatoid arthritis who were treated with baricitinib. Ann Rheum Dis 2017; 76:510.


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