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Medizin

16. September 2019 Rheumatoide Arthritis: Schmerzreduktion unter Baricitinib

Wie können Ärzte Herausforderungen im rheumatologischen Behandlungsalltag überwinden, verstärkt an Patientenbedürfnisse anknüpfen und dabei echte Erfolge erzielen? Diesen Fragen ging das Unternehmen Lilly auf dem diesjährigen DGRh-Kongress nach. Mit Baricitinib (Olumiant®) steht eine Alternative zu bestehenden Standards bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) zur Verfügung (1, 2).
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Fachinformation
Der JAK1- und JAK2-Inhibitor Baricitinib überzeugt bei der RA-Therapie mit starker Wirksamkeit und guter Verträglichkeit auch im Langzeitverlauf (3, 4). Dabei adressiert Baricitinib auch weniger sichtbare, für Patienten aber sehr belastende Symptome wie Schmerzen, Fatigue und eingeschränkte körperliche Funktionsfähigkeit (5). „Mit klinischen Scores, Laborwerten und Bildgebung lässt sich die RA objektiv bewerten und der Therapieerfolg messen. Doch für Patienten zählen vor allem subjektive Symptome“, begann Prof. Dr. Markus Gaubitz, Münster, seinen Vortrag beim diesjährigen DGRh. Denn Schmerz, Fatigue und Bewegungseinschränkungen wirken sich maßgeblich auf den Alltag aus und beeinträchtigen die Lebensqualität (6). Studien mit einem stärkeren Fokus auf patientenrelevante Parameter (PROs) rücken die Patientensicht weiter in den Vordergrund. Mit der wachsenden wissenschaftlichen Datenlage gewinnt die Patientenperspektive an Bedeutung, sowohl bei der Therapieentscheidung als auch bei der Therapiebewertung.

Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität

Patientenrelevante Endpunkte wie die Schmerzreduktion stehen in den Baricitinib-Studien – neben klinischen Parametern – im Mittelpunkt. Neue Post-hoc-Daten aus RA-BEAM, einer direkten Vergleichsstudie zwischen Baricitinib und Adalimumab, belegten eine starke Wirkung von Baricitinib auf den Schmerz, das für viele Patienten quälendste Symptom (7, 8). Bereits in der vierten Woche wiesen etwa die Hälfte der Patienten unter Baricitinib eine 50%ige Schmerzreduktion auf (Baricitinib: 48%; Adalimumab: 37%; p ≤0,001) (7). Im Gegensatz zu Adalimumab konnten Patienten mit Baricitinib von einer starken Schmerzreduktion profitieren, die von der verbleibenden Entzündungsaktivität unabhängig war. Neben der indirekten Wirkung über die Reduktion der Entzündung, scheint Baricitinib somit auch eine stärkere direkte Wirkung auf Schmerzen zu haben als Adalimumab.

Schmerz hat nachweislich für die meisten RA-Patienten den größten Einfluss auf die Gesamtbeurteilung ihrer Krankheitsaktivität (9). Eine weitere Post-hoc-Analyse der RA-BEAM-Studie untersuchte diesen Zusammenhang und zeigte, dass die Schmerzreduktion einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität hat (8). Die Kontrolle der Entzündungsaktivität mit Baricitinib bei gleichzeitiger bedeutsamer Schmerzreduktion (gezeigt für VAS > 20 und > 40) führte statistisch signifikant zu (8):
 
  • weniger Fatigue (FACIT-F),
  • besserer körperlicher Funktionsfähigkeit (HAQ-DI) und
  • höherer allgemeiner Lebensqualität (SF-36).

Hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit

Für den Arzt steht die Wirkung auf klinische Symptome bei der Therapiewahl im Vordergrund (9). Direkte Vergleichsstudien haben bei der evidenzbasierten Therapieentscheidung eine besondere Bedeutung (10). So bewies Baricitinib in der RA-BEAM-Studie beim ACR20-Ansprechen und der mittleren Reduktion des DAS28-CRP eine Überlegenheit gegenüber dem Therapiestandard Adalimumab in Woche 12 (beide in Kombination mit MTX) (1).
In diesem Jahr vorgestellte Daten einer integrierten Sicherheitsanalyse belegen die gute Verträglichkeit von Baricitinib über bis zu 7 Jahre (4). „Diese
Ergebnisse sind als beruhigend anzusehen“, so Gaubitz. „Erst die in Kombination mit der überzeugenden Wirksamkeit nachgewiesene gute Verträglichkeit macht die Therapie zu einem Erfolg.“

Partizipative Entscheidungsfindung

Für einen Therapieerfolg, mit dem Arzt und Patient zufrieden sind, sollten beide Perspektiven berücksichtigt werden. Diese partizipative Entscheidungsfindung, wie sie die DGRh-Leitlinie zur Behandlung der RA empfiehlt, stellt laut dem Treat-to-Target-Prinzip eine wichtige Voraussetzung für eine gute Therapieadhärenz dar (11, 12). Sie kommt zum Tragen, wenn eine Therapieeskalation erforderlich ist, und damit bereits nach Versagen des ersten csDMARDs und bei gleichzeitigem Vorliegen ungünstiger Prognosefaktoren und/oder hoher Krankheitsaktivität (11). „JAK-Inhibitoren können in dieser Phase als gleichwertige Alternative zu den seit langem verfügbaren Biologika eingesetzt werden. Bei der Behandlung der RA sind JAK-Inhibitoren in kurzer Zeit zu einer etablierten Therapieoption geworden“, ordnete Gaubitz ein. Arzt und Patient haben damit eine Wahl zwischen grundsätzlich verschiedenen Wirkprinzipien und Applikationsformen. Mit Baricitinib profitieren Patienten von einer flexiblen, einmal täglichen Verabreichung, die besonders einfach in den Alltag integriert werden kann. „Ich stelle immer wieder fest, dass Patienten dankbar für eine Therapie in Tablettenform sind“, bewertete Gaubitz.

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Taylor PC et al. Baricitinib versus Placebo or Adalimumab in Rheumatoid Arthritis. N Engl J Med 2017; 376(7): 652-662.
(2) Mease PJ et al. Multicentre, randomised, open-label, assessor-blinded, parallel-group head-to-head comparison of the efficacy and safety of ixekizumab versus ada-limumab in patients with psoriatic arthritis naive to biologic disease-modifying anti-rheumatic drugs: 24-week results. Ann Rheum Dis 2019; 78 (suppl 2): A261.
(3) Fachinformation Olumiant®. Stand Oktober 2018.
(4) Genovese MC et al. Safety profile of Baricitinib for the treatment of rheumatoid ar-thritis up to 7 years: an updated integrated safety analysis. Ann Rheum Dis 2019; 78 (suppl 2): 308-309.
(5) Keystone C et al. Patient-reported outcomes from a phase 3 study of Baricitinib vs. placebo or adalimumab in rheumatoid arthritis: secondary analyses from the RA-BEAM study. Ann Rheum Dis 2017; 76 (11): 1853-1861.
(6) Taylor PC et al. A structured literature review of the burden of illness and unmet needs in patients with rheumatoid arthritis: a current perspective. Rheumatol Int 2016; 36 (5): 685-95.
(7) Taylor PC et al. Achieving Pain Control in Rheumatoid Arthritis with Baricitinib or Adalimumab Plus Methotrexate: Results from the RA-BEAM Trial. J Clin Med 2019; 8.(6): 831.
(8) van de Laar M et al. Benefits of pain relief on fatigue, function, and quality of life when joint inflammation is controlled in patients with RA. Ann Rheum Dis 2019; 78 (suppl2): 1601.
(9) Studenic P et al. Discrepancies between patients and physicians in their perceptions of rheumatoid arthritis disease activity. Arthritis Rheum 2012; 64: 2814-2823.
(10) Fleischmann R et al. Review of head-to-head study designs in rheumatoid arthritis. Semin Arthritis Rheum 2016; 46 (3): 279-285.
(11) Fiehn C et al. S2e-Leitlinie: Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmo-difizierenden Medikamenten. ZfR 2018; 77  (suppl 2); 35-53.
(12) Smolen JS et al. Treating rheumatoid arthritis to target: 2014 update of the recom-mendations of an international task force. Ann Rheum Dis 2016; 75 (1): 3-15.


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