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Medizin

20. Dezember 2017 Riesenzellarteriitis: Verbesserung der Lebensqualität und weniger Fatigue unter Tocilizumab + Glukokortikoide

Eine kürzlich zugelassene Therapieoption bietet Patienten mit der seltenen, entzündlichen Gefäßerkrankung Riesenzellarteriitis (RZA) neue Perspektiven: Die Therapie mit Tocilizumab (RoACTEMRA®) in Kombination mit Glukokortikoiden (GC) kann die gesundheitsbezogene Lebensqualität von RZA-Patienten gegenüber einer alleinigen Steroidtherapie signifikant steigern (1). Auch die Fatigue-Werte verringerten sich bei RZA-Patienten unter Tocilizumab in Kombination mit GC stärker als unter Steroiden alleine (1). Diese aktuellen Daten der zulassungsrelevanten GiACTA-Studie wurden kürzlich auf dem diesjährigen Kongress des American College of Rheumatology (ACR) präsentiert und verdeutlichen, dass die klinischen Verbesserungen unter Tocilizumab mit patientenrelevanten Vorteilen einhergehen.
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Die Lebensqualität von Patienten mit RZA, der häufigsten Form der Großgefäßvaskulitiden, ist nicht nur durch die Symptome deutlich eingeschränkt. Auch die Therapie mit GC kann sich aufgrund des hohen GC-Nebenwirkungsrisikos negativ auf die Lebensqualität von RZA-Patienten auswirken. Hochdosierte GC sind als Initialtherapie indiziert, für viele Patienten jedoch auch als Dauertherapie unumgänglich. Durch das Risiko für GC-assoziierte Nebenwirkungen wie Katarakt, Infektionen, Osteoporose, Hypertonie und Hyperglykämie sind RZA-Patienten einer hohen Belastung durch die GC-Therapie ausgesetzt (2). Es empfiehlt sich daher ein sukzessives Absetzen der GC bei gleichzeitig größtmöglicher Krankheitskontrolle, was meist einem Drahtseilakt gleicht.

Steroidreduktion unter Tocilizumab beeinflusst Lebensqualität positiv

Dass RZA-Patienten auch ohne GC eine andauernde Remission erreichen, hatte erstmals die GiACTA-Studie gezeigt: Unter RoACTEMRA® initial in Kombination mit GC wiesen zum Studienende nach 52 Wochen signifikant mehr Patienten eine anhaltende Remission auf als unter GC alleine, dabei ermöglichte Tocilizumab zudem das Absetzen der Steroide und damit eine steroidfreie Remission (3). Über die Studiendauer konnte mit Tocilizumab gut die Hälfte der Steroide eingespart werden: Die mittlere kumulative GC-Dosis betrug im Tocilizumab-Studienarm 1862,0 mg vs. 3817,5 mg im GC-Studienarm (p < 0,0001) (3).

Die nun veröffentlichte GiACTA-Analyse macht deutlich, dass sich neben der Remissionsinduktion auch die GC-Reduktion unter Tocilizumab positiv auf die Lebensqualität von RZA-Patienten auswirkt (1). Die Verbesserungen bei den patientenrelevanten Parametern zur Erfassung der körperlichen und mentalen Lebensqualität* unter Tocilizumab in Kombination mit GC waren nach 52 Wochen statistisch signifikant größer als mit GC alleine (vgl. Abb.). Zudem erreichten deutlich mehr Patienten unter Tocilizumab den Normwert einer alters- und geschlechtsadjustierten Vergleichsgruppe zu Woche 52. Dies traf auch auf den Parameter zur Erfassung der Fatigue§ zu: In der Tocilizumab-Gruppe betrug der mittlere FACIT-Fatigue-Wert nach 52 Wochen 42,08 gegenüber 32,62 mit GC. Der Anteil der Patienten, die einen Fatigue-Normwert erreichten, war unter Tocilizumab mit 73,8% mehr als doppelt so hoch wie im GC-Studienarm (35, 6%) (1).
 


Die EU-Zulassung von Tocilizumab bei RZA erfolgte im September 2017 (4). Der IL-6R-Inhibitor ist das erste zugelassene Biologikum bei RZA und die erste Therapieinnovation für RZA-Patienten seit über einem halben Jahrhundert.

*SF-36 Physical Component Summary (PCS) und Mental Component Summary (MCS) Scores
§ Functional Assessment of Chronic Illness Therapy (FACIT)-Fatigue

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Strand V et al. ACR-Kongress 2017, Oral Presentation 892
(2) Proven A et al. Arthritis Rheum 2003; 49: 703-8
(3) Stone JH et al. N Engl J Med 2017; 377 (4):317-28
(4) Fachinformation RoACTEMRA s.c., Stand September 2017


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