Montag, 10. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

28. November 2014 Risiko Adipositas: Kinder sitzen bis zu 70% ihrer Wachzeit

Alltag deutscher Kinder und Jugendlicher: Aufstehen, frühstücken, in die Schule gefahren werden, sechs bis acht Stunden sitzen und lernen, nach Hause gefahren werden, essen, Computer spielen, Hausaufgaben machen, Abendessen, fernsehen und ab ins Bett. Für Spielen im Freien oder Sport ist kaum noch Zeit. Deutsche Kinder sitzen zu viel und bewegen sich zu wenig.

Anzeige:

15% der Mädchen und Jungen zwischen 3 und 17 Jahren sind übergewichtig, 6,3% sogar adipös. In anderen Zahlen ausgedrückt: 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche sind zu dick, 800.000 leiden an einer gefährlichen Fettleibigkeit. Außerdem haben die Kinder und Jugendlichen motorische Defizite und eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) schlägt deshalb Alarm. Unsere Kinder müssen weniger sitzen, sich mehr bewegen und gesünder essen. Denn wenn die gesamte Gesellschaft sich weiter wie bisher verhält, wird sie das in zwanzig, dreißig Jahren teuer bezahlen müssen – mit dem metabolischen Syndrom (abdominelle Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte, Insulinresistenz) und Krankenkassenkosten, die alles bisher Dagewesene weit überschreiten werden.
 
Kinder und Jugendliche sollen sich täglich 60 bis 90 Minuten moderat bis intensiv körperlich bewegen bzw. täglich 12.000 Schritte im Alltag machen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang außerdem die Begrenzung des Medienkonsums. Die Empfehlungen dienen hauptsächlich der Orientierung von Eltern und Betreuungspersonen sowie Institutionen wie Schulen, Kindertageseinrichtungen bis hin zu den Verantwortlichen in den Kommunen (http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/2013-Kurzversion%20Expertenkonsens%20Bewegung%20bei%20Kindern%20und%20Jugendlichen.pdf).
 
Trotz vieler Anstrengungen im Präventionsbereich zeigen die Prävalenzdaten von Übergewicht und Adipositas lediglich einen Stillstand der Gewichtssituation von Kinder und Jugendlichen auf hohem Niveau. In verschiedenen Schulungsprogrammen sieht man immer mehr Kinder und Jugendliche mit massivem stammbetonten Übergewicht und zahlreichen Begleiterkrankungen. Dies zeugt von keinem kosmetischen, sondern von einem ernsthaften medizinischen Problem.
 
Nach den Daten der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist der Übergang vom Kindergarten zur Schule das Altersfenster mit der größten Gewichtszunahme, da hier die „Sitzende Lebensweise“ ihren Ursprung findet und nach wie vor als Hauptunterschied zum freien Spiel im Kindergarten angeführt wird. In dieser Phase müssen somit gezielte Strategien zur bewegten Lebensweise entwickelt werden.
 
Obwohl erst relativ wenig Daten zum Sitzenden Lebensstil vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass Sitzen als unabhängiger, eigenständiger Risikofaktor bezüglich der Entwicklung von Übergewicht und weiteren Zivilisationskrankheiten anzusehen ist. Es konnte bereits vereinzelt gezeigt werden, dass die Bewegungszeiten zurückgehen und die Sitzzeiten bei Kindern und Jugendlichen deutlich zunehmen und bis zu 70% ihrer Wachzeit (Reilly 2004, HELENA Studie 2010) einnehmen.
 
Von Bedeutung ist hierbei, dass der Energieverbrauch beim Sitzen nur unwesentlich höher als bei Schlafen ist (Ainsworth B.E. 2000). Somit kommt es zur Dysbalance zwischen Energieaufnahme und Verbrauch mit der Folge von Übergewicht und Adipositas.
 
Die Plattform Ernährung und Bewegung hat sich ebenfalls des Themas angenommen und beabsichtigt mit einem Sitzcheck (www.pebonline.de) für Kinder und Erwachsene eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, um ein Bewusstsein für die tägliche Sitzzeit zu schaffen.
 
Die Tipps der DGSP gegen das viele Sitzen

Für das Kind
 
Kein Fernsehen im eigenen Zimmer
Medienfreier Tag
Medienzeiten begrenzen
Draußen spielen trotz Regen
 
Für die Familie
 
Gemeinsam Aktivitäten und Sport planen
Sitzpausen bewusst vereinbaren - Vorbild sein
Kein Stillsitzen schon bei Kleinkindern einfordern
Wege zu Kita und Schule zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen
 
Empfohlener Medienkonsum für Kinder und Jugendliche pro Tag
 
0 bis 3 Jahre: 0 Minuten
3 bis 6 Jahre: maximal 30 Minuten
6 bis 11 Jahre: maximal 60 Minuten
Ab 12 Jahren: maximal 120 Minuten

Quelle: DGSP


Anzeige:
Fachinformation

Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

5 Tipps für ein Leben mit Diabetes

5 Tipps für ein Leben mit Diabetes
© pikselstock / fotolia.com

Laut der Deutschen Diabetes-Hilfe erkranken jeden Tag rund 1.000 Menschen in Deutschland neu an Diabetes. Mediziner unterscheiden dabei je nach Ursache zwischen zwei Typen. Sowohl der Typ 1 als auch der Typ 2 äußern sich in einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel aufgrund von Insulinresistenz oder -mangel. Dadurch staut sich Zucker in den Blutgefäßen an. Bleibt eine Diabeteserkrankung unentdeckt, führt dies zur Schädigung der Blutgefäße und anderer Organe. Damit Betroffene trotz Erkrankung ihr Leben genießen können, gilt es...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Risiko Adipositas: Kinder sitzen bis zu 70% ihrer Wachzeit"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden