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Medizin

23. Januar 2018 Risiko für erneuten Myokardinfarkt durch zuvor unbehandelte Läsionen doppelt so hoch wie durch revaskularisierte Läsionen

Am 11. Januar wurde die Publikation einer neuen Analyse von Daten aus dem fortlaufenden SWEDEHEART-Qualitätsregister, das Patienten mit einem Herzinfarkt in allen schwedischen Krankenhäusern einschließt, bekannt gegeben. Die Beobachtungsstudie PRECLUDE untersuchte das Risiko eines erneuten Myokardinfarkts abhängig von der Vorbehandlung mittels perkutaner koronarer Intervention (PCI) bei Patienten mit Myokardinfarkt in der Anamnese (1). Wie die Auswertung zeigt, ist das Risiko eines erneuten Myokardinfarkts durch Verschluss von zuvor unbehandelten Arterien doppelt so hoch wie durch den Verschluss von Arterien, in denen bereits eine PCI durchgeführt worden war (1). Für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK), die mehr als ein großes Blutgefäß umfasst, bedeutet dies: Arterielle Gefäßläsionen, die initial nicht mit Stents behandelt wurden, stellen ein großes Risiko für einen weiteren Herzinfarkt dar. Entsprechend haben die Ergebnisse der PRECLUDE-Studie einen wichtigen Stellenwert im Hinblick auf künftige Entscheidungen zu Art und Dauer der medizinischen Behandlung nach einem ersten Herzinfarkt.
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Fachinformation
Die mittels PCI behandelten arteriellen Läsionen, die für den initialen Myokardinfarkt ursächlich waren, wurden als culprit lesions (CL) bezeichnet. Läsionen, die für einen weiteren Myokardinfarkt verantwortlich waren, initial aber nicht mit Stents versorgt worden waren, bezeichneten die Autoren der Studie als non-culprit lesions (NCL). Das kumulative Risiko, einen NCL-bedingten Myokardinfarkt zu erleiden, war bereits nach einem Jahr größer als das Risiko, an einem CL-bedingten Myokardinfarkt zu erkranken (0,012 (95%-KI:0,011-0,013) vs. 0,009 (95%-KI:0,008-0,010)) (1). Nach einer Beobachtungszeit von acht Jahren war das kumulative Risiko eines NCL-bedingten Myokardinfarkts verglichen mit einem CL-bedingten Myokardinfarkt doppelt so groß (0,06 (95%-KI:0,05-0,09) vs. 0,03 (95%-KI:0,02-0,03)) (1).
 
„Wir wissen, dass es bei einem Großteil der Patienten, bei denen eine erfolgreiche PCI nach einem Myokardinfarkt durchgeführt wurde, zu weiteren Ereignissen kommt. Das Ergebnis der PRECLUDE-Studie ist wichtig, weil es deutlich macht, dass dieses Risiko auch durch bestehende Gefäßverschlüsse, die nicht durch PCI oder Stents behandelt wurden, verstärkt wird. Zudem unterstreicht dieses Resultat, dass das Einsetzen von Stents allein nicht ausreicht und dass eine effektive medikamentöse Sekundärprävention notwendig ist, um dieses bestehende Risiko von erneuten Herzinfarkten zu senken“, so der Autor der Studie Dr. Stefan James, Universitätsklinik Uppsala und Uppsala Clinical Research Center.
 
 
Fast doppelt so viele Fälle von NCL-bedingtem Myokardinfarkt

An der Kohortenstudie PRECLUDE nahmen 108.615 Patienten teil, die bereits einen Myokardinfarkt erlitten hatten und zwischen 2006 und 2014 im Qualitätsregister SWEDEHEART geführt wurden. Von diesen Patienten waren 65.976 (61%) mittels PCI behandelt worden. Bei 67% von ihnen konnte eine CL ermittelt werden. Im weiteren Follow-up (median >3 Jahre) erlitten 3.464 Personen (8%) einen weiteren Myokardinfarkt. Von diesen waren 1.243 Fälle (36%) bedingt durch NCL und 655 Fälle (19%) durch CL verursacht.
 
Mit diesen Ergebnissen leistet die PRECLUDE-Studie einen wichtigen Beitrag, um die langfristige Krankheitsprogression bei KHK sowie die Risiken für Überlebende eines Herzinfarkts besser verstehen zu können.

Quelle: AstraZeneca


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