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Medizin

19. Juni 2019 Risiko der Übertragung von multiresistenten Erregern durch Stuhltransplantation

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat eine Warnung veröffentlicht zum möglichen Risiko von schwerwiegenden bakteriellen Infektionen durch Übertragung von multiresistenten Erregern im Rahmen von sog. Fäkalen Mikrobiota-Transplantationen (FMT, Stuhltransplantation). Die FDA berichtet, dass im Rahmen der klinischen FMT-Anwendungen multiresistente Bakterien übertragen worden sind. Zwei Empfänger von FMT entwickelten invasive bakterielle Infektionen, in deren Folge einer der Empfänger verstarb und ein weiterer Proband schwer erkrankte. Es hat sich gezeigt, dass das bei diesen beiden Empfängern verwendete FMT-Präparat aus Stuhl desselben Spenders hergestellt wurde. Der Spenderstuhl bzw. das aufbereitete FMT-Präparat wurde vor der Verwendung nicht auf multiresistente Erreger getestet.
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Stuhltransplantate (FMT) zum therapeutischen Einsatz in der Humanmedizin sind in Deutschland nach § 2 Abs. 1 AMG Arzneimittel. In der EU gibt es derzeit keine zugelassenen Arzneimittel, die auf FMT basieren.

Dem BfArM ist bekannt, dass in Deutschland in einer sehr großen Zahl von Kliniken Behandlungen mit FMT vor allem zur Therapie der rezidivierenden Clostridioides (früher Clostridium) difficile-Infektion durchgeführt werden. Für diese Anwendung wird das Arzneimittel FMT unter der unmittelbaren fachlichen Verantwortung des behandelnden Arztes hergestellt. Die erlaubnisfreie Herstellung ist in diesen Fällen anzeigepflichtig nach § 67 Abs. 1 und 2 AMG. Die Anzeige muss bei den jeweilig zuständigen Überwachungsbehörden der Länder erfolgen.

Die Anwendung von FMT birgt prinzipiell das potentielle Risiko der Übertragung von Infektionserregern über den Stuhl sowie der Aktivierung unerwünschter immunologischer, metabolischer oder neoplastischer Prozesse im Empfänger. Um das Risiko einer durch FMT übertragenen Erkrankung möglichst gering zu halten, kommt der Spenderauswahl und -testung daher eine besondere Bedeutung zu. Die Spenderauswahl muss in mehreren Stufen erfolgen, welche neben einer ausführlichen Anamnese auch umfängliche und wiederholte Untersuchungen des Spenders (Blut/Stuhl) und der Stuhlspende beinhaltet. Bei den Testungen sind relevante Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze zu berücksichtigen.

Die in den USA aufgetretenen schwerwiegenden Nebenwirkungen machen es zwingend erforderlich, dass ein Ausschluss von Spendern mit einem erhöhten Risiko für die Besiedlung mit multiresistenten Erregern erfolgt und der Spenderstuhl vor Anwendung am Patienten auf multiresistente Erreger untersucht wird.

Um das Risiko einer Erregerübertragung zu minimieren, sind die Sicherheitsanforderungen des BfArM bei Anträgen zur Genehmigung von klinischen Prüfungen mit FMT in Deutschland hoch. Es wird vom BfArM eine umfassende und mehrstufige Spenderauswahl und -testung gefordert, die auch multiresistente Erreger beinhaltet. Bei einer Studie mit immunsupprimierten Probanden wurde bei Genehmigung durch das BfArM eine engmaschige Kontrolle angeordnet, so dass umgehend nach jedem erfolgten fäkalen Mikrobiota-Transfer in einem deutschen Prüfzentrum ein zusammenfassender Sicherheitsbericht erstellt werden muss.

Zu den Tabellen der Untersuchungen, die das BfArM im Rahmen von klinischen Prüfungen erwartet (für Spender und Spenderstuhl sowie Ausschlusskriterien für Spender).

Quelle: BfArM


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