Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

22. Mai 2012 Rolle von Geschlechtshormonen für die Schmerzsensibilität

Für ihre Forschungen zur Rolle weiblicher Geschlechtshormone bei der Entstehung chronischer Schmerzen wurde Dr. Christine Meyer-Frießem vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil mit dem diesjährigen Nachwuchsförderpreis Schmerz der Firma Janssen ausgezeichnet. Die Anästhesistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Palliativ- und Schmerzmedizin belegte den ersten Platz und erhielt einen Geldpreis in Höhe von 5.000 Euro. Mit den Plätzen zwei und drei wurden Dr. Yevgen Mikhlin, Lindenbrunn, und Dr. Harald Rief, Heidelberg, ausgezeichnet.
Anzeige:
Akute Schmerzen dienen dem Körper als Warnfunktion. Werden sie jedoch chronisch, können sie zu einer erheblichen und dauerhaften Belastung für die Betroffenen werden. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Frauen häufiger unter Schmerzen leiden als Männer. Forscher vermuten deshalb, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Schmerzsensibilität gibt. Anscheinend haben die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen hierbei einen wichtigen Einfluss und bewirken je nach Phase des Menstruationszyklus unterschiedlich ausgeprägte Schmerzmuster. Dr. Christine Meyer-Frießem untersucht, ob Frauen auf einen speziellen Schmerzreiz in verschiedenen Zyklusphasen unterschiedlich reagieren. Darüber hinaus interessiert sie sich für bestimmte Horrmonkonstellationen, die diese Unterschiede eher begünstigen: „Möglicherweise gibt es also Hormonkonstellationen, die vor der Entstehung von chronischen Schmerzen schützen“, erläutert Dr. Meyer-Frießem. Diese Erkenntnis könnte zukünftig einen neuen Ansatz für therapeutische Konzepte in der Schmerzmedizin bedeuten.

Schmerzempfinden in unterschiedlichen Zyklusphasen untersuchen

Im Rahmen eines innovativen humanen Schmerzmodells testet sie Probandinnen in unterschiedlichen Zyklusphasen auf ihre Schmerzsensibilität. Dabei wird durch elektrische Langzeitpotenzierung ein Schmerzgedächtnis simuliert und unter standardisierten Bedingungen die Stärke der Schmerzempfindung in verschiedenen Testungen untersucht. Ihre Studie wird bereits seit März 2012 von der „Nachwuchsförderung Bergmannsheil“ unterstützt und erfolgt in enger Kooperation mit dem Schmerzlabor der Klinik und Poliklinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM). Die Auszeichnung des Projekts mit dem Nachwuchsförderpreis Schmerz fand statt im Rahmen des diesjährigen Zukunftsforums Schmerz in Hamburg.

Quelle: Klinikum der Ruhr-Universität Bochum - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) vergibt Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) vergibt Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018
© psdesign1 / fotolia.com

In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich etwa 15 000 Patienten an Infektionen. Damit diese weitestgehend vermieden und Patienten schnellstmöglich behandelt werden können, ist ein gutes Infektions-management notwendig. Das Kompetenzzentrum „Mikrobiologie und Hygiene" der St. Franziskus-Stiftung Münster verfolgt dazu seit 2014 ein umfassendes interdisziplinäres Gesamtkonzept für mehr Patientensicherheit. Der Fokus liegt dabei auf der Infektionsvermeidung, dem Infektionsmanagement und sowie dem Schutz vor Keimübertragung. Das...

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung
© fredredhat / Fotolia.com

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Rolle von Geschlechtshormonen für die Schmerzsensibilität"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.