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Medizin

15. Januar 2016 Rückenschmerz: Leitlinien decken Versorgungsaspekte ab

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 14. Januar 2016 die Ergebnisse einer Recherche evidenzbasierter Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit chronischem Rückenschmerz vorgelegt. Ziel des Berichts ist es, aus aktuellen, methodisch hochwertigen Leitlinien diejenigen Empfehlungen zu identifizieren, die für ein mögliches neues Disease-Management-Programm (DMP) Chronischer Rückenschmerz von Bedeutung sein könnten. Demnach decken die Empfehlungen alle wichtigen Versorgungsaspekte ab und sind inhaltlich weitgehend konsistent.

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Insgesamt sechs Leitlinien einbezogen

Die insgesamt sechs Leitlinien, die das IQWiG einbeziehen und auswerten konnte, decken alle wichtigen Aspekte von Diagnostik, Therapie und Rückfallprophylaxe ab.

Bei der Diagnostik kommt es beim Rückenschmerz vor allem darauf an, diejenigen Risikofaktoren zu identifizieren, die zu einer Chronifizierung führen können. Thematisiert werden hier die standardisierte Symptomerfassung, das Erfassen psychosozialer Risikofaktoren sowie Bildgebung, Blutuntersuchung und diagnostische Nervenblockaden.

Empfehlungen sind weitgehend konsistent


Neben der medikamentösen und der invasiven Therapie (z. B. Gelenksinjektionen) werden auch eine Vielzahl von nichtmedikamentösen Maßnahmen aufgeführt. Dazu gehört neben Massagen, manueller Therapie, Bewegung und Physiotherapie sowie Yoga auch die Verhaltenstherapie. Auffällig ist, dass die Leitlinienautoren häufig von bestimmten Verfahren abraten. Das betrifft z. B. Massagen, Bettruhe, die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) oder den therapeutischen Ultraschall.

Inhaltlich sind die Empfehlungen weitgehend deckungsgleich. Inkonsistenzen gibt es lediglich bei der medikamentösen Therapie mit Paracetamol und Phytotherapeutika, der Akupunktur sowie der Diskografie, einem röntgengestützten Diagnoseverfahren zur Darstellung der Bandscheibe.

Spezifische Empfehlungen für bestimmte Untergruppen von Patienten


Schließlich enthalten die Leitlinien auch spezifische Empfehlungen für eine Reihe von Untergruppen von Patienten, wie etwa Patienten mit Radikulopathie, bandscheibenbedingten Kreuzschmerzen, Spinalkanalstenose, Postnukleotomiesyndrom, lumbalen Facettengelenkschmerzen oder sakroiliakalen Gelenkschmerzen.

Nicht alle Empfehlungen ausreichend mit Evidenz hinterlegt

Die Standards für Leitlinien sehen vor, dass nachvollziehbar sein soll, auf welcher Evidenz, also welcher Datengrundlage, die Empfehlungen beruhen. Das ist bei den ausgewerteten Leitlinien zum chronischen Rückenschmerz jedoch nicht immer der Fall. Das gilt insbesondere für viele nichtmedikamentöse Verfahren und die Empfehlungen zur Rehabilitation.

Die vorläufigen Ergebnisse, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiGim Juli 2015 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach dem Ende des Stellungnahmeverfahrens wurde der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht im November 2015 an den Auftraggeber versandt. Die eingereichten schriftlichen Stellungnahmen werden in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert. Der Bericht wurde gemeinsam mit externen Sachverständigen erstellt.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


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