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Medizin

23. März 2020
Seite 1/4
SARS-CoV-2: Empfehlung zur Behandlung respiratorischer Komplikationen außerhalb der Intensivstation

Die folgende Empfehlung soll helfen bei der Coronakrise eine große Zahl von Patienten mit hoher Qualität auch außerhalb der Intensivstation zu versorgen. Im Verband pneumologischer Kliniken sind nahezu alle Lungenabteilung bzw. Lungenkliniken in Deutschland vertreten. Nach den bisherigen Erfahrungen in unseren Kliniken könnte die allermeisten Patienten mit SARS-CoV-2 Infektionen auch mit schweren Komplikationen außerhalb der Intensivstation versorgt werden. Das entlastet nicht nur die aktuelle Situation, sondern dürfte auch in den nächsten Wochen bis Monaten ausreichend sein, wenn mit vermehrten Patienten zu rechnen ist.
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Aufgrund der aktuellen SARS-CoV-2 Pandemie wird in Deutschland ein Engpass an Beatmungsplätzen auf den Intensivstationen (IS) befürchtet. Infolge der Entwicklung in der Intensivmedizin in den letzten 2 Jahrzehnten und insbesondere in der nicht-invasiven Beatmung (NIV), können viele Patienten primär außerhalb der etablierten IS versorgt werden. Die Etablierung von neuen, abgesondert betriebenen Versorgungsstrukturen ist eine berechtigte und wichtige Forderung, um so lange wie möglich infizierte von nicht-infizierten Patienten zu trennen. Das ist erforderlich, um auch die adäquate Versorgung von nicht-CoV-2-erkrankten Notfallpatienten sicher zu stellen und eine frühe Infektionsausbreitung im gesamten Krankenhaus mit Gefährdung von Personal und Patienten zu verhindern.

Teil der Pneumonie-Patienten bedarf keiner Beatmung

Nach bisherigen Erfahrungen bedarf ein Teil der im Krankenhaus mit typischen Symptomen der Infektion aufgenommenen Patienten auch bei nachgewiesener Pneumonie keine Beatmung. Andere können und sollen, so lange es die Stabilität der Patienten unter gemonitorter Entwicklung erlaubt, mittels einer NIV behandelt werden. Ein Monitoring ist für beide Patientengruppen erforderlich. Eine Verschlechterung der Respiration unter adäquater NIV ist ein prognostisch schlechtes Zeichen. Dies muss bei der Entscheidung über eine invasive Beatmung auch berücksichtigt werden. In jedem Fall muss der rasche Wechsel von Beobachtung, nicht-invasiver Beatmung zu invasiver Beatmung und Inanspruchnahme weiterer intensivmedizinischer Behandlungsverfahren gesichert sein.

Gefahr einer zu frühen Intubation

Auf der anderen Seite gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Viruspneumonie durch CoV-2 unter invasiver Beatmung einen besseren Verlauf nimmt. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass in der aktuellen Phase und insbesondere unter Berücksichtigung etablierter Regeln der Notfall- und Intensivmedizin zu viele Patienten zu früh intubierten werden. Spontanatmung mit und ohne Beatmungsunterstützung sollte so lange wie möglich und unter Berücksichtigung bekannter Kriterien der Krankenversorgung erhalten werden. Der Stellenwert der nicht-invasiven Beatmungstherapie sollte auch bei der Anschaffung und Verteilung von Beatmungsgeräten durch die Regierung im jetzigen Krisenfall Berücksichtigung finden.

Versorgung gewährleistet

Vieles dazu wurde bereits 2005 veröffentlicht (1). Damals wurde empfohlen, einen Pandemievorrat mit Antibiotika, Beatmungsgeräten, Schutzmasken usw. anzulegen. Leider haben das in Deutschland damals nicht viele Krankenhäuser umgesetzt, sodass jetzt Engpässe entstehen konnten. Auf der anderen Seite hat sich die NIV inzwischen breit in den Krankenhäusern (vor allem in den Lungenkliniken) etabliert, so dass hier mehr Beatmungsgeräte als früher zur Verfügung stehen, was die Versorgung außerhalb der IS vereinfacht.
 
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  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
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