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Medizin
03. Juni 2020

SARS-CoV-2: Senkung des Ansteckungsrisikos durch digitale Lösungen für Pneumologie-Patienten

In Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie kann der regelmäßige Gang zum Pneumologen für Risikogruppen wie Asthma- oder COPD-Patienten zur Herausforderung werden. Trotzdem muss dieses Patientenkollektiv kontinuierlich versorgt und monitoriert werden. Der Softwareentwickler Qurasoft bietet in Kooperation mit AstraZeneca hierfür eine pragmatische Lösung an: die SaniQ-Software. In einem Pilotprojekt wird diese ausgewählten Praxen kostenfrei zur Verfügung gestellt, während Patienten zu Hause auf einen bluetoothfähigen Taschenspirometer und die App SaniQ Asthma zugreifen können. Die ermittelten Daten werden dem behandelnden Arzt in Echtzeit auf gesichertem Weg digital übertragen. So wird das Ansteckungspotenzial in der Praxis minimiert und gleichzeitig eine lückenlose Patientenbetreuung gewährleistet.
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Spirometrie zu Hause – Auswertung in der Praxis

Das Projekt ist zunächst bis Ende 2020 geplant und folgt einem strukturierten Ablauf. Im ersten Schritt werden pneumologische Facharztpraxen mit dem notwendigen Equipment (Spirometer, Praxissoftware und App-Zugänge) ausgestattet und entsprechend geschult. Das aktuelle Positionspapier (1) der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP), kann den Praxen bei der Auswahl der Patienten wichtige Hinweise liefern. Die ausgewählten Patienten werden ebenfalls sorgfältig auf die App und das Spirometer geschult. Das kann sowohl kontaktlos via Videosprechstunde als auch zu einer wenig frequentierten Zeit in den Praxisräumen mit dem nötigen Abstand erfolgen. Sobald die Einweisung abgeschlossen ist, kann der Patient selbstständig mit der Lungenfunktionsmessung starten. Es wird empfohlen, diese zunächst zweimal täglich und später in enger Abstimmung mit der Praxis durchzuführen. Alle Werte werden via Bluetooth-Schnittstelle in die App übertragen und dort sicher verwaltet, sodass der behandelnde Arzt nach Bedarf Einsicht nehmen kann. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Patienten Fragebögen individuell zuzuteilen, um die Konstitution in regelmäßigen Abständen abzufragen. Sollte es zu Unregelmäßigkeiten kommen, können Arzt und Patient einen individuellen Gesprächstermin vereinbaren – digital, telefonisch oder in der Praxis.

Innovative Lösungen nachhaltig nutzen

„Der gegenwärtige Spagat zwischen guter Patientenversorgung einerseits und dem Schutz einer Risikogruppe andererseits ist äußerst schwierig“, erläutert Dr. Olaf Schmidt, niedergelassener Pneumologe aus Koblenz. „Dennoch müssen wir Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen routinemäßig sehen, natürlich auch zur Spirometrie. Das produziert volle Praxen und steigert das Infektionsrisiko – eine Zwickmühle“, fasst der Experte zusammen. „Ich begrüße die innovative Lösung von Qurasoft sehr, denn sie stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung dar und wird beiden Parteien – den Ärzten und den Patienten – gerecht. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt werden wir sicherlich auf andere Bereiche übertragen können.“

Evaluation durch Ärzte und Patienten

Nach Abschluss der Testphase erhalten alle teilnehmenden Praxen einen Evaluationsbogen, der von der PVF e.V. ausgewertet wird. Patienten können ihre Erfahrungen ebenfalls teilen: Über die SaniQ-Software kann der Evaluationsbogen abgerufen und vom teilnehmenden Arzt bzw. Zentrum anonymisiert übermittelt werden. Der Abschlussbericht wird bis Ende des Jahres erwartet.

Anmeldung unter http://teilnahme@saniq.org

Quelle: AstraZeneca / Qurasoft

Literatur:

(1) Bauer T et al.: Stellungnahme der DGP zur Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie. Online verfügbar unter: https://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/COVID-19/20200428_DGP_BdP_Risikoabschaetzung_chron._LK_SARS-CoV-2.pdf (letzter Zugriff: 26.05.2020).
 


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