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Medizin

07. Mai 2019 SGLT2-Hemmung bei Typ-2-Diabetikern: Empagliflozin schützt auch Herz und Nieren

Empagliflozin ist zur Verbesserung der Glukosekontrolle bei erwachsenen Patienten mit Typ-2 Diabetes zugelassen. Dass der SGLT2-Hemmer darüber hinaus auch kardio- und nephroprotektive Effekte aufweist, zeigte die Studie EMPA-REG OUTCOME.
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Fachinformation
Reduktion des relativen Risikos für kardiovaskulären Tod

Der Inhibitor des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 (SGLT-2) Empagliflozin (Jardiance®) senkte in den Zulassungsstudien den HbA1c, das Körpergewicht und den Blutdruck im Vergleich zu Placebo. Dass das Antidiabetikum zusätzlich auch über kardioprotektive Eigenschaften verfügt, konnte in der Studie EMPA-REG OUTCOME gezeigt werden (1): Der SGLT2-Hemmer reduzierte das relative Risiko für kardiovaskulären Tod gegenüber Placebo um 38% (3,7% versus 5,9%) und die Gesamtmortalität um 32% (5,7% versus 8,3%). Die Raten an MACE (major adverse cardiac events), beziehungsweise an Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz, konnten um 14% beziehungsweise 35% vermindert werden. Alle Ergebnisse waren statistisch signifikant.

Nephroprotektive Eigenschaften

Eine weitere Analyse der EMPA-REG OUTCOME-Studie zeigte statistisch signifikante Effekte auch hinsichtlich nephroprotektiver Eigenschaften (2): So konnte das Risiko für ein Neuauftreten oder die Verschlechterung einer Nephropathie von 18,8% (unter Placebo) auf 12,7% (unter Empagliflozin) gesenkt werden (relative Risikoreduktion: 39%). Das Risiko für das Neuauftreten einer Makroalbuminurie verringerte sich um relativ 38% (11,2% versus 16,2%), für die Verdopplung des Serumkreatinins um relativ 44% (1,5% versus 2,6%) und für die Einleitung einer Nierenersatztherapie um 55% (0,28% versus 0,60%).

Wanner et al. analysierten auch den Verlauf der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von Beginn bis Ende der Studie. Dabei zeigte sich, dass die eGFR in den ersten 4 Wochen zunächst um etwa 5% abfiel, um sich im weiteren Verlauf dann zu stabilisieren. Nach 66-70 Wochen kreuzten sich die Kurven für die Behandlungsarme: In der Placebo-Gruppe fiel die eGFR kontinuierlich weiter ab, in der Empagliflozin-Gruppe blieb sie bis Woche 192 konstant. „Was schon zerstört ist, können wir nicht wiederherstellen, aber Konstanthalten ist ein wichtiger Punkt“, kommentierte Prof. Dr. Roland Schmieder, Erlangen, die Daten zur Nephroprotektion durch den SGLT2-Inhibitor.

In den Studien EMPEROR-Reduced und EMPEROR-Preserved wird jetzt die Sicherheit und Effektivität von Empagliflozin versus Placebo zusätzlich zu einer leitliniengerechten Medikation bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter oder erhaltener Ejektionsfraktion evaluiert.

Quelle: Symposium „Reduktion der kardiovaskulären Mortalität bei Typ-2-Diabetes: Evidenz und Praxis“, 85. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Mannheim, 25. April 2019; Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Lilly Deutschland

Literatur:

(1) Zinman B et al., N Engl J Med 2015; 373: 2117-2128.
(2) Wanner C et al., N Engl J Med 2016; 375: 323-334.


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