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Medizin

28. Juni 2017
Seite 3/3

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Fachinformation

Für Diabetespatienten kann das bedeuten, dass sie trotz Insulinspritzen einen erhöhten Blutzuckerspiegel und damit ein höheres Risiko für Herzkrankheiten, Nierenfunktionsstörungen und andere Folgeerkrankungen haben. "Diabetiker brauchen nach einer Nacht ohne ausreichenden Schlaf, eine Extradosis Insulin nach den Mahlzeiten", so Prof. Romijn. "Regelmäßig zu wenig zu schlafen, ist für niemanden ratsam, aber für diese Patientengruppe gilt das in besonderem Maße."

Auch Schlaf zur falschen Zeit ist schädlich

Weitere Studien konnten zeigen, dass chronischer Schlafmangel auch das Immunsystem schwächt und empfänglicher für Infektionen und Virenerkrankungen macht. Möglicherweise sind die Langzeitfolgen aber auch noch deutlich gravierender: "Es gibt kleine Studien, die zeigen, dass es ein geringfügig erhöhtes Krebsrisiko für Schichtarbeiter gibt, aber für verlässliche Beweise werden wir in der Zukunft noch mehr Daten brauchen", so Prof. Maquet.

Wie Prof. Maquets eigene Forschung zeigt, birgt nicht nur der Schlafmangel an sich gesundheitliche Risiken, sondern auch die dauerhafte Störung des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. In einer Versuchsanordnung mussten junge und völlig gesunde Probanden 42 Stunden lang wach bleiben und sich dabei verschiedenen kognitiven Aufgaben stellen. Dabei wurden ihre Gehirnaktivitäten mit einer funktionellen Magnetresonanztomographie aufgezeichnet. Am Ende stand die völlig unerwartete Erkenntnis: Es gibt nicht nur eine innere Uhr sondern gleich mehrere. "Zu unserer Überraschung hat sich gezeigt, dass es zwischen verschiedenen Regionen der Großhirnrinde Unterschiede im zirkadianen Rhythmus gibt", fasst Prof. Maquet zusammen. "Jede dieser inneren Uhren scheint auf den Schlafmangel an sich zu reagieren. Das bedeutet, dass die Informationsverarbeitung nur dann optimal funktioniert, wenn wir zur richtigen Zeit schlafen."

Neurologen sollten der Schlafqualität mehr Aufmerksamkeit schenken

Im Lichte dieser Erkenntnisse, appellierte der Experte an seine Kollegen, der Schlafqualität ihrer Patienten deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken: "Die Auswirkungen von Schlafmangel und Störungen des Tagesrhythmus werden von den meisten noch unterschätzt. Wir müssen verstärkt anerkennen, dass der Schlaf entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit und den Verlauf vieler neurologischer Erkrankungen hat", so Prof. Maquet. "Schon einfache Fragen wie: Schlafen sie gut?, Schnarchen Sie? oder Leiden sie unter Tagesmüdigkeit oder Schlaflosigkeit? können extrem hilfreich für unsere Patienten und den Verlauf ihrer Therapie sein."

Quelle: pressetext (pts)

Literatur:

Muto V, Jaspar M, Meyer C  et al.
Local modulation of human brain responses by circadian rhythmicity and sleep debt. Science 2016, 353-6300;
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27516598

Desseilles M, Dang-Vu T, Schabus M et al.
Neuroimaging in Normal and Abnormal Sleep. In: Sleep Disorder Medicine, 2017.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2442420/

van den Berg R, O Mook-Kanamori D, Donga E et al.
A single night of sleep curtailment increases plasma acylcarnitines: Novel insights in the relationship between sleep and insulin resistance. Archives of Biochemistry and Biophysics, Volume 589, 1 January 2016, Pages 145-151.
http://europepmc.org/abstract/med/26393786

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