Dienstag, 7. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

28. April 2016 Schlaganfall-Prophylaxe: Neuer DOAK bei Risikopatienten gut einsetzbar

In der Schlaganfall-Prophylaxe bei nicht-valvulären Vorhofflimmern (nvVHF) haben die direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) längst ihren festen Platz erobert. Seit 2015 steht mit Edoxaban ein weiteres Präparat dieser Substanzklasse zur Verfügung. Auf einem Symposium, unterstützt von Daiichi Sankyo, auf der Jahrestagung der DGK in Mannheim, arbeiteten die Referenten den Zusatznutzen des neuen DOAK heraus. Dieser liegt, wie Prof. Dr. med. Andreas Götte, Paderborn, betonte, vor allem in der - in beiden Dosierungen - einfachen und risikoarmen Anwendbarkeit von Edoxaban.

Anzeige:

Insgesamt haben sich die DOAK nicht zuletzt deswegen fest etabliert in der Schlaganfall-Prophylaxe, stellt Götte mit Blick auf gepoolte Analysen mehrerer DOAK-Studien fest, weil sie hinsichtlich der Vermeidung von ischämischen Insulten zumindest gleich effektiv sind wie Warfarin,  allerdings bei hämorrhagischen Insulten sowie intrakraniellen Blutungen "hochsignifikante Vorteile gegenüber den Vitamin-K-Antagonisten belegen konnten (1)."

Auch in der niedrigen Dosis effektiv und sicher

Edoxaban (Lixiana®) steht in den beiden Dosierung 60 mg/d sowie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15-50 ml/min) oder einem Körpergewicht von maximal 60 kg in der reduzierten Dosis von 30 mg/d zur Verfügung, die jeweils nur einmal am Tag eingenommen werden muss. Götte wies darauf hin, dass in einer Subgruppenanalyse der Zulassungsstudie ENGAGE AF, in der Edoxaban standardgemäß mit Warfarin verglichen wurde, gerade auch der Fall einer halbierten Dosis des neuen DOAKs beleuchtet wurde. Warfarin konnte weiterhin flexibel gehandhabt werden, mit dem Ziel einer INR zwischen 2 und 3, was unter Studienbedingungen zumeist erreicht wird.

"Aber wir sehen", so Götte, "dass diese Risiko-Patienten - sie litten meist an einer eingeschränkten Nierenfunktion - unter beiden  Therapieregimen ein deutlich gestiegenes Schlaganfallrisiko haben." Denn dies steigt in jedem Fall mit der Zunahme von Risikofaktoren. "Dennoch hatte Edoxaban bei diesen Patienten in der halbierten Dosierung hinsichtlich Schlaganfälle einen relativen Vorteil von 19%." Ebenso konnten schwere Blutungen unter Edoxaban um 37% weniger verzeichnet werden als unter Warfarin (2).

Prof. Dr. med. Hendrik Bonnemeier, Kiel, wies in diesem Zusammenhang auf eine weitere Subgruppenanalyse der ENGAGE AF-Studie hin (3). Dabei wurden die Patienten altersgemäß in die Kohorten jünger 65 Jahre, 65-74 Jahre und über 74 Jahre stratifiziert. Erwartungsgemäß stieg im Warfarin-Arm die Ereignisrate, sowohl hinsichtlich Schlaganfall, als auch bei schweren sowie intrakraniellen Blutungen mit der Altersklasse signifikant an (p<0,001). Bei den Edoxabangruppen jedoch war unabhängig von der Altersstratifizierung "eine jeweils recht konsistente Ereignisrate zu beobachten." Und zwar sowohl bei der Hochdosis, als auch bei der niedrigeren Dosierung. Aufgrund dieser Konstellation wird der „klinische Nettonutzen von Edoxaban gegenüber Warfarin - in beiden Dosierungen - umso größer, je älter, und damit risikobehafteter die Patienten sind (4)".

Edoxaban ist in der EU seit Juni 2015 für die Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen embolischen Ereignissen bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulären Vorhofflimmern und mindestens einem Risikofaktor zugelassen.

Reimund Freye

Satellitensymposium: Schlaganfall-prophylaxe und NOAKs: Fokus Sicherheit, im Rahmen der 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Mannheim, 1. April 2016; Veranstalter: Daiichi Sankyo


Literaturhinweise:
(1) Ruff CT et al., Lancet 2014;383:955-62

(2) Ruff CT et al., Lancet 2015;385:2288-85

(3) Giugliano et al., N Engl J Med 2013;363:2093-104

(4) mod. nach Kato ET, AHA-Präsentation, Nov. 2014, Chicago



 

Quelle: Satellitensymposium: Schlaganfall-prophylaxe und NOAKs: Fokus Sicherheit, im Rahmen der 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Mannheim, 1. April 2016, Veranstalter: Daiichi Sankyo


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Bisher kaum bekannt: Myrrhe spielte eine wichtige Doppelrolle bei Geburt und Tod Jesus Christus

Bisher kaum bekannt: Myrrhe spielte eine wichtige Doppelrolle bei Geburt und Tod Jesus Christus
© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Jetzt in der (Vor-)Weihnachtszeit erhält eine Arzneipflanze wieder besondere Aufmerksamkeit, die nicht nur seit Jahrtausenden bei Gesundheitsbeschwerden eingesetzt wird: Die „mystische Myrrhe“ spielte auch in der religiösen Praxis sehr früh eine wichtige Rolle. Was jeder kennt: Die „Heiligen Drei Könige“ und deren Gaben Myrrhe, Weihrauch und Gold sind der – für Christen entscheidende – allgemein bekannte neutestamentliche Bezug. Aber es gibt noch mehr „Geheimnisse“ rund um die Myrrhe. „Im religiösen Kontext...

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch
© Sandra Thiele / fotolia.com

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane: Es wird geschätzt, dass zwischen 20 und 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jörg B. Engel und Dr. med. Eva Velten bietet das Myomzentrum am Krankenhaus Nordwest Betroffenen kompetente Beratung, modernste Diagnostik und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten. Patientinnen, bei denen ein Myom der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ist, erhalten Unterstützung und Hilfestellungen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Schlaganfall-Prophylaxe: Neuer DOAK bei Risikopatienten gut einsetzbar"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads – Iphone-Nutzer bewerten die App mit 4,7 Sternen, Android-Nutzer nur mit 3,6 (06.07.2020, dpa).
  • Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads – Iphone-Nutzer bewerten die App mit 4,7 Sternen, Android-Nutzer nur mit 3,6 (06.07.2020, dpa).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden