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Medizin

16. November 2018 Schmerztherapie mit Opioiden: Real-World-Daten bestätigen Vorteile von Hydromorphon

Bei der Auswahl eines geeigneten opioidhaltigen Analgetikums zur Behandlung starker Schmerzen sollten behandelnde Ärzte Begleiterkrankungen des Patienten, Kontraindikationen, das Nebenwirkungsprofil des Opioids sowie die Patientenpräferenzen berücksichtigen. Diese allgemein anerkannten Leitlinienempfehlungen gelten insbesondere bei multimorbiden Patienten. Aufgrund seiner guten Wirksamkeit und Verträglichkeit ist Hydromorphon in vielen Fällen das Opioid der Wahl. Zu Recht, wie aktuelle Real-World-Daten des PraxisRegisters Schmerz der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) belegen, die PD Dr. Michael Überall, Nürnberg, anlässlich eines Symposiums von Aristo Pharma beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim präsentierte.
Im Jahr 2014 ins Leben gerufen, kann das PraxisRegister Schmerz mit inzwischen 207.111 dokumentierten Behandlungsfällen dazu beitragen, mögliche Unterschiede in der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit verschiedener Therapien unter Praxisbedingungen aufzuspüren. Ziel ist die Verbesserung der individuellen Versorgung der Patienten. Die Analyse von 24.379 Behandlungen mit den Opioiden der Stufe III, Hydromorphon, Morphin und Oxycodon, zeigt: Bei 51,5% wurden Probleme mit der Opioidverordnung dokumentiert, in deren Folge es zu Therapieabbrüchen kam. Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen den betrachteten Opioiden (1). 

Verordnung problematisch 

Die Analyse legt Daten von 7.570 Patienten zugrunde, die erstmals mit einer voraussichtlichen Behandlungsdauer von 12 Wochen auf ein WHO-3-Opioid eingestellt wurden. Hinsichtlich Alter, Geschlecht, Diagnose, Begleiterkrankungen und anderen behandlungsunabhängigen Parametern waren die angepassten Gruppen (matched pairs, absolut vergleichbar nach Wirkstärke, Komorbidität etc.) für die oralen Opioide Morphin, Oxycodon und Hydromorphon mit je 185 Patienten vergleichbar. Primärer Endpunkt war eine mindestens 50%ige Linderung der Schmerzintensität und Verbesserung der Funktionalität und Lebensqualität (1).

Goldstandard Morphin? 

Insgesamt war die Opioidverordnung aufgrund von wirkstoffkritischen Risikofaktoren bei 54,2% der Patienten potenziell problematisch. Dabei lag der Anteil relevanter Kontraindikationen für Morphin deutlich höher (75,7%; p<0,001) als für Oxycodon (48,7%; p<0,001) und Hydromorphon 34,6%; p<0,001) (siehe Abbildung 1).
 
Abb. 1: Aristo Pharma 2018. Bild (mod. nach (1)).
Abb. 1: Aristo Pharma 2018. Bild (mod. nach (1).


Dementsprechend traten Therapieabbrüche bei Hydromorphon mit 20% (p<0,001) am wenigsten auf (Oxycodon: 41,1%, Morphin: 48,7%). Auch hinsichtlich Verbesserung der Schmerzintensität, schmerzbedingten Beeinträchtigungen im Alltag und Lebensqualität zeigten sich Vorteile der Hydromorphontherapie. „In Bezug auf die Wirksamkeit sind die 3 betrachteten Opioide vergleichbar. Hydromorphon ist nur besser verträglich, so erklären sich die geringere Abbruchrate und die Vorteile bei den Endpunkten“, so das Fazit von Überall. Betrachtet man die Subgruppe der Hydromorphon-Patienten, erwies sich das 24-Stunden-Präparat Hydromorphon Aristo® long in der kombinierten 50%-Response der 3 Parameter herkömmlichen Retardpräparaten als signifikant überlegen.

Spezialfall Multimorbidität

In Hinblick auf die Gefahr einer Polypharmazie mit ihren unüberschaubaren Arzneimittelinteraktionen stellen vor allem multimorbide Patienten Ärzte vor große Herausforderungen. Dies gilt insbesondere für die Schmerztherapie dieser Patientengruppe mit geeigneten Opioiden, wie Dr. Johannes Horlemann, Kevelaer, betonte. Bei der Wahl des Präparats sind analgetische Wirkung, Metabolisierung, das Interaktionspotential und die Wirkdauer wichtig. Aufgrund pharmakologischer Vorteile in der Verträglichkeit ist Hydromorphon Präferenzsubstanz der Tumorschmerztherapie der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS). Vor allem bei Patienten mit Multimedikation ist der Wirkstoff anderen Opioiden überlegen, da kaum klinisch relevante Interaktionen stattfinden (2).

Hydromorphon-Präparate unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wirkstofffreisetzung in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme. Bei den 24-Stunden-Präparaten ermöglicht Hydromorphon Aristo® long dank seiner innovativen Galenik eine kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffs über 24 Stunden und somit eine gleichmäßige Analgesie.

Quelle: Aristo

Literatur:

(1) Überall MA et al. Wirksamkeit und Verträglichkeit oral-retardierter Opioidagonisten in Abhängigkeit von der Komorbidität chronischer Schmerzpatienten. Ergebnisse einer retrospektiven Evaluation anonymisierter Behandlungsdaten des PraxisRegister Schmerz durch die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin. Schmerzmedizin 2018; 34 (5): 64-73.
(2) PraxisLeitlinie Tumorschmerz V2.0 (2014). Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) e.V. Verfügbar im Internet: http://dgs-praxisleitlinien.de/application/files/9814/6399/5856/PLL_tumor_fk_Normalansicht.pdf (Abgerufen am 23.10.2018).


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