Sonntag, 29. März 2020
Navigation öffnen

Medizin

24. Mai 2018 Schulungsprogramm für Menschen mit Insulinpumpentherapie

Mit INPUT steht ab Sommer 2018 das weltweit erste evaluierte Schulungs- und Behandlungsprogramm für Menschen mit Insulinpumpentherapie zur Verfügung. Bei einem Symposium der BERLIN-CHEMIE AG im Rahmen des Diabetes Kongresses 2018 wurden jetzt die Ergebnisse der Evaluation vorgestellt: Neben einer signifikanten Verbesserung des HbA1c zeigten sich u.a. auch signifikant positive Effekte auf die Reduktion schwerer Unterzuckerungen und auf die Behandlungskompetenz der Patienten. Ziel von INPUT ist es, Patienten im Umgang mit ihrer Insulinpumpe zu unterstützen und somit ihren Alltag mit der Therapie erleichtern. Das moderne und praxisnahe Schulungsprogramm wurde vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) mit Unterstützung der BERLIN-CHEMIE AG entwickelt.
Anzeige:
Eine Insulinpumpe bietet Menschen mit Diabetes zahlreiche Funktionen, welche die Therapie erleichtern können. Aber gerade in Alltagssituationen stellt eine Insulinpumpentherapie oft eine Herausforderung dar. Mit dem neuen produktunabhängigen Schulungsprogramm INPUT erhalten Menschen mit Insulinpumpe Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie in ihrem Umgang mit der Insulinpumpe im Alltag unterstützen. Wie verhalte ich mich bei kurz- oder längerfristigem Ablegen der Pumpe? Wie kann ich neue technische Möglichkeiten wie den Boluskalkulator oder die kontinuierliche Glukosemessung für meine Therapie nutzen? Wie wirkt sich Sport auf meinen Insulinbedarf aus? – Diese und weitere Fragen, auch zu sozialen Themen wie Familie, Partnerschaft oder Beruf, werden in den 12 Kurseinheiten des interaktiven Programms beantwortet.

Diabetesteams maßgeblich an Entwicklung beteiligt

Das neue Schulungsprogramm wurde in zahlreichen gemeinsamen Workshops mit Diabetologen und Diabetesberaterinnen aus ganz Deutschland entwickelt. Eigene Erfahrungen der beteiligten Diabetesteams flossen ebenso in die Entwicklung von INPUT wie das direkte Feedback ihrer Patienten. „Die vielen Rückmeldungen haben uns dabei geholfen, auf die Bedürfnisse der Patienten noch besser eingehen zu können“, betonte Dr. Dominic Ehrmann, Bad Mergentheim. „Die Patienten sollten die Dinge, die sie im Alltag beschäftigen, auch in INPUT wiederfinden.“

INPUT basiert auf dem Empowerment-Ansatz: Patienten werden aktiv mit in die Schulung einbezogen und sollen so lernen, selbstbestimmt mit ihrer Insulinpumpe und ihrem Diabetes umzugehen. „Ziel ist es, auch Lösungsstrategien in dem Schulungsprogramm zu entwickeln, die es Patienten ermöglichen im Alltag auftretende Probleme selbstständig lösen zu können“, erläuterte Professor Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim.

HbA1C gesenkt, Behandlungskompetenz erhöht

In der randomisierten Evaluationsstudie waren 268 Diabetespatienten mit Insulinpumpentherapie aus insgesamt 26 Studienzentren eingeschlossen. „Die Ergebnisse sind sehr erfreulich“, berichtete Ehrmann. „Durch die Schulung wurde der HbA1C im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant gesenkt.“ Darüber hinaus konnte der Anteil der Patienten mit sehr schweren Hypoglykämien durch INPUT signifikant reduziert werden. Das Programm erhöhte bei den Teilnehmern das psychosoziale Wohlbefinden und zeigte zudem signifikant positive Effekte auf deren Behandlungskompetenz (1). FIDAM bietet bundesweit regionale Train-the-trainer-Seminare an. Für diese Kurse wird bei den Ärztekammern jeweils eine Zertifizierung beantragt. Auch Mitglieder des Verbands für Diabetesberatungs- und Schulungsberufe e.V. (VDBD) erhalten Fortbildungspunkte. Die Teilnehmer erlangen ein Zertifikat, das sie zur Abrechnung von INPUT berechtigt, sobald es in die KV-Verträge aufgenommen wird. Die Inhalte der Schulung entsprechen den aktuellen Leitlinien zur Insulinpumpentherapie sowie den Leitlinien zur Diabetesschulung. Das Schulungsprogramm ist kompatibel mit der Risikostrukturausgleichsverordnung (RSAV), welche die rechtliche Grundlage der Disease-Management-Programme (DMP) bildet.

Alle Materialien des Schulungs- und Behandlungsprogramm INPUT können über den Kirchheim-Verlag bestellt werden.

Quelle: BERLIN-CHEMIE AG

Literatur:

(1) Evaluationsergebnisse INPUT, Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad


Das könnte Sie auch interessieren

Über 6 Millionen an Osteoporose erkrankt

Über 6 Millionen an Osteoporose erkrankt
© decade3d / Fotolia.com

6,3 Millionen Menschen leiden heute in Deutschland an Osteoporose.(1) Jede vierte Frau über 50 Jahren ist betroffen, jeder 17. Mann.1 Jedes Jahr erkranken rund 885.000 Menschen neu an der Volkskrankheit.(1) Häufig bleibt jedoch die Krankheit unerkannt und unbehandelt. Nur 25 Prozent der Erkrankten werden in Deutschland medikamentös behandelt.(2) Im Vergleich: In Frankreich erhalten fast 60 Prozent der Erkrankten, in Spanien über 80 Prozent eine Osteoporose-Therapie.(2) Diagnose- sowie Behandlungsmöglichkeiten werden in Deutschland nicht ausreichend genutzt, warnen...

Mit achtsamer Lebensweise Burn-out vorbeugen

Mit achtsamer Lebensweise Burn-out vorbeugen
© natalialeb - stock.adobe.com

Nach einer Studie des Lebensversicherungskonzerns Swiss Life lag der Personalausfall im Jahr 2018 zu 37 Prozent an Krankheiten bedingt durch psychische Belastung am Arbeitsplatz. Zu den häufigsten Gründen der Krankmeldungen zählten Burn-out und Depressionen. „Menschen leben heute in einer Welt von stetiger Erreichbarkeit. Auch am späten Abend nach der eigentlichen Arbeitszeit, am Wochenende oder sogar im Urlaub erreichen sie E-Mails oder Anrufe, sodass sie nicht zur Ruhe kommen. Deshalb fühlen sich immer mehr Menschen körperlich sowie emotional...

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?
© freshidea / Fotolia.com

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 440.000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen, weil bei ihnen ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt. „Ganz konkrete Warnsignale zeigen das Entgleisen des Herzens an. Für diese müssen Betroffene wachsam sein, insbesondere für Wassereinlagerungen im Körper, an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum. Diese sogenannten Ödeme sind leicht zu erkennen, wenn man sich täglich wiegt....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Schulungsprogramm für Menschen mit Insulinpumpentherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden