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Medizin

21. Januar 2019 Schwangerschafts-Kardiomyopathie: Zeitnahe Diagnostik ist essentiell

Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und geschwollene Beine: Gegen Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt erscheinen solche Symptome bei einer Frau nicht ungewöhnlich. Sie können aber Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, der schwangerschaftsbedingten Herzschwäche, medizinisch peripartale Kardiomyopathie (PPCM) oder Schwangerschafts-Kardiomyopathie genannt. „Ein möglicher Auslöser für diese Form der Herzschwäche ist das Stillhormon Prolaktin, das über eine komplexe molekulare Kette das Herz schädigt“, sagt Kardiologe Prof. Dr. med. Johann Bauersachs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).
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Rechtzeitig erkannt und behandelt, erholt sich das Herz oft vollständig. Wird die Erkrankung zu spät erkannt, kann sie jedoch dramatisch verlaufen.

Symptome werden häufig fehlgedeutet

Schätzungen zufolge entwickelt sich bei einer von 1.000 bis 1.500 Schwangerschaften eine peripartale Kardiomyopathie. Das Problem: Die Anzeichen ähneln Beschwerden, die gegen Ende der Schwangerschaft und nach der Entbindung auftreten können. „Die Symptome werden deshalb häufig fehlgedeutet und zunächst nicht mit einer Schwäche des Herzens in Verbindung gebracht“, sagt Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner, Leiterin der Molekularen Kardiologie und Forschungsdekanin der MHH und Mitglied des Wissenschaftsrats. Wichtig sei es aber, bei Schwangeren oder Wöchnerinnen, die eines oder mehrere der genannten Symptome zeigen, immer auch an eine Schwangerschafts-Kardiomyopathie zu denken. Als Risikofaktoren gelten unter anderem ein höheres Alter der Mutter, Rauchen, Mehrlingsschwangerschaften und Bluthochdruck.

Diagnose durch Herz-Ultraschall und Bluttest

Bei Verdacht auf PPCM reicht ein EKG allein nicht aus. Zur Diagnose ist neben einer Echokardiographie auch ein Bluttest nötig, um die Proteine nachzuweisen, die eine Herzschwäche anzeigen. Mit diesen beiden Methoden lässt sich die Erkrankung schnell feststellen oder ausschließen. Steht die Diagnose PPCM fest, ist fast immer ein Krankenhausaufenthalt nötig. Unter einer frühzeitig eingeleiteten Herzinsuffizienztherapie in Kombination mit dem Prolaktinblocker Bromocriptin und einer zumindest prophylaktischen Antikoagulation hat die schwangerschaftsbedingte Herzschwäche eine gute Prognose und die meisten Patientinnen erholen sich. Je nach Schwere der Erkrankung kann es notwendig sein, die Patientin künstlich zu beatmen oder Herzunterstützungssysteme einzusetzen. Hat die Patientin noch nicht entbunden, muss die Geburt im Team von Kardiologen, Frauen- und Kinderärzten sowie Anästhesisten sorgfältig geplant und überwacht werden.

Gute Heilungschancen, aber auch Restrisiken

Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt und frühzeitig eine Therapie eingeleitet, sind die Heilungschancen gut. Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen mit PPCM erholt sich das Herz innerhalb des ersten Jahres nach Diagnose vollständig. 30 bis 40% der Frauen müssen in der Folge aber leichte Beeinträchtigungen in Kauf nehmen, viele erholen sich aber im weiteren Verlauf und nur bei etwa 10% der Betroffenen bleibt eine schwere Herzschwäche bestehen. Trotzdem bleiben Restrisiken zurück, insbesondere bei Folgeschwangerschaften besteht eine erhöhte Gefahr für eine erneute PPCM.

Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.


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