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Medizin

04. Oktober 2018 Schweres Asthma: Auch intermittierende Behandlung mit oralen Steroiden verursacht die typischen Nebenwirkungen

Über Jahrzehnte sind Patienten mit schwerem Asthma dauerhaft mit oralen Steroiden (OCS) behandelt worden, weil es keine Alternativen gab – die bekannten Nebenwirkungen mussten in Kauf genommen werden. Prof. David Price, Singapur, hat in einer aktuellen Untersuchung die langfristigen Nebenwirkungen von OCS bei Asthma-Patienten genauer unter die Lupe genommen: Wie eine Auswertung von britischen Datenbanken ergab, führte nicht nur eine dauerhafte Einnahme zu den erwartbaren Nebenwirkungen, sondern sie traten bereits bei intermittierender Anwendung zuverlässig auf. Vielleicht nicht überraschend: Gegenüber Asthma-Patienten, die keine Steroide einnahmen, waren Patienten mit Steroiden auch häufiger beim Hausarzt oder bei Fachärzten in Behandlung, bekamen häufiger Medikamente verschrieben und wurden häufiger ins Krankenhaus eingewiesen.
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Zumindest für Patienten mit Typ 2 Asthma hat sich die Situation mit der Verfügbarkeit der Biologika entscheidend geändert – entsprechend sind die Biologika in den Leitlinien vor die OCS gerückt. Prof. Marc Humbert, Paris, stellte einen aktuellen Algorithmus vor, wie bei schwerem Asthma das optimale Biologikum für den individuellen Patienten ausgewählt werden kann: Demnach muss zuerst festgestellt werden, ob eine Allergie gegen ein ganzjähriges Allergen besteht. Falls ja, sollte der Patient mit Omalizumab (anti-IgE) behandelt werden. Handelt es sich dagegen um nicht-allergisches Asthma und weist der Patient außerdem hohe Blut-Eosinophile auf, sind Antikörper gegen IL-5 oder den IL-5-Rezeptor die Therapie der Wahl. Da es sich um überlappende Patienten-Populationen handelt, kann in den Fällen, in denen sich der IgE-Antikörper als nicht effektiv erweist, bei hoher Eosinophilenzahl auf einen anti-IL-5- oder den IL-5-Rezeptor-Antikörper umgestellt werden.

Wie Humbert weiter ausführte, ist das allerdings eher selten der Fall, da sich Omalizumab auch in einer aktuellen Real-World-Untersuchung bei Patienten mit schwerem allergischem Asthma konsistent bei etwa zwei Dritteln als effektiv erwiesen hat. Eingeschlossen in die Stellair-Studie waren 872 Kinder, Jugendliche und Erwachsene und damit etwa 10% aller Patienten, die in Frankreich mit Omalizumab behandelt werden. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Die Effektivität war in den Subgruppen von Patienten mit niedrigen und hohen Blut-Eosinophilenzahlen vergleichbar gut.

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

Quelle: Symposium „The asthma patient journey: what more can be done?”, ERS-Kongress, 17.09.2018, Paris; Veranstalter: Novartis


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