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Medizin

02. Mai 2012 Schweres Asthma besser behandeln: Europaweite Studie angelaufen

Zum Welt-Asthma-Tag rufen die Wissenschaftler am Fraunhofer ITEM Patienten aus dem Raum Hannover dazu auf, an einer großen Asthmastudie teilzunehmen. Weltweit leiden Menschen unter Asthma. Den vielen verschiedenen Formen der Erkrankung stehen wenige Behandlungsmethoden gegenüber, die nicht immer erfolgreich sind.
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Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ist maßgeblich beteiligt an dem neuen EU-Projekt U-BIOPRED*, in dem Wissenschaftler aus ganz Europa Patienten mit schwerem Asthma genau untersuchen wollen. Wie unterscheiden sich Erkrankung und Verlauf von Patient zu Patient? Das Ziel dieser Forschungen sind wirkungsvollere und individuelle Behandlungsmethoden für die Zukunft.

In den meisten Fällen lassen sich heute die Krankheitssymptome bei schwerem Asthma in den Griff bekommen. Doch bei rund 1.2 Millionen Menschen in Europa helfen die Medikamente nicht adäquat. Bei schwerster Erkrankung kann ein akuter Asthmaanfall die Betroffenen in die Notaufnahme bringen – in Europa sterben daran jährlich etwa 12.000 Patienten.

»Das U-BIOPRED-Projekt ist eine wegweisende Studie, von der wir uns deutlich verbesserte Behandlungsmöglichkeiten für Asthmatiker erhoffen«, erklärt der Ärztliche Direktor am Fraunhofer ITEM, Prof. Dr. Norbert Krug. »Jeder Asthmafall ist anders, sodass ein Medikament beim einen Patienten hilft, beim anderen aber versagen kann. Wir hoffen, dass unsere Forschungen dazu führen, dass neue und zielgenauere Therapien für alle Asthmapatienten entwickelt werden. Es geht auch darum, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und das Wissen über die Krankheit bei Betroffenen und Ärzten zu erweitern.«

Am Fraunhofer ITEM läuft derzeit die Rekrutierungsphase, das heißt die Wissenschaftler suchen freiwillige Patienten, die unter schwerem Asthma leiden, sowie gesunde Probanden. »Studienteilnehmer können einen ernormen Beitrag zur Verbesserung der zukünftigen Asthmabehandlung leisten« betont Professor Krug.

Teilnehmen können Erwachsene, die an schwerem Asthma leiden und hohe Dosen an Cortison einnehmen. Außerdem werden erwachsene Nichtraucher gesucht, die kein Asthma haben oder an leichtem bis gemäßigtem Asthma leiden. Die Studienteilnehmer müssten vier bis acht Mal in das Fraunhofer-Institut in Hannover kommen. Sie erhalten einen umfassenden Gesundheits-Check, ihr Allergierisiko wird erfasst, ihre Lungenfunktion gemessen, des Weiteren werden Entzündungsfaktoren sowie die genetische Veranlagung für Allergien bestimmt.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft


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