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Medizin

14. September 2017 Schweres Asthma und COPD: Hohe Blut-Eosinophilenzahl als Prädiktor für Therapieansprechen

Die Rolle der eosinophilen Granulozyten bei schweren Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD stand im Fokus der Fachdiskussionen anlässlich des ERS-Kongresses (European Respiratory Society) in Mailand. Für beide Themenkomplexe wurden aktuelle Studiendaten vorgestellt: Im Bereich schweres Asthma wurden die Subgruppenanalysen (1) der Phase-III-Studien SIROCCO (2) und CALIMA (3) zur Wirksamkeit des IL-5-Rezeptor-Antikörpers Benralizumab präsentiert. Hier zeigte sich beispielsweise, dass eine hohe Blut-Eosinophilenzahl zu Behandlungsbeginn mit einem höheren Therapieeffekt einhergeht. Auch bei COPD konnten ähnliche Ergebnisse ermittelt werden: Die Daten der Post-hoc-Analyse INCONTROL 1 (4) belegen, dass die Fixkombination Budesonid/Formoterol insbesondere beim Patientenkollektiv mit hoher Blut-Eosinophilenzahl eine Senkung der Exazerbationsrate bewirkte.
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„Zur Diagnostik bei Asthma gehört auch immer ein großes Blutbild“, so Dr. Kai Richter, Vice President Medical AstraZeneca Deutschland. „Auf diese Weise kann der Eosinophilenwert im Blut ermittelt werden, was wiederum hilfreich für die Wahl der passenden Therapieoption ist. Das Stufenschema der ‚Global Initiative for Asthma‘ – GINA – trifft hier klare Aussagen: Bei Patienten mit schwerem Asthma, die nachweislich eine deutlich erhöhte Eosinophilenzahl im Blut aufweisen, empfiehlt die Leitlinie in GINA-Stufe 5 beispielsweise eine Anti-IL-5-Therapie.“

Schweres Asthma: Eosinophilenzahl als Prädiktor für Therapieeffekt

Die gepoolte Subgruppenanalyse der Phase-III-Studien SIROCCO und CALIMA bestätigt, analog zu bereits veröffentlichten Ergebnissen (2,3), die hohe Wirksamkeit von Benralizumab bei schwerem unkontrolliertem Asthma. Zudem konnten in den Subgruppen erhöhte Eosinophilenwerte (≥ 300 und ≥ 450 EOS/μl) sowie häufige Exazerbationen (2 und ≥ 3) in der Vergangenheit – separat oder in Kombination auftretend – als Schlüsselprädiktoren für einen verbesserten Behandlungseffekt identifiziert werden. Diese Erkenntnisse können zukünftig dabei helfen, schweres unkontrolliertes Asthma noch zielgerichteter mit Wirkstoffen wie Benralizumab zu therapieren, um Exazerbationen vorzubeugen. „Behandler können dadurch mehr Sicherheit bei der Therapiewahl und der Auswahl der geeigneten Patienten gewinnen“, so Richter.

COPD: Effekt von Budesonid/Formoterol auf Exazerbationen

Die Ergebnisse von INCONTROL 1 zum Einsatz der Fixkombination Budesonid/Formoterol im Vergleich zur Monotherapie mit Formoterol bei COPD belegen, dass insbesondere Patienten mit einer hohen Eosinophilenzahl profitieren. Dies bezog sich bspw. auf den Effekt bei Exazerbationen: Bei Patienten mit Eosinophilenwerten ab 0,1 x 109 / L konnte die Kombination von Budesonid und Formoterol in dieser Post-hoc-Analyse das Risiko einer Exazerbation in der Größenordnung von 25 bis über 60% deutlich reduzieren. Bei den mit Budesonid und Formoterol behandelten Patienten war die Exazerbationsrate über alle Eosinophilenwerte hinweg vergleichbar.

Die Daten von INCONTROL 1 tragen dazu bei, zukünftig genau das COPD-Patientenkollektiv zu identifizieren, das von der Wirkstoffkombination ICS/LABA am stärksten profitiert – ein wichtiger Schritt in Richtung der zielgerichteten COPD-Therapie.

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) FitzGerald JM et al. Lancet 2017;DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S2213-2600(17)30344-2.
(2) Bleecker ER et al. Lancet 2016;388:2115-2127.
(3) FitzGerald JM et al. Lancet 2016;388:2128-2141.
(4) Bafadhel M et al. Modelling peripheral blood eosinophils to identify response to budesonide in COPD: a post-hoc analysis. ERS poster. 2017.


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