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Medizin

26. Juli 2017 Sekundärer Hyperparathyreoidismus: Serum-Parathormon, -Phosphat und -Calcium in der Gesamtheit betrachten

Kürzlich wurde das „KDIGO 2017 Clinical Practice Guideline Update for the Diagnosis, Evaluation, Prevention, and Treatment of Chronic Kidney Disease – Mineral and Bone Disorder (CKD-MBD)” online publiziert (1). Neu – und zentral für die Therapie des sekundären Hyperparathyreoidismus (sHPT) –  ist die Empfehlung, die Laborparameter der CKD-MBD (Serum-Parathormon, Serum-Phosphat und Serum-Calcium) nicht isoliert zu betrachten und zu therapieren, sondern immer nur in ihrer Gesamtheit.
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Denn eine Analyse von Block et al. (2) hatte gezeigt, dass es verschiedene „Risikokonstellationen“ gibt und die prognostische Implikation eines einzelnen sHPT-Laborparameters letztlich immer im Kontext der anderen zu betrachten ist. „Therapien, die einen Wert zu Lasten eines anderen korrigieren, sind damit generell zu hinterfragen, erklärt Prof. Dr. Markus Ketteler, Coburg, der maßgeblich an der KDIGO-Leitlinienerstellung beteiligt war.
 
In diesem Kontext nimmt das Serumcalcium im Leitlinien-Update einen besonderen Stellenwert ein, denn ein Anstieg dieses Laborparameters wird bei Dialysepatienten oft iatrogen induziert, z.B. durch ein hohes Dialysatcalcium, durch die Gabe calciumhaltiger Phosphatbinder oder aktiver Vitamin-D-Analoga. Gemäß den neuen Leitlinien sollen Hypercalcämien jedoch vermieden werden. „Zahlreiche Studien haben seit 2009 eine enge Assoziation zwischen hohen Calciumwerten und schlechtem Outcome aufgezeigt, die Datenlage ist umfassend und homogen“, so Prof. Ketteler. Dementsprechend ist nun auch die Empfehlung zum Einsatz calciumhaltiger Phosphatbinder deutlich restriktiver, da sie sich auf alle Patienten und nicht wie bislang auf bestimmte Risikopatienten bezieht. Ebenso wurde die Indikation für die Therapie mit Vitamin-D-Analoga im Leitlinien-Update enger gefasst.
 
Eine Möglichkeit der leitliniengerechten sHPT-Therapie bei Dialysepatienten stellen Calcimimetika dar. Sie erlauben eine effektive Kontrolle der Parathormonspiegel und senken gleichzeitig die Calcium- und Phosphatspiegel im Serum ab. „Mit Calcimimetika werden alle zentralen biochemischen Parameter der CKD-MBD in die gewünschte Richtung korrigiert – und nicht nur ein einzelner“, so beschreibt Professor Ketteler den Vorteil dieser Substanzklasse. Seit Anfang Juni 2017 ist nun auch Etelcalcetid (Parsabiv®), das erste i.v.-Calcimimetikum, auf dem deutschen Markt verfügbar.

Parsabiv® ist ein neuartiges Calcimimetikum, das von der Europäischen Kommission (EC) für die Behandlung des sHPT bei erwachsenen CKD-Patienten, die mittels Hämodialyse behandelt werden, zugelassen ist; es wird am Ende jeder Hämodialysesitzung intravenös angewendet.

Quelle: Amgen

Literatur:

(1) Updated KDIGO CKD-MBD Guideline 2017: http://kdigo.org/wp-content/uploads/2017/02/2017-KDIGO-CKD-MBD-GL-Update.pdf 
(2) Block GA, et al. Clin J Am Soc Nephrol 2013; 8: 2132-2140
(3) Block GA et al. JAMA 2017;317(2):156-164


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