Mittwoch, 27. Mai 2020
Navigation öffnen

Medizin

20. Mai 2020 Soziale Isolation als Sterblichkeitsrisiko für ältere Menschen

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden in Deutschland wie in den meisten Ländern Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen eingeführt. Gerade ältere Menschen sollten diese Beschränkungen streng befolgen. Das bedeutete (und bedeutet) auch bei Alleinlebenden und bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen die strikte Vermeidung von Besuchen Angehöriger und Bekannter. Die damit verbundene soziale Isolation und das Gefühl der Einsamkeit können psychische und physische Folgen haben.
Anzeige:
Fachinformation
Im Rahmen des Kompetenznetzes Public Health zu COVID-19 wurde das Sterblichkeitsrisiko älterer Menschen in sozialer Isolation und Einsamkeit untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse beziehen sich allgemein auf die Folgen sozialer Isolation unter normalen Alltagsbedingungen. Mangels Studien beziehen sie sich (noch) nicht speziell auf die soziale Isolation, die durch Maßnahmen zur Eindämmung von Pandemien allgemein oder speziell der Corona-Pandemie hervorgerufen wird.

Möglichkeit von Besuchen ist von wesentlicher Bedeutung

Prof. Dr. med. Andreas Seidler hat die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Themas geleitet. Er benennt die Ergebnisse der systematischen Aufarbeitung der wissenschaftlichen Erkenntnislage folgenderweise: „Wir konnten deutliche Belege für eine erhöhte Sterblichkeit bei sozialer Isolation und – mit etwas schwächerer Erkenntnislage – bei selbst wahrgenommener Einsamkeit älterer Menschen finden.“ Inwieweit konkrete Maßnahmen zur Abmilderung der sozialen Isolation in Alten- und Pflegeheimen eine Verminderung der Sterblichkeit bewirken können, konnte aufgrund der Kürze der Zeit seit Einführung der Kontaktbeschränkungen noch nicht wissenschaftlich untersucht werden. Im Rahmen der Bearbeitung dieser Fragestellung wurden auf der Grundlage von Experteninterviews in 29 Alten- und Pflegeheimen Vorschläge zur Verminderung der durch Kontaktbeschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie bedingten sozialen Isolation älterer Menschen entwickelt. Teilweise können die Folgen der sozialen Isolation in Alten- und Pflegeheimen durch vermehrte „kontaktlose“ Angebote abgemildert werden. In Alten- und Pflegeheimen ist aber auch das Ermöglichen von Besuchen von hoher Bedeutung – unter strenger Berücksichtigung des Infektionsschutzes.


 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP)

Literatur:

https://www.public-health-covid19.de/de/aktuelles/fact-sheet-zur-soziale-isolation-als-sterblichkeitsrisiko-f%C3%BCr-%C3%A4ltere-menschen-ver%C3%B6ffentlicht.html


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Patiententag auf dem DKOU: Was Arthrose-Patienten wissen sollten

Patiententag auf dem DKOU: Was Arthrose-Patienten wissen sollten
© wavebreak3 - stock.adobe.com

Arthrose ist die häufigste Erkrankung der Gelenke. Ihre Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Im 6. Lebensjahrzehnt weist nahezu jeder Fünfte im Röntgenbild eine Knie- oder Hüftgelenksarthrose auf. Doch nur 20 bis 30 % dieser Patienten haben zu diesem Zeitpunkt bereits Beschwerden. Die kürzlich aktualisierte Leitlinie Hüftarthrose zeigt auf, wann und wie Patienten mit und ohne Symptome behandelt werden sollten und was sie selbst zu einer gelungenen Therapie beitragen können. Auf dem Patiententag des Deutschen Kongresses für Orthopädie und...

Coronavirus: Die Angst geht um

Coronavirus: Die Angst geht um
© dottedyeti - stock.adobe.com

Das Coronavirus hält die Welt seit Wochen in Atem. Drastische Maßnahmen werden in China, aber zum Beispiel auch in Deutschland ergriffen, um die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit zu verhindern. Auch wenn das Kern-Infektionsgebiet Wuhan rund 8.300 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt liegt: Bei vielen Menschen weckt das Ängste. So sind in hiesigen Apotheken beispielsweise vereinzelt Mund- und Atemschutzmasken ausverkauft. Michael Falkenstein, Experte für Psychologie von der KKH Kaufmännische Krankenkasse, erklärt, woher solche Ängste kommen...

Verlässliche Informationen zum Coronavirus auf Patienten-Information.de

Verlässliche Informationen zum Coronavirus auf Patienten-Information.de
© ra2 studio / Fotolia.com

Im Internet gibt es eine Hülle und Fülle von Informationen zum neuartigen Coronavirus und zur Erkrankung Covid-19. Doch nicht alle sind ausgewogen und qualitätsgesichert. Darüber hinaus grassieren viele Falschmeldungen. Daher möchte das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Bürgerinnen und Bürger unterstützen, verlässliche und verständliche Informationen zum aktuellen Thema zu finden. 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Soziale Isolation als Sterblichkeitsrisiko für ältere Menschen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Auch Bayern lockert „Corona“-Beschränkungen – Ab dem 15. Juni sollen auch in Bayern unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Kinos und Theater wieder öffnen (dpa, 26.05.2020).
  • Auch Bayern lockert „Corona“-Beschränkungen – Ab dem 15. Juni sollen auch in Bayern unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Kinos und Theater wieder öffnen (dpa, 26.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden