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Medizin

27. Mai 2020 Spinale Muskelatrophie: Zolgensma vor Marktstart in Deutschland

Kein anderes Medikament ist so teuer wie die Novartis-Gentherapie Zolgensma. Sie ist in den USA bereits seit einiger Zeit zugelassen und kostet dort lautet Listenpreis 2,1 Mill. Dollar (1,9 Mill. Euro). Jetzt soll das Mittel in Deutschland auf den Markt kommen.
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Zolgensma habe eine vorläufige EU-Zulassung erhalten, bestätigte ein Sprecher der EU-Kommission am Mittwoch. Sie gilt demnach für die Behandlung von an spinaler Muskelatrophie (SMA) erkrankte Babys und Kinder mit einem Gewicht von bis zu 21 kg. Die Erbkrankheit SMA löst u.a. Muskelschwund aus. Unbehandelt führt sie oft vor Erreichen des zweiten Lebensjahres zum Tod.

Höhere Kosten sollen vermieden werden

Nach der Zulassung will Novartis das Medikament in Kürze in Deutschland auf den Markt bringen. Der genaue Termin sei allerdings noch offen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Nach der offiziellen Markteinführung kann Zolgensma nach Angaben des Verbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sofort von Ärzten zu Lasten der GKV verordnet werden. In den ersten zwölf Monaten nach Markteintritt eines Arzneimittels gelte dabei der vom Hersteller festgelegte Preis, erklärte eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands auf Anfrage. Danach wird ein zwischen dem Hersteller und dem GKV-Spitzenverband ausgehandelter Preis gelten. Das für Zolgensma zuständige Novartis-Unternehmen Avexis rechtfertigt den hohen Preis für sein Medikament damit, dass es nur einmal verabreicht werden muss und dafür sorgt, dass höhere Kosten vermieden werden könnten. Derzeit koste die Versorgung eines an SMA erkrankten Kindes allein in den ersten 10 Jahren zwischen 2,5 und 4 Millionen Euro, heißt es von Avexis. Die Novartis-Sprecherin wies am Mittwoch zudem darauf hin, dass das Unternehmen mit Krankenkassen flexible Preismodelle verhandelt. Demnach zahlt Avexis die Kosten für die Therapie bis zu 100% zurück, wenn sie nicht anschlägt.

500-600 Kinder mit SMA in Europa

Zolgensma zielt darauf ab, die genetische Ursache der spinalen Muskelatrophie zu bekämpfen, indem sie die Funktion des fehlenden oder nicht funktionierenden SMN1-Gens ersetzt. Die Therapie wird einmalig intravenös verabreicht und bringt eine neue Arbeitskopie des SMN1-Gens in die Zellen des Patienten, was das Fortschreiten der Krankheit stoppen soll. In Europa werden jährlich etwa 500-600 Kinder mit spinaler Muskelatrophie geboren.

Quelle: Novartis


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