Sonntag, 21. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

26. März 2019 Sporadische Lymphangioleiomyomatose: Zulassungserweiterung für Sirolimus

Die Europäischen Kommission (EC) hat Sirolimus zur Behandlung von Patienten mit sporadischer Lymphangioleiomyomatose (LAM) zugelassen. Sirolimus ist nun auch für die Behandlung dieser seltenen progredienten Lungenerkrankung indiziert. Sirolimus ist damit die erste zugelassene medikamentöse Therapie für Patienten mit sporadischer LAM, um deren Lungenfunktion zu stabilisieren.
Anzeige:
Die LAM ist eine seltene progrediente Lungenkrankheit, die mit dem klinischen Bild eines Lungenemphysems einhergeht. Sie tritt üblicherweise bei Frauen im gebärfähigen Alter auf und beruht auf dem ungehemmten Wachstum abnormer, glatter Muskulatur ähnelnder Zellen in der Lunge mit der Ausbildung von Zysten. Diese Zellwucherung kann zu einem allmählichen Verschluss der Atemwege führen und dadurch die Sauerstoffzufuhr einschränken. Die Prävalenz wird mit bis zu 5:1 Mio. angegeben, in Deutschland leben demnach bis zu 400 Patientinnen, bei denen die seltene und mitunter bis zum völligen Verlust der Lungenfunktion führende Krankheit diagnostiziert wurde (1).

Verbesserung der Lebensqualität

Die Zulassung von Sirolimus (Rapamune®) für die Therapie der sporadischen LAM bei mittelschwerer Lungenerkrankung oder abnehmender Lungenfunktion beruht auf den Ergebnissen der MILES-Studie (MILES: Multicenter International Lymphangioleiomyomatosis Efficacy of Sirolimus) (2). In die MILES-Studie waren 89 LAM-Patientinnen mit einer mittelschweren Lungenfunktionsstörung eingeschlossen. Patientinnen, die ein Jahr lang mit Sirolimus behandelt wurden, zeigten innerhalb dieses Zeitraums eine Stabilisierung der Lungenfunktion (beurteilt anhand der Einsekundenkapazität, FEV1). In der Placebogruppe nahm diese im gleichen Zeitraum im Mittel um 153ml ab. Die Lebensqualität, gemessen anhand des EuroQoL, zeigte einen signifikanten Unterschied mit einer Verbesserung unter Sirolimus und einer Verschlechterung in der Placebogruppe. Die Nebenwirkungen, die in dieser Studie beobachtet wurden, entsprachen dem gut bekannten Sicherheitsprofil von Sirolimus bei Nierentransplantatempfängern.

Sirolimus ist ein Immunsuppressivum, das zudem in Europa seit 2001 für die Prophylaxe der Organabstoßung bei erwachsenen Patienten mit einem geringen bis mittelgradigen immunologischen Risiko, die ein Nierentransplantat erhalten haben, zugelassen ist (3).
 

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Wirtz H; Lymphangioleiomyomatosis.ZentralblChir138(Suppl 1): 59-74.
(2) McCormack FX et al.; Efficacy and safety of sirolimus in lymphangioleiomyomatosis. NEngl JMed 364(17): 1595-1606.
(3) Fachinformation Rapamune Stand August 2018.


Das könnte Sie auch interessieren

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet
@ deagreez / Fotolia.com

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an....

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Fast jeder kennt Kreuzschmerzen. Sie sind in den meisten Fällen harmlos und gehen nach kurzer Zeit von alleine wieder weg. Halten die Schmerzen jedoch länger an, fragen sich viele Betroffene, woher ihre Beschwerden kommen. Wichtig für Sie zu wissen ist: Auch alltägliche, seelische oder berufliche Probleme können Kreuzschmerzen hervorrufen und deren Verlauf beeinflussen. Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor und während der Behandlung gezielt auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen.

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung
© ERGO Group

Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt den Unterschied zwischen Erkältung und echter Grippe, der sogenannten Influenza. Zudem gibt er Tipps zu Schutzmaßnahmen gegen Grippeviren.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Sporadische Lymphangioleiomyomatose: Zulassungserweiterung für Sirolimus "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.