Mittwoch, 3. Juni 2020
Navigation öffnen

Medizin

26. März 2019 Sporadische Lymphangioleiomyomatose: Zulassungserweiterung für Sirolimus

Die Europäischen Kommission (EC) hat Sirolimus zur Behandlung von Patienten mit sporadischer Lymphangioleiomyomatose (LAM) zugelassen. Sirolimus ist nun auch für die Behandlung dieser seltenen progredienten Lungenerkrankung indiziert. Sirolimus ist damit die erste zugelassene medikamentöse Therapie für Patienten mit sporadischer LAM, um deren Lungenfunktion zu stabilisieren.
Anzeige:
Die LAM ist eine seltene progrediente Lungenkrankheit, die mit dem klinischen Bild eines Lungenemphysems einhergeht. Sie tritt üblicherweise bei Frauen im gebärfähigen Alter auf und beruht auf dem ungehemmten Wachstum abnormer, glatter Muskulatur ähnelnder Zellen in der Lunge mit der Ausbildung von Zysten. Diese Zellwucherung kann zu einem allmählichen Verschluss der Atemwege führen und dadurch die Sauerstoffzufuhr einschränken. Die Prävalenz wird mit bis zu 5:1 Mio. angegeben, in Deutschland leben demnach bis zu 400 Patientinnen, bei denen die seltene und mitunter bis zum völligen Verlust der Lungenfunktion führende Krankheit diagnostiziert wurde (1).

Verbesserung der Lebensqualität

Die Zulassung von Sirolimus (Rapamune®) für die Therapie der sporadischen LAM bei mittelschwerer Lungenerkrankung oder abnehmender Lungenfunktion beruht auf den Ergebnissen der MILES-Studie (MILES: Multicenter International Lymphangioleiomyomatosis Efficacy of Sirolimus) (2). In die MILES-Studie waren 89 LAM-Patientinnen mit einer mittelschweren Lungenfunktionsstörung eingeschlossen. Patientinnen, die ein Jahr lang mit Sirolimus behandelt wurden, zeigten innerhalb dieses Zeitraums eine Stabilisierung der Lungenfunktion (beurteilt anhand der Einsekundenkapazität, FEV1). In der Placebogruppe nahm diese im gleichen Zeitraum im Mittel um 153ml ab. Die Lebensqualität, gemessen anhand des EuroQoL, zeigte einen signifikanten Unterschied mit einer Verbesserung unter Sirolimus und einer Verschlechterung in der Placebogruppe. Die Nebenwirkungen, die in dieser Studie beobachtet wurden, entsprachen dem gut bekannten Sicherheitsprofil von Sirolimus bei Nierentransplantatempfängern.

Sirolimus ist ein Immunsuppressivum, das zudem in Europa seit 2001 für die Prophylaxe der Organabstoßung bei erwachsenen Patienten mit einem geringen bis mittelgradigen immunologischen Risiko, die ein Nierentransplantat erhalten haben, zugelassen ist (3).
 

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Wirtz H; Lymphangioleiomyomatosis.ZentralblChir138(Suppl 1): 59-74.
(2) McCormack FX et al.; Efficacy and safety of sirolimus in lymphangioleiomyomatosis. NEngl JMed 364(17): 1595-1606.
(3) Fachinformation Rapamune Stand August 2018.


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse
© Sandor Kacso / Fotolia.com

Viele pflegende Angehörige nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr wahr. Die Sorge um den Angehörigen oder die Angst, der Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Blick auf sich und eigene Wünsche verstellen, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). "Als erstes gilt es dann zu versuchen, sich selbst wieder stärker in den Fokus zu nehmen und zu formulieren, was man braucht." Das jedoch sei leichter gesagt als getan. Sulmann empfiehlt Pflegenden daher, ein Tagebuch zu führen.

Vorsorgekoloskopie gehört zu den effektivsten Maßnahmen in der Medizin

Vorsorgekoloskopie gehört zu den effektivsten Maßnahmen in der Medizin
© Crystal light - stock.adobe.com

Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) dazu auf, die Vorsorgekoloskopie besser zu nutzen. Das von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Angebot gehört zu den effektivsten Früherkennungsmaßnahmen, die in der Medizin zu Verfügung stehen: In den ersten 10 Jahren nach Einführung der gesetzliche Darmkrebsfrüherkennung sank die Darmkrebssterblichkeit bei Männern ab 55 Jahren um fast 21 %, bei Frauen dieser Altersgruppe sogar um mehr als 26 %....

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht
© imagesetc / Fotolia.com

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Sporadische Lymphangioleiomyomatose: Zulassungserweiterung für Sirolimus "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Ende der Maskenpflicht in Bulgarien – Regierungschef Boiko Borissow drängt auf ein Ende der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ab dem 15. Juni 2020 (dpa, 03.06.2020).
  • Ende der Maskenpflicht in Bulgarien – Regierungschef Boiko Borissow drängt auf ein Ende der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ab dem 15. Juni 2020 (dpa, 03.06.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden