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Medizin

15. März 2018 Sport spielt wichtige Rolle in der Schlaganfallprävention

Die meisten Schlaganfälle könnten durch Früherkennung der Risikofaktoren und durch Prävention verhindert werden, dies war die einhellige Meinung der Experten bei einer Pressekonferenz zur Initiative „Rote Karte dem Schlaganfall“. Die Aufklärungskampagne läuft bereits das siebente Jahr.
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Bewegungsmangel, Fehlernährung, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen – die Liste der Risikofaktoren für einen Schlaganfall ist lang. Dazu kommt noch das Vorhofflimmern, das im günstigsten Fall eine Prävalenz von etwa 2% bis 2,5% hat, im höheren Lebensalter jedoch noch weit häufiger vorkommt und das ebenfalls die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Schlaganfall zu erleiden.

Bei einer Pressekonferenz in Leverkusen diskutierten Experten die Bedeutung dieser Risikofaktoren. So betonte Prof. Dr. Hans-Georg Predel, Deutsche Sporthochschule Köln, die wichtige Rolle der körperlichen Bewegung für die Schlaganfallprävention: „Neue wissenschaftliche Untersuchungen belegen eindrucksvoll, dass zum Beispiel eine Stunde Spazierengehen pro Tag das Schlaganfallrisiko nachhaltig reduzieren kann“, berichtete er. Aber auch viele Alltagsaktivitäten wie das Einkaufen könnten zu Fuß oder per Fahrrad erledigt werden, auch dies wirke sich positiv aus.

Dr. Thomas Schramm, niedergelassener Kardiologe und Sportmediziner in Rodenkirchen, rückte das Vorhofflimmern in den Fokus: Es bleibt häufig lange Zeit unerkannt, insbesondere wenn es keine oder nur wenige Symptome verursacht. Hier könnten nur regelmäßige ärztliche Checks Abhilfe schaffen. Einmal erkannt, sollten Menschen mit Vorhofflimmern und bestimmten zusätzlichen Risikofaktoren orale Antikoagulanzien erhalten. Diese müssen lebenslang und regelmäßig eingenommen werden, betonte Schramm. Für Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern seien in der Regel die nicht Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulantien (NOAKs) gegenüber den konventionellen Vitamin-K-Antagonisten (VKAs) zu bevorzugen.

Immer 112 wählen
Tritt aber doch ein Schlaganfall ein oder besteht der Verdacht, so ist die Zeit ein kritischer Faktor, erinnerte Dr. Michael Brinkmeier von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: „Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall, bei dem man die Nummer 112 wählen muss; der Betroffene gehört unverzüglich in eine Stroke Unit.“ Etwa 270 dieser spezialisierten neurologischen Stationen gibt es inzwischen deutschlandweit.

Sowohl die Deutsche Schlaganfallhilfe als auch die Deutsche Sporthochschule Köln unterstützen die von Bayer initiierte Kampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“. Sie betreibt bundesweit Aufklärungsarbeit. Unter www.rote-karte-dem-schlaganfall.de können Hintergrundinformationen, Tipps und News sowie aktuelle Interviews zur Schlaganfallprävention und -bewältigung auch online abgerufen werden.

Simone Reisdorf

Quelle: Pressekonferenz „Aktiv gegen den Schlaganfall – die von Bayer initiierte Aufklärungskampagne startet ins siebte Jahr“, 27.02.2018, Leverkusen; Veranstalter: Bayer


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