Sonntag, 19. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

24. April 2012 Studie: Neuer Biomarker ermöglicht Prognose bei Herzschwäche

Der neuer Biomarker KIM-1 (Kidney injury molecule-1) soll bei Herzschwäche-Patienten eine Prognose der Sterblichkeit ermöglichen. KIM-1 korreliert mit dem Schweregrad der Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI), hat einen prognostischen Wert bezogen sowohl auf die Gesamtmortalität als auch auf einen kombinierten Endpunkt aus Gesamtmortalität und Wiedereinweisungs-Wahrscheinlichkeit in ein Krankenhaus ("Rehospitalisationsrate"). Das berichtet Dr. Carsten Jungbauer (Regensburg) auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.
Patienten mit chronischer HI weisen oft auch eine Dysfunktion der Nieren auf. Dieses kombinierte Auftreten einer kardialen und renalen Funktionsbeeinträchtigung wird auch als kardiorenales Syndrom (CRS) bezeichnet. "Trotz der starken Interaktion zwischen Herz und Niere ist jedoch die Pathophysiologie des CRS noch weitgehend unverstanden", so Dr. Jungbauer. " Ziel der Studie war, den prognostischen Wert des neuen renalen Biomarkers KIM-1 im Rahmen einer Folgeuntersuchung nach drei Jahren zu belegen." KIM-1 wurde im Urin von 225 Individuen bestimmt, davon 150 Patienten und 75 Herz- und Nierengesunden.

"Im Gegensatz zu Kreatinin, das mehr eine Aussage über die glomeruläre Filtration als die tubuläre Sekretion zulässt, spiegelt eine erhöhte KIM-1-Konzentration im Urin eher eine tubuläre Schädigung wieder. Weder Kreatinin noch die Albumin-zu-Kreatinin-Ratio zeigten im vorliegenden Kollektiv eine Korrelation zum Schweregrad der Herzinsuffizienz - im Gegensatz zu KIM-1", so Dr. Jungbauer. "Die vorliegenden Daten können in die Richtung gedeutet werden, dass bei der chronischen Herzinsuffizienz eine tubuläre einer glomerulären Schädigung vorausgeht. Im Verlauf sollte in größeren Studien der diagnostische als auch prognostische Wert von KIM-1 als Marker des kardiorenalen Syndroms untersucht werden." (Anm.: Mit Hilfe der tubulären Sekretion wird hauptsächlich die schnelle Ausscheidung von körperfremden Stoffen gewährleistet, aber auch gewisser körpereigener Abbauprodukte. Die glomeruläre Filtrationsrate spiegelt die Funktionsfähigkeit der Nieren wider und hat große diagnostische Bedeutung.)

Literaturhinweis::
Kidney injury molecule-1 (KIM-1): ein neuer renaler Biomarker mit prognostischem Wert bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz - ein 3-Jahres-Follow-up: C. Jungbauer, C. Birner, B. Jung, S. Buchner, M. Lubnow, B. Banas, C. Boeger, G. Riegger, A. Luchner

Quelle: DGK


Das könnte Sie auch interessieren

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung
© fredredhat / Fotolia.com

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten
© Thaut Images / Fotolia.com

Bei anhaltend hohen Temperaturen steigt auch die Ozonkonzentration in der Luft. „Das schädliche Gas kann bei empfindlichen Menschen die Augen reizen, Hustenanfälle auslösen oder Kopfschmerzen verursachen“, sagt Dr. Ursula Marschall. Die leitende Medizinerin bei der BARMER empfiehlt deshalb insbesondere älteren Menschen und chronisch Kranken bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen zu reduzieren.

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun
© science photo / fotolia.com

Es gibt Bakterien, die Wasserstoff und Naturstoffe produzieren, was sowohl für die Umwelt als auch für die Medizin wichtig ist. In Jena hat ein Forschungsteam nun die Fähigkeit zur Wasserstoff- und Naturstoffproduktion in einer Gruppe von Bakterien nachgewiesen, die bis dahin eher als Krankheitserreger bekannt waren. In Gemeinschaft mit einem methanproduzierenden Bakterium konnten diese Bakterien Milchsäure zu Methan umwandeln.

Ersetzt Desinfektionsspray das Händewaschen?

Ersetzt Desinfektionsspray das Händewaschen?
© Rido - stock.adobe.com

Regelmäßiges Händewaschen, gerade in der Grippe- und Erkältungszeit ist enorm wichtig und eigentlich selbstverständlich. Doch laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse von 2019 verzichten nach wie vor jeder 3. Mann und jede 4. Frau nach dem Nach-Hause-Kommen auf den Gang zum Waschbecken. Rund ein Drittel der rund 1.000 Befragten wäscht sich darüber hinaus nicht vor jeder Mahlzeit die Hände. Stattdessen greifen offenbar immer mehr Menschen zu Desinfektionsmitteln. Der aktuellen Umfrage zufolge trägt mittlerweile...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Studie: Neuer Biomarker ermöglicht Prognose bei Herzschwäche"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.