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Medizin

12. Juni 2013 Subanalyse der COURAGE-Studie: Intensive lipidsenkende Therapie maßgeblicher Faktor für Erreichen von LDL-Cholesterinzielwerten

Als bislang größte Einzelstudie hatte die COURAGE-Studie ergeben, dass eine Koronarintervention (PCI) plus eine optimale medikamentöse Therapie (OMT) bei Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) im Vergleich zu einer alleinigen optimalen medikamentösen Therapie keinen Einfluss auf Ereignisse wie Tod oder Herzinfarkt hatte. Eine Subanalyse dieser Studie ergab nun, dass eine intensivierte lipidsenkende Therapie, insbesondere mit der Kombination Ezetimib/Simvastatin, ein maßgeblicher Faktor für die LDL-Cholesterinzielwerterreichung war. Möglicherweise trug also die effektive Senkung des LDL-Cholesterins dazu bei, dass die alleinige medikamentöse Therapie besser abschnitt als eine medikamentöse Therapie plus PCI.

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In der COURAGE-Studie (Clinical Outcomes Utilizing Revascularization and Aggressive Drug Evaluation) wurde die Wirksamkeit einer alleinigen OMT mit einer OMT+PCI bei 2.287 Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) verglichen. Die kumulative Rate an Ereignissen des primären Endpunkts war nach einer mittleren Behandlungsdauer von 4,6 Jahren mit 19% in der PCI+OMT-Gruppe und mit 18,5% in der OMT-Gruppe vergleichbar.

Ein maßgeblicher Faktor der OMT war die intensive lipidsenkende Therapie, um die LDL-Cholesterinkonzentration auf einen Wert von 60 bis 85 mg/dl (1,5 bis 2,2 mmol/l) bzw. ab dem Jahr 2004 (entsprechend den damals neuen Vorgaben der National Cholesterol Education Program Adult Treatment Panel III Guidelines) auf einen Wert von unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) zu senken. Weitere sekundäre Ziele in der Studie waren Triglyzeridwerte unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l) und HDL-Cholesterinwerte über 40 mg/dl (1,0 mmol/l).

Die überwiegende Zahl der Patienten wurde mit Simvastatin behandelt. Bei Studienbeginn im Jahr 1999 erhielten sie als Startdosis 20 mg/Tag, ab dem Jahr 2001 40 mg/Tag. Ezetimib wurde nach seiner Markteinführung ab dem Jahr 2003 bei 783 Patienten zusätzlich zum Statin und/oder zu Nicotinsäure mit verzögerter Wirkstofffreisetzung gegeben, wenn mit der bestehenden Therapie der LDL-Cholesterinzielwert nicht erreicht werden konnte. Nach fünf Jahren war der LDL-Cholesterinspiegel bei Patienten unter Statinmonotherapie im Durchschnitt um 26 mg/dl (0,7 mmol/l) gesunken, bei Patienten, die zusätzlich Ezetimib erhielten, hatte er um durchschnittlich 43 mg/dl (1,1 mmol/l) abgenommen.

Zu Beginn der Studie hatten 49% aller Patienten einen LDL-Cholesterinwert unter 100 mg/dl und 14% einen Wert unter 70 mg/dl. Nach Initiierung der Statinmonotherapie und Titration bis zur maximalen Dosis stieg dieser Anteil auf 66% (LDL-Cholesterinzielwert unter 100 mg/dl) bzw. 23 % (unter 70 mg/dl). Bei zusätzlicher Gabe von Ezetimib stieg der prozentuale Anteil der Patienten mit Zielwerterreichung auf 83-85 % (unter 100 mg/dl) und auf 45-47% (unter 70 mg/dl). In der Ezetimib-Gruppe erreichten damit deutlich mehr Patienten die LDL-Cholesterinzielwerte, obwohl das Ausgangs-LDL-Cholesterin im Median zu Studienbeginn in dieser Gruppe mit 109 mg/dl etwas höher war als in der Gruppe, die kein Ezetimib erhielt (96 mg/dl).

Eine Cox-Regressionsanalyse zeigte nämlich, dass die LDL-Cholesterinzielwerte eher erreicht wurden, wenn die LDL-Cholesterin-Ausgangswerte niedrig waren, die Patienten eine niedrige Statindosis bekamen und wenn sie Ezetimib erhielten. Je strenger, also je niedriger der LDL-Cholesterinzielwert formuliert war, desto stärker beeinflusste die zusätzliche Gabe von Ezetimib die Zielwerterreichung. 

Diese Subanalyse zeigt, dass die zusätzliche Gabe von Ezetimib nach Titration des Statins auf die Maximaldosis auch in der COURAGE-Studie bei der LDL-Cholesterinsenkung hoch effektiv war.

Literaturhinweis:
Maron DJ, Hartigan PM, Neff DR, et al. Impact of Adding Ezetimibe to Statin to Achieve Low-Density Lipoprotein Cholesterol Goal (from the Clinical Outcomes Utilizing Revascularization and Aggressive Drug Evaluation [COURAGE] Trial). Am J Cardiol 2013.

Quelle: MSD


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