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Medizin

13. Dezember 2018 Symptomatische Hyperurikämie: Fruktosekonsum kann Gicht begünstigen

Ein wichtiger Faktor für das Entstehen der Symptomatischen Hyperurikämie ist eine purinreiche Ernährung. Untersuchungen der letzten Jahre zeigen nun, dass auch der Verzehr von Fruktose wesentlich zu einer Erhöhung der Gesamtharnsäuremenge beitragen kann (1). Zur Senkung der Harnsäure unter den Zielwert von 6 mg/dl bzw. 360 μmol/l werden bei Gichtpatienten Xanthinoxidase-Hemmer wie Febuxostat eingesetzt.
Jeder nimmt täglich Fruktose zu sich. Die Lebensmittelindustrie nutzt für ihre Produkte zunehmend günstigen Maisstärkesirup, der bis zu 90% Fruktose enthält und z.B. zum Süßen von Softdrinks verwendet wird. Mit dem stetig wachsenden Pro-Kopf-Verbrauch an Fruktose werden heute viele epidemisch anwachsende Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und nicht zuletzt Gicht in Verbindung gebracht. Fruktose ist der einzige Zucker, der im Körper eine Erhöhung der Harnsäurewerte, Dyslipidämie und Anzeichen einer Insulinresistenz bei gesunden Probanden hervorrufen kann (1).

Ungebremste Harnsäureproduktion

Fruktose unterliegt einer besonderen Metabolisierung: in der Zelle findet eine ungebremste Umwandlung von Fruktose in Fruktose-1-Phosphat mittels Adenosin-3- und Adenosin-2-phosphat (ATP/ADP) statt. Sind die Reserven der Energieträger ATP und ADP aufgebraucht, wird das verbliebene Adenosinmonophosphat (AMP) in den Purinstoffwechsel eingeschleust, wo es über Xanthin und Hypoxanthin zu Harnsäure umgewandelt wird (1,2). Amerikanische Studien unter Männern und Frauen haben gezeigt, dass Fruktose das Risiko für Gicht dosisabhängig erhöht. Bei den Männern zeigte sich, dass die Quintile mit der höchsten Fruktoseaufnahme in der multivariaten Analyse ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Gicht hatte wie die Quintile mit dem geringsten Anteil dieses Zuckers in der Nahrung (RR=2,02; 95 % CI: 1,49 - 2,75; p˂0,001) (3). Die multivariate Analyse unter Frauen ergab, dass diejenigen in der Quintile mit der höchsten täglichen Fruktoseaufnahme ein um 62% höheres Gichtrisiko hatten als Frauen in der Quintile mit dem niedrigsten Verzehr (RR=1,62; 95 % CI: 1,20 – 2,19; p=0,004) (4).

Fruktose ist somit ein wichtiger Risikofaktor für das Entstehen einer Symptomatischen Hyperurikämie (1,3,4). Eine fruktosearme Diät kann daher sowohl bei der Prävention, als auch im Rahmen der Therapie vorteilhaft sein. Um erhöhte Harnsäurewerte bei bestehender Gicht effektiv auf den Zielwert von < 6 mg/dl (360 μmol/l) zu senken, sind zudem Xanthinoxidase-Hemmer wie Allopurinol oder Febuxostat indiziert, wobei Febuxostat in klinischen Studien wirksamer war (5).

Quelle: Berlin-Chemie

Literatur:

(1) Vogelreuter A. DAZ 2013; 25:2568-2571.
(2) Johnson RJ et al. Diabetes 2013; 62:3307-3315.
(3) Choi HK, Curhan G. BMJ 2008; 336:309-312.
(4) Choi HK et al. JAMA 2010; 304(20):2270-2278.
(5) Richette P, et al. Ann Rheum Dis 2016;0:1–14. doi:10.1136/annrheumdis-2016-209707.


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