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Medizin

18. September 2012 Systemerkrankung Atherosklerose – Gefahr für das gesamte Gefäßsystem

Die Atherosklerose ist ein vielschichtiger Prozess, bei dem externe und interne Faktoren zu einer Schädigung der Gefäßwand (Endothel) und schließlich zu einer Stenosierung oder einem Arterienverschluss führen. Die Atherosklerose ist ein Prozess, der das Gefäßsystem des gesamten Körpers betrifft. Kommt ein Patient z.B. mit den Symptomen „Brustschmerz“ (Angina pectoris) oder Beinschmerzen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK), hat er bereits hochgradige Gefäßverengungen. Es droht ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder der akute Verschluss einer Beinarterie.

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Fachinformation

Auf dem Kongress werden neueste Forschungsergebnisse zur Entstehung und Progression der Atherosklerose vorgestellt. Gefäßexperten präsentieren Untersuchungen zur Rolle der freien Sauerstoffradikale, zur Funktionsweise der Immunzellen oder zur Rolle der Blutplättchen bei der Entstehung von atherosklerotischen Plaques.

Entstehung von Atherosklerose

Die Arterienwand besteht aus mehreren Wandschichten. Das gesunde Endothel ist eine Schicht mit zahlreichen Funktionen, z.B. verhindert sie die Entstehung von Blutgerinnseln an der Gefäßwand und führt bei Bedarf zur Erweiterung der Gefäße. Viele Aufgaben werden durch Stickstoffmonoxid vermittelt.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin, Diabetes und auch Alterungsprozesse bringen das sensible Gleichgewicht ins Wanken (Endotheliale Dysfunktion). Hierbei spielen freie Sauerstoffradikale und die Zerstörung von Sauerstoffmonoxid eine wichtige Rolle. Das ist der erste Schritt in der Entstehung einer Atherosklerose: Es lagert sich z.B. LDL-Cholesterin in die erkrankte Gefäßwand ein. Immunzellen versuchen, das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen. Es kommt zu einer Ansammlung von Fett, was das Einwandern von weiteren Immunzellen veranlasst, und so entsteht ein Kreislauf. Die Folge: Es bildet sich eine Plaque, die den Blutfluss im kranken Gefäß einschränkt. Reißt die Plaque auf (rupturierte Plaque), aktiviert das die Blutgerinnung. Thrombozyten haften an dem Riss und es entsteht ein Blutgerinnsel, was das Gefäß verschließt. Je nach Ort des Verschlusses, erleidet der Patient einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder einen akuten Verschluss in den Bein- oder Beckenarterien (PAVK).

Moderne Diagnostik – Eine Atherosklerose frühzeitig erkennen

Heute ist es bereits möglich, den Beginn einer Atherosklerose zu erkennen: Verschiedene Ultraschallmethoden können zeigen, ob ein Gefäß noch die nötige Elastizität hat oder das Endothel unter Berücksichtigung des Blutflusses sich adäquat erweitert und zusammenzieht (FMD, FMC). Nach dem Rauchen einer Zigarette kann man so z.B. Veränderungen in der Endothelfunktion nachweisen. Auch kann man unter Ultraschall die Wanddicke der Halsschlagader durch Messung der Intima-Media-Dicke (IMD) darstellen. Dieser Wert gibt Hinweise auf die Atherosklerose im ganzen Körper. Auf dem Kongress werden neueste Ergebnisse zur Rolle dieser Messparameter (Surrogatmarker) der Atherosklerose in Hinblick auf die Prognose der Patienten vorgestellt.

Atherosklerose und PAVK – früh erkannt: Gefahr gebannt

Bei einer PAVK sind oft auch die Herzkranzgefäße von Atherosklerose betroffen. 25% der PAVK-Patienten im Stadium II sterben innerhalb von fünf Jahren und innerhalb von einem Jahr diejenigen im PAVK-Stadium IV. Das Tückische ist, dass nur unter 20% der Menschen mit einer PAVK im Anfangsstadium Beschwerden haben – aber auch die Beschwerdefreien haben eine schlechte Prognose. Deshalb ist es wichtig, die Atherosklerose möglichst frühzeitig zu erkennen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Angiologie


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