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Medizin

10. Oktober 2016 Telemedizin: Herzinsuffizienz-Patienten fühlen sich subjektiv besser

Eine telemedizinische Überwachung von Herzschwäche-Patienten hinsichtlich wichtiger Vital-Parameter wie Gewicht, Puls oder Blutdruck führt selten zu einem medizinischen Eingreifen oder Veränderungen in der Therapie. Doch das subjektive Wohlbefinden der Patienten ist gesteigert. Das zeigt eine Studie aus Kaiserslautern, die im Rahmen der DGK Herztage in Berlin präsentiert wurde.

Viele Programme zur Betreuung von Herzschwäche-Patienten sehen eine telemedizinische Überwachung wichtiger Vitalparameter wie Gewicht, Puls oder Blutdruckwerte vor. Doch dies führt nur in seltenen Fällen zu therapeutischen Interventionen, wie eine aktuelle Studie aus Kaiserslautern zeigt, die im Rahmen der DGK Herztage in Berlin präsentiert wurde. Das subjektive Wohlbefinden der Patienten verbessert sich aber im Rahmen des Telemonitoring. "Das könnte auch eine Folge dessen sein, dass Patienten durch die Teilnahme am Projekt besser informiert sind“, vermuten die Studienautoren. „Wir benötigen weitere Studien über die Abläufe und den Prozess, um Projekte in Zukunft auf die zentralen Aspekte des Telemonitoring zu konzentrieren."

In die Studie wurden 68 Patienten in ländlichen Gegenden von Rheinland-Pfalz mit stabiler systolischer Herzinsuffizienz und einer optimierten medikamentösen Therapie eingeschlossen und sechs Monate lang beobachtet. Die Telemonitoring-Systeme, mit denen sie ausgestattet wurden, übermittelten halbautomatisch Daten über die Puls- und Blutdruckwerte und das Gewicht. Wurden vorher für jeden Patienten individuell festgelegte Grenzwerte überschritten, löste dies einen Alarm aus. Nach einem standardisierten Verfahren wurden entweder neuerliche Messdaten abgewartet oder speziell ausgebildete Pflegepersonen besprachen mit den betroffenen Patienten am Telefon ihre Symptome und mögliche therapeutische Veränderungen. Dazu kamen regelmäßige Routine-Telefonate, um den Gesundheitszustand zu besprechen und zur Aufklärung über die Erkrankung.

Während des Beobachtungszeitraums wurde insgesamt 2.069-mal ein Alarm ausgelöst, jeder Patient hatte zumindest einen Alarm. 3,6% der Alarme führten zu einer klinischen Entscheidung und einer Therapie-Änderung, oder den Patienten wurde empfohlen, ihren Hausarzt oder Kardiologen aufzusuchen. Die Depressions-Scores gingen von 8,4 auf 5,5 zurück. Symptome wie Kurzatmigkeit oder Erschöpfung verbesserten sich deutlich.

Literaturhinweis:
Wenzelburger et al. Telemonitoring of vital signs has a minor impact on clinical decision making but well-being improves in patients with chronic heart failure. Clin Res Cardiol 105, Suppl 2, Oktober 2016

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.


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