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Medizin

18. November 2020 Therapie der Multiplen Sklerose mit Cladribin: Früh effektiv intervenieren

Die Strategie in der Behandlung der multiplen Sklerose erfährt derzeit einen grundlegenden Wandel: Hatte man sich bislang die hocheffektiven Medikamente für die späteren Phasen der Erkrankung aufgehoben, in denen die Behinderung stärker fortschreitet, lässt sich heute aus mittlerweile verfügbaren Langzeitauswertungen das gegenteilige Vorgehen ableiten: So ergab etwa eine Analyse des schwedischen MS-Registers, dass die Krankheitsprogression nach 10 Jahren umso geringer war, je früher eine effektive Therapie nach der Diagnose begonnen hatte (1 Jahr vs. 1-3 Jahren vs. mehr als 3 Jahre). Das erläuterte Prof. Dr. Aiden Haghikia, Magdeburg auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Eine frühe Behandlung verzögert die Behinderungsprogression“, resümierte der Experte.
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Die Erklärung für dieses Ergebnis liegt im Verlauf der Erkrankung und dem Wirkmechanismus der Medikamente, so Haghikia: Die Prozesse, die der frühen, schubförmigen Phase zugrundliegen, unterscheiden sich von denen in der späten, sekundär-progredienten Phase. Weil die immunologischen Prozesse während der schubförmigen Phase der MS inzwischen vergleichsweise gut erforscht sind, setzen fast alle medikamentösen Ansätze hier an. Es kommt also darauf an, die richtigen Medikamente zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen, folgerte Prof. Dr. Ralf Gold, Bochum. Wie er ergänzte, konnte außerdem gezeigt werden, dass eine frühe hochaktive Therapie im Vergleich zu Eskalationsstrategie die Behinderungsprogression verlangsamt. Seine Forderung: „Wir sollten früh genug an die Eskalation denken.“
 
Frühe Therapie mit Cladribin


Ein Medikament, dass gemäß diesen Erkenntnissen in der Praxis zunehmend früher in der Therapie eingesetzt wird, ist Cladribin (Mavenclad®), wie Prof. Dr. Martin Stangel, Hannover, berichtete. Ihm zufolge werden aktuell etwa 4.000 MS-Patienten in Deutschland mit Cladribin behandelt. Während es bei Markteinführung vor 3 Jahren überwiegend bei Patienten mit mehreren, auch hochaktiven Vortherapien eingesetzt wurde, ist heute fast ein Viertel aller neu darauf eingestellten Patienten therapienaiv; knapp die Hälfte der Patienten wechselt aktuell von einer Vortherapie, meist einer Basistherapie. Wie Stangel weiter ausführte, bleiben fast alle Patienten bislang bei der Therapie mit Cladribin; einen Abbruch bzw. Wechsel gab es bei weniger als 2% der Patienten.

Eine Interims-Langzeitanalyse zu dem Impulstherapeutikum bei 147 Patienten war laut Prof. Dr. Klaus Schmierer, London, auf dem diesjährigen ECTRIMS-Kongress vorgestellt worden: Median 10 Jahre nach der ersten Cladribin-Dosis waren demnach 95% der Patienten nicht auf einen Rollstuhl angewiesen und auch nicht bettlägerig; knapp zwei Drittel haben keine andere Folgetherapie erhalten.

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Virtuelles Symposium „Gerade jetzt: Neurodegeneration aufhalten – Früh den richtigen Impuls setzen“, 5. November 2020 im Rahmen des DGN; Veranstalter: Merck Serono


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  • Moderna will noch heute die Zulassung für einen Impfstoff gegen COVID-19 in der EU beantragen (dpa, 30.11.2020).
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