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Medizin

08. Februar 2013 Therapietreue COPD-Patienten überleben länger

Die große Therapietreue gilt bei chronischen Krankheiten als Garant für eine erfolgreiche Behandlung. Doch gerade bei Patienten mit chronischen Leiden ist es um die Therapietreue, auch als Compliance oder Adhärenz bezeichnet, sehr schlecht bestellt. Deutlich verbessern lässt sich die missliche Situation beispielsweise bei COPD-Patienten mit Medikamenten, die dank ihres raschen Wirkungseintritts nur noch einmal täglich inhaliert zu werden brauchen. Auch eine intensivere Kommunikation zwischen Arzt und Patient kann die Compliance fördern.

Das Ausmaß der Nicht-Adhärenz im ambulanten Bereich belegt eine Umfrage unter Apothekern aus dem Jahr 2002. Danach wird ein Fünftel aller Rezepte gar nicht erst eingelöst. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hälfte aller abgegebenen Medikamente nicht oder nicht nach Vorschrift angewendet wird. Und schließlich werden 30% der verordneten Pharmaka so falsch angewendet, dass daraus massive gesundheitliche Schäden resultieren, berichtete Prof. Felix J. F. Herth von der Thoraxklinik der Universität Heidelberg.

Dass die Adhärenz auch von der Art der Medikation bestimmt wird, zeigte eine Studie aus dem Jahr 2008. Darin erreichte bei Kindern mit chronischem Asthma bronchiale die Nicht-Adhärenz 42%, was die Inhalation von Kortikosteroiden betrifft. Bei erwachsenen Asthmatikern war sie mit 37% nur wenig geringer. Am besten schnitten mit einer Quote von lediglich 11% die Hypertoniker ab, die ihre Drucksenker nur zu schlucken brauchen.

Eine gute Therapietreue ist jenen Patienten zu attestieren, die mindestens 80% der verordneten Dosierungen anwenden. Zwar sind bei COPD-Patienten in klinischen Studien Adhärenzraten zwischen 70 und 90% zu realisieren, doch im ambulanten Bereich sinken die Raten auf 10 bis maximal 40%. Schuld daran sind zahlreiche Komorbiditäten, die mehrere Medikamente mit unterschiedlichen Dosierungsschemata erfordern. Auch mangelndes Training der inhalativen Therapie ist der Adhärenz abträglich.

Inhalation nur einmal täglich steigert Compliance

Dass die Therapietreue bei der COPD stark von der Applikationsfrequenz abhängt, stellte eine US-Studie mit den Daten von nahezu 55.000 Patienten klar unter Beweis. Bei einmal täglicher Inhalation eines langwirksamen Anticholinergikums betrug die Adhärenz innerhalb von zwölf Monaten nach Behandlungsbeginn 43%. Sie sank auf 37% bei zweimal täglicher, auf 30% bei dreimal täglicher und auf 23% bei viermal täglicher Applikation. Es stellte sich heraus, dass eine ausgeprägte Compliance die Symptomatik sowie die Häufigkeit von Exazerbationen, Notfalltherapien und stationären Aufenthalten reduziert und die Lebensqualität verbessert.

Eine Studie mit 6.112 Patienten, die an mittelschwerer bis schwerer COPD litten, wies nach, dass die Qualität der Adhärenz auch die Gesamtmortalität beeinflusst. Bei den 80% der Teilnehmer mit guter Therapietreue lag die Dreijahres-Mortalität um 60% niedriger als bei den Patienten mit unzureichender Compliance. Die Art der Studienmedikation spielte dabei keine Rolle. Überdies wurde die Zahl schwerer Exazerbationen pro Patient und Jahr von 0,27 bei schlechter auf 0,15 bei guter Compliance eingedämmt.

Wirkung tritt rasch ein und hält lange an

Das neue und langwirksame Anticholinergikum Glycopyrronium (Seebri®) hebt sich von älteren Substanzen durch mehrere Vorzüge ab, die sich günstig auf die Adhärenz auswirken.  So überzeugte in den Zulassungsstudien der schnelle Wirkungseintritt. Bereits fünf Minuten nach der Inhalation war der FEV1-Wert um 93 ml und nach 15 Minuten um 144 ml angestiegen, so Dr. Rainer Gebhardt, Berlin. Die Wirksamkeit manifestierte sich damit signifikant rascher als bei unverblindet verabreichtem Tiotropium, das als Vergleich diente. Als weiterer Pluspunkt fällt die lange Wirkdauer ins Gewicht.

Darüber hinaus wird die Adhärenz durch ein neues Inhalationsgerät gefördert, nämlich durch den einfach anzuwendenden und als patientenfreundlich geltenden Einzeldosis-Trockenpulver-Inhalator Breezhaler®. Der Patient wird dreifach darüber informiert, ob die transparente orange Kapsel mit dem Wirkstoff wirklich komplett geleert wurde, und zwar durch ein surrendes Geräusch beim Rotieren der Kapsel, durch den Laktosegeschmack des Inhalats und das Sehen der geleerten Kapsel.

Der neue Inhalator weist einen niedrigen Strömungswiderstand auf und produziert einen hohen Anteil ultrafeiner Partikel, die selbst die kleinsten Bronchiolen und Lungenalveolen erreichen. Und das garantiert selbst bei schwerer COPD und schwachen inspiratorischen Atemwegsflüssen eine zuverlässige Deposition des Wirkstoffs Glycopyrronium. In einer Cross-over-Studie mit 82 Patienten bevorzugten 61% den Breezhaler® und lediglich 31% den HandiHaler®, der zum Vergleich herangezogen wurde.                                                   

kbf

Quelle: Presse-Vernissage „Therapietreue als Herausforderung bei COPD“, Berlin, 6. Februar 2013; Veranstalter: Novartis Pharma GmbH


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