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Medizin

04. Oktober 2018 Tofacitinib als neue Behandlungsoption bei Psoriasis-Arthritis

Seit Sommer 2018 kann der Januskinase (JAK)-Inhibitor Tofacitinib (Xeljanz®) auch für die Therapie der Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden. Die Zulassungsstudien zeigen eine vergleichbare Wirksamkeit mit Adalimumab sowie ein beachtliches Ansprechen bei Patienten, die bereits auf eine Therapie mit TNF-Blockern nicht angesprochen haben. Die Nebenwirkungen entsprechen den für JAK-Inhibitoren bekannten.
Etwa ein Drittel aller Patienten mit Psoriasis entwickelt im Verlauf eine Psoriasis-Arthritis. Der JAK-Inhibitor Tofacitinib, der bereits für die rheumatoide Arthritis zugelassen ist, wurde nun in 2 zulassungsrelevanten Phase-III-Studien in der Indikation Psoriasis-Arthritis untersucht: In die OPAL-Broaden-Studie wurden 422 Patienten mit aktiver Erkrankung eingeschlossen, die auf eine Therapie mit einem konventionellen Basistherapeutikum nicht adäquat angesprochen hatten; diese Studie enthielt neben einem Placebo-Arm auch einen Vergleichsarm mit Adalimumab. Darüber hinaus wurde Tofacitinib in der OPAL-Beyond-Studie bei 394 Patienten untersucht, die zuvor auf mind. einen TNF-Blocker nicht angesprochen hatten.

Wie Dr. Frank Behrens, Frankfurt, ausführte, zeigten sich Tofacitinib und Adalimumuab in der OPAL-Broaden-Studie hinsichtlich des primären Endpunkts ACR20-Ansprechen nach 3 Monaten als vergleichbar wirksam und gegenüber Placebo überlegen. Gleiches gilt für das ACR50- und ACR70-Ansprechen. Nach 3 Monaten wurden die Patienten aus der Placebo-Gruppe auf Tofacitinib umgestellt; nach 12 Monaten betrugen die Ansprechraten in allen 3 Gruppen vergleichbar ca. 60% (ACR20), 40% (ACR50) bzw. 25% (ACR70). Auch für die weiteren untersuchten Manifestationen der Psoriasis-Arthritis – Psoriasis, Enthesitis und Daktylitis – zeigte sich kein Unterschied in der Effektivität von Tofacinitib und Adalimumab. Die minimale Krankheitsaktivität nach 12 Monaten war ebenfalls vergleichbar.

Darüber hinaus erwies sich Tofacitinib bei bereits mit TNF-Blockern vorbehandelten Patienten in der OPAL-Beyond-Studie als wirksam: Hier betrug die ACR20-Ansprechrate nach 6 Monaten Therapie mit Tofacitinib 60%. „Das ist so gut wie die, die vorher nur mit DMARDs behandelt worden waren“, betonte Behrens. Die ACR50-Ansprechraten lagen bei 38% und für ACR70 bei 21%.

Wie bereits aus der Indikation der rheumatoiden Arthritis bekannt, traten unter Tofacitinib auch bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis vermehrt Fälle von Herpes zoster auf – zu rechnen ist laut Behrens mit 2 Erkrankungen, wenn 200 Patienten über ein Jahr behandelt werden. Deshalb sollte eine Impfung gegen Herpes zoster erwogen werden.

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

Quelle: Pressegespräch Tofacitinib (Xeljanz®) „Update Rheumatologie: Neue Perspektiven, bewährte Strategien – Perspektiven der JAK-Inihibition“, DGRh-Jahrestagung, 20.09.2018, Mannheim; Veranstalter: Pfizer


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