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Medizin

22. März 2019 Topische Psoriasis: Initial- und Erhaltungstherapie mit Calcipotriol und Bethamethason

Der Stellenwert der topischen Therapie der leichten Psoriasis vulgaris ist im Praxisalltag unbestritten hoch. Gerne wird sie auch begleitend bei systemisch gut eingestellten Patienten mit schwerer Psoriasis eingesetzt. In einem kürzlich erarbeiteten neuen Behandlungspfad wird initial und zur Erhaltungstherapie die etablierte Fixkombination aus Calcipotriol und Bethametason als Sprühschaum bzw. Gel empfohlen.
Die Psoriasistherapie sollte darauf abzielen, Erscheinungsfreiheit, d.h. die Abwesenheit kutaner Symptome zu erreichen, erläuterte Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Hamburg. Bei leichter Psoriasis sei dieses Ziel dank guter Optionen auch mit Topika erreichbar. Die Erfahrung hätte allerdings gezeigt, dass neben den physikochemischen Eigenschaften des Wirkstoffs auch die Galenik und zudem die Beschaffenheit der Haut maßgeblich an der Wirksamkeit eines Topikums beteiligt sind. In den aktuellen S2k-Leitlinien werden denn auch mit starkem Konsens Substitutions-Präparate, die sich nur an Wirkstoffgleichheit orientieren und die galenische Grundlage außer acht lassen (1), ausdrücklich nicht empfohlen, sagte Augustin.

Neuer Behandlungspfad für Psoriasis

Um die Versorgung von Psoriasis-Patienten in Deutschland zu verbessern, wurde jüngst im Rahmen der PsoNet-Sprecherkonferenz ein neuer Behandlungspfad „Topische Therapie der Psoriasis vulgaris“ erarbeitet und durch die nationale Versorgungskonferenz zur Psoriasis bestätigt (2). Für die Initialtherapie wird als Firstline die 1x tägliche Behandlung mit der Fixkombination aus Calcipotriol (Cal) 50 µg/g und Betamethason Dipropionat (BD) 0,5 mg/g empfohlen. Sie kann 4 Wochen (Sprühschaum) bis 8 Wochen (Gel) durchgeführt werden und sollte dann auf das Ansprechen hin überprüft werden, berichtete Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Selters. In der Erhaltungstherapie biete sich nach erfolgreicher Initialtherapie eine proaktive Behandlung an, anfangs mit der 1x bis 2x wöchentlichen Applikation der CAL/BD-Fixkombination – bevorzugt als Sprühschaum.

Kombination bietet Vorteile

Vorteile der Kombination dieser beiden Wirkstoffe bestehen darin, dass sie synergistisch wirken und die wechselseitigen Nebenwirkungen der Einzelpräparate reduziert werden. Dass der Sprühschaum (Enstilar®) trotz gleicher Inhaltsstoffe in derselben Konzentration in mehreren Studien und im Versorgungsalltag eine verbesserte Wirksamkeit zeigte, wird laut von Kiedrowski auf das Prinzip der Supersaturation zurückgeführt (3): Da die Treibmittel des Sprühschaums nach Aufsprühen rasch verdunsten, liegen die Wirkstoffe in übersättigter Konzentration auf der Haut vor und durch gesteigerte Hautpenetration können dann mehr Wirkstoffe in die Haut diffundieren als bei den anderen galenischen Zubereitungen (4).       

 

Ute Ayazpoor

Quelle: Symposium „Auf dem richtigen Pfad: Algorithmus der topischen Therapie bei Psoriasis“, im Rahmen der „DERM 2019“, 15.03.19, Frankenthal; Veranstalter: LEO Pharma

Literatur:

(1) Wohlrab J et al., J Dtsch Dermatol Ges 2018; 16(3): 376-392.
(2) Körber A et al., J Dtsch Dermatol Ges 2019, online Publiziert: www.psonet.de
(3) Fachinformation Enstilar®, Aktueller Stand.
(4) Lind M et al., Dermatol Ther 2016.


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