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Medizin

18. April 2012 Transfer in der Antibiotikaentwicklung wird intensiviert

Die zunehmende Verbreitung von Infektionskrankheiten, die nicht mehr mit den klassischen Medikamenten behandelt werden können, stellt ein großes medizinisches Problem dar. Forscher in aller Welt suchen daher intensiv nach neuen innovativen Ansätzen, um lebensbedrohende bakterielle Infektionen mit neuen Klassen von Arzneimitteln künftig zu behandeln. Im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig wurden in langjähriger Forschung zwei Substanzfamilien zur Behandlung von speziellen Bakterieninfektionen entwickelt, ein erster entscheidender Schritt auf dem Weg in die Krankenversorgung.
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"Das ist wie ein Wettlauf mit der Zeit", sagt Prof. Ralf Hoffmann vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ, Fakultät für Chemie und Mineralogie), "bei dem die Bakterien in letzter Zeit einen Vorsprung gewinnen konnten". Denn in den vergangenen Jahrzehnten haben sich zunächst in Krankenhäusern (Intensivstationen) und Pflegestationen Keime gebildet, die gegen einzelne Antibiotika resistent sind. Der durch den breiten Einsatz von Antibiotika ausgelöste evolutionäre Druck hat in der Folge extrem resistente Keime hervorgebracht, die oft nur noch mit einem einzelnen Antibiotikum behandelt werden können.

Ausgangspunkt für neue Heilansätze sind "antimikrobielle Peptide", die von vielen Organismen einschließlich Insekten, Säugetieren, Reptilien und Pflanzen als Schutz vor Infektionen gebildet werden. "Da Keime bisher diese Schutzmechanismen nicht überwinden konnten, besteht eine gewisse Hoffnung daraus neue, zuverlässige Wirkstoffe, also Arzneimittel, zu entwickeln.", führt Hoffmann weiter aus.

Daher seien diese Verbindungen von großem pharmazeutischem Interesse, beispielsweise zur Entwicklung neuer Antibiotika zur Behandlung systemischer Infektionen. "Aus zwei antimikrobiellen Peptiden, die ursprünglich aus der Honigbiene und der Milchkrautwanze isoliert wurden, haben wir in den vergangenen sechs Jahren zwei Substanzfamilien zur systemischen Behandlung Gram-negativer Bakterieninfektionen entwickelt" so Ralf Hoffmann.

Diese beiden neuen Substanzklassen werden nun in einer engen technologischen Kooperation mit der Firma AMP-Therapeutics GmbH, einer Ausgründung als "Spin-off der Universität Leipzig" aus der Arbeitsgruppe von Prof.
Hoffmann, weiter entwickelt. Diese "Ausbaustufe" des Transfers wurde erst möglich durch das Investment von Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF) und Novartis Venture Funds (NVF) in AMPT, die sich erstmalig in Deutschland beteiligen.

Wichtig für die enge Kooperation ist dabei die unmittelbare räumliche Nähe zwischen dem BBZ und der in der BIO CITY angesiedelten Firma AMP-Therapeutics GmbH.

Quelle: Universität Leipzig


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