Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

06. September 2018 Transthyretin-assoziierte Amyloid-Kardiomyopathie: Tafamidis senkt Mortalitätsrisiko

Im New England Journal of Medicine (NEJM) sind die Ergebnisse der abgeschlossenen Phase-III-Studie ATTR-ACT zu Tafamidis bei Transthyretin-assoziierter Kardiomyopathie online (1) publiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass Tafamidis im Vergleich zu Placebo den hierarchisch zusammengesetzten Endpunkt aus Gesamtmortalität und kardiovaskulär bedingten Hospitalisierungen bei Patienten mit einer Transthyretin-assoziierten Amyloid-Kardiomyopathie (ATTR CM) vom Wildtyp bzw. der hereditären Variante der ATTR CM innerhalb eines Behandlungszeitraums von 30 Monaten signifikant (p=0,0006) reduziert (1). ATTR-CM ist eine seltene, letal verlaufende, unterdiagnostizierte Krankheit, die mit einer progredienten Herzinsuffizienz einhergeht. Bisher gibt es keine zugelassene medikamentöse Therapie (2,3). Diese Ergebnisse wurden bei der Hot-Line-Session anlässlich des ESC-Kongresses 2018 in München vorgestellt.
Anzeige:
„Die Ergebnisse der Studie ATTR-ACT sind ein wichtiger Beitrag zum besseren Verständnis von Tafamidis als potenzielle Therapieoption für die ATTR-CM“, sagte PD Dr. Peter-Andreas Löschmann, Medizinischer Direktor bei Pfizer in Deutschland. „Es ist wichtig, eine Therapie für diese schwerwiegende Erkrankung zu entwickeln und den Patienten schnellstmöglich zugänglich zu machen.“

In der ATTR-ACT-Studie reduziert Tafamidis im Vergleich zu Placebo die Gesamtmortalität signifikant (29,5% vs. 42,9%; HR=0,70; 95%-KI: 0,51-0,96; p=0,0259) und die Rate an kardiovaskulär bedingten Hospitalisierungen (annualisierte Rate: 0,48 vs. 0,70; relatives Risiko: 0,68; 95%-KI: 0,56-0,81; p<0,0001) (1).

Dies bedeutet eine Senkung des Mortalitätsrisikos um 30% und eine Senkung der Rate kardiovaskulär bedingter Hospitalisierungen um 32%. Die Ergebnisse belegten außerdem eine klare Tendenz zu einem Überlebensvorteil in sämtlichen Untergruppen der mit Tafamidis behandelten Patienten (1).

Hinsichtlich der sekundären Endpunkte verschlechterte sich im 6 Minuten-Gehtest die zurückgelegte Wegstrecke unter Tafamidis im Vergleich zu Placebo in Monat 30 weniger stark (p<0,0001). Ebenso war die Lebensqualität, die mittels des Gesamtscores des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire beurteilt wurde, besser (p<0,0001) (1). Tafamidis war gut verträglich, das beobachtete Sicherheitsprofil war mit dem von Placebo vergleichbar (1).

„Bis zur definitiven Diagnose einer ATTR-CM durchlaufen Patienten eine schwere Zeit und die Behandlungsoptionen sind sehr eingeschränkt. Ich freue mich daher, dass die aktuellen Daten von Tafamidis in der ATTR-ACT-Studie derart positive Ergebnisse zeigen,“ sagte Prof. Dr. Claudio Rapezzi, Leiter des Instituts für Herz-Kreislauf-Krankheiten an der Universität Bologna, anlässlich des ESC-Kongresses 2018. „Die Daten der Studie ATTR-ACT liefern belastbare Evidenz dafür, dass Tafamidis das Überleben verbessert. Das könnte einen wichtigen Fortschritt für Patienten bedeuten, die heute mit ATTR-CM leben“, so Rapezzi während seines Vortrags.
 

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) NEJM https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1805689
(2) Rapezzi C, Quarta CC, Riva L et al. Transthyretin-related amyloidoses and the heart: a clinical overview. Nat Rev Cardiol 2010;7:398-408.
(3) Ando Y, Coelho T, Berk JL et al. Guideline of transthyretin-related hereditary amyloidosis for clinicians. Orphanet J Rare Dis 2013;8:31.


Das könnte Sie auch interessieren

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline
© Photographee.eu / Fotolia.com

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird
© psdesign1 - stock.adobe.com

Schlägt das Herz unregelmäßig und „stolpert“, sprechen Herzmediziner von Palpitationen. Das Stolperherz umfasst verschiedene Herzrhythmusstörungen, die ohne Vorwarnung auftreten können. Schlägt das Herz plötzlich anders als gewohnt, wird das von den meisten als beängstigend empfunden. „Ist mein Herz in Gefahr?“, fragen sich Betroffene, wenn kräftiges Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer des Herzschlags wie aus dem Nichts kommen. „Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der...

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet
© Artem Furman / fotolia.com

Eine interaktive und multimediale Aufklärungs-Webseite über Depression ist neu an den Start gegangen. Auf der Seite können Betroffene und Angehörige in eigenen Beiträgen über ihre Erfahrungen mit Depression berichten und der Erkrankung so eine Stimme geben. Die Betroffenen können für die Website schriftliche Erfahrungsberichte oder Audio- und Video-Dateien einreichen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Transthyretin-assoziierte Amyloid-Kardiomyopathie: Tafamidis senkt Mortalitätsrisiko"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.