Donnerstag, 20. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

15. Dezember 2016 Typ-1-Diabetes: Regeneration insulinproduzierender Zellen unter GABA im Mausmodell

Ein Forschungsteam des Inserm unter der Leitung von Patrick Collombat hat aufgezeigt, dass der mitunter als Nahrungsmittelergänzung eingesetzte Neurotransmitter GABA die Regeneration der insulinproduzierenden Zellen anregt. Diese Entdeckung wurde an Mausmodellen erprobt und z.T. beim Menschen bestätigt. Diese Entdeckung birgt neue Hoffnungen für Patienten mit Typ-1-Diabetes. Die Forschungsarbeiten wurden in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.
Anzeige:
Typ-1-Diabetes ist eine Erkrankung, die durch eine selektive Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen gekennzeichnet ist, der sogenannten β-Zellen. Es ist entscheidend, einen Weg zur Wiederherstellung dieser Zellen zu finden, da die heutigen Behandlungen nicht immer ausreichen, schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Die Wissenschaftler hatten zuvor gezeigt, dass die Erneuerung dieser β-Zellen durch die genetische Veränderung Glukagon-produzierender α-Zellen möglich ist. Um diese Entdeckung auf den Menschen übertragen zu können, war jedoch eine neue Verbindung notwendig, die diese genetisch bedingte Veränderung umsetzen kann.

 
Abb. 1: Beta-Zellen im Pankreas der "normalen" Maus ohne Diabetes und der Diabetes-Maus mit und ohne GABA (© Inserm)
Abb. 1: Pankreas der Diabetes-Maus mit und ohne GABA (© Inserm)



Das Forschungsteam des Inserm hat gezeigt, dass dieser Effekt dank GABA ohne genetische Veränderungen möglich ist. GABA ist ein Neurotransmitter, der ganz natürlich im menschlichen Organismus vorkommt.

Bei Mäusen: Der Neurotransmitter GABA induziert die kontinuierliche und kontrollierte Regeneration der α-Zellen des Pankreas und ihre Umwandlung in insulinproduzierende Zellen. Solche Zellen sind funktionell und können mehrere Male eine chemisch induzierte Diabetes behandeln.

Beim Menschen: In den Langerhans-Inseln haben die Forscher nach 14 Tagen beobachtet, dass die Anzahl der α-Zellen um 37% abgenommen hat, während die Anzahl der β-Zellen um 24% gestiegen ist.

Durch die Transplantation von 500 menschlichen Langerhans-Inseln wurden bei Mäusen die gleichen Ergebnisse wie durch die tägliche Nahrungsergänzung mit GABA während eines Monats erzielt.

Diese Ergebnisse sind vielversprechend für die Wirksamkeit dieser Lösung beim Menschen. Therapieversuche werden zeigen, ob GABA den Patienten mit Typ-1-Diabetes wirklich helfen könnte.

Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Literatur:

Nouha Ben-Othman, Andhira Vieira, Monica Courtney et al.
Long-Term GABA Administration Induces Alpha Cell-Mediated Beta-like Cell Neogenesis
Cell 2016


Das könnte Sie auch interessieren

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein
@ Von Schonertagen / Fotolia.com

Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen (1). Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter...

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen
© psdesign1 / Fotolia.com

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!
© pixologic / Fotolia.com

Am 09. März ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind über 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation – angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährdet sind allerdings Menschen mit Übergewicht. Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Nierengewebsschäden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-1-Diabetes: Regeneration insulinproduzierender Zellen unter GABA im Mausmodell"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.