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Medizin

13. Februar 2019 Typ-2-Diabetes: Aktuelle Leitlinien

Die Therapie des Typ-2-Diabetes wird neu ausgerichtet. „Wir haben durch die intensive Glukosesenkung keine Verbesserung der Sterblichkeit erreichen können“, resümierte Prof. Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen, die Bemühungen der vergangenen Jahre. Deshalb werde es in Zukunft nicht mehr wichtig sein, den HbA1c-Wert so tief wie möglich zu senken, sondern vielmehr, auf welche Weise er gesenkt wird. Die Argumente hierfür liefern die kardiovaskulären Endpunktstudien, die für einige Substanzen zeigen konnten, dass sie die Mortalität signifikant reduzieren, und auf dem „Update Diabetes 2019“ vorgestellt wurden.
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Jacob hob den GLP-1-Rezeptor-Agonisten Liraglutid hervor, mit dem bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulären Risiko eine Verbesserung der glykämischen Kontrolle, eine Gewichtsreduktion, eine Reduktion des Risikos für schwere kardiovaskuläre Ereignisse und eine Verlangsamung der Entwicklung und Progression einer chronischen Nierenerkrankung gezeigt werden konnte. Das gilt auch, wenn die Patienten bereits mit Basalinsulin vorbehandelt sind. Jacob forderte von seinen Kollegen ein „Umparken im Kopf“ –  also einen Wechsel von HbA1c-Fokussierung auf Endpunktreduktion.

Senkung der kardiovaskulären Risikofaktoren

Dafür müssten bei der Behandlung neben dem Blutzucker auch alle anderen kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutfette, Gewicht, Rauchen und körperliche Aktivität berücksichtigt werden, ergänzte Dr. Martin Grundner, Hainburg/Hainstadt. Denn wie Jacob es formulierte: „Mehr als 80% der Typ-2-Diabetiker haben ein metabolisches Syndrom – das ist für uns Ärzte extrem relevant.“

Empfehlung: GLP-1-Rezeptor-Angonist oder SGLT-2-Inhibitor

Die neuen Erkenntnisse haben sich in den aktuellen Leitlinien der DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) und dem Konsensus-Papier von ADA (American Diabetes Association) und EASD (European Association for the Study of Diabetes) niedergeschlagen. „Wenn eine arteriosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung vorliegt, müssen die Patienten ein Medikament kriegen, das die Prognose verbessert“, unterstrich Jacob eine der zentralen Empfehlungen des Konsensus-Dokuments. Dies sind aktuell ein GLP-1-Rezeptor-Angonist oder ein SGLT-2-Inhibitor. Innerhalb der GLP-1-Rezeptor-Agonisten liegt die beste Evidenz dafür für Liraglutid vor (gefolgt von Semaglutid und Exenatid), so Grundner. Dazu Jacob: Auch wenn ein Diabetes-Patient mit kardiovaskulärer Erkrankung hinsichtlich HbA1c-Wert mit anderen Medikamenten bereits gut eingestellt sei, solle er trotzdem auf eine der genannten Substanzen umgestellt werden.

Steht nicht eine kardiovaskuläre Erkrankung, sondern eine Herzinsuffizienz oder eine chronische Niereninsuffizienz im Vordergrund, ist laut Konsensus-Dokument ein SGLT-2-Inhibitor mit entsprechender Evidenz die Substanz der Wahl. Kann er nicht gegeben werden, soll auch hier ein GLP-1-Rezeptor-Agonist zum Einsatz kommen. Geht es vor allem darum, Hypoglykämien zu vermeiden, sollten laut Konsensus-Papier DDP4-Inhibitoren, GLP-1-Rezeptor-Agonisten oder SGLT2-Inhibitoren verschrieben werden. Ist das primäre Ziel eine Gewichtsreduktion, kommen GLP-1-Rezeptor-Agonisten oder SGLT2-Inhibitoren infrage.

 
Dr. Anne Benckendorff
 

Quelle: Pressekonferenz „Update Diabetes 2019: Aktuelle Entwicklungen in der Therapie des Typ 2 Diabetes“, 30.1.2019, Frankfurt am Main; Veranstalter: Novo Nordisk


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