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Medizin

10. Februar 2020 Typ-2-Diabetes: Einfache Handhabung und flexible Anwendung mit Insulin degludec

Der Start in die Insulintherapie kann bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mit Sorgen beispielsweise vor Hypoglykämien und einem Verlust der Flexibilität im Alltag verbunden sein (1). Ein Basalinsulin, das ein möglichst niedriges Hypoglykämierisiko und eine möglichst einfache Handhabung sowie flexible Anwendung ermöglicht, kann dabei vorteilhaft sein. Inwieweit das moderne Basalinsulin Insulin degludec (Tresiba®) diesen Anforderungen gerecht werden kann, verdeutlichte der Experte Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt am Main, in einem Vortrag auf einem Symposium anlässlich des Kongresses Diabetologie grenzenlos in München.
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Die Basal-unterstützte orale Therapie (BOT) kann eine Option für den Start in die Insulinbehandlung sein (2). Alternativ kann auch eine Basal-unterstützte Inkretin-Therapie (BIT) eingeleitet werden, bei der ein Basalinsulin beispielsweise zu einem GLP-1 Rezeptoragonisten hinzugegeben wird. „Beide Therapieansätze stellen prinzipiell die gleichen Anforderungen an ein Basalinsulin: Vor allem sind ein möglichst geringes Risiko für Hypoglykämien und eine lange Wirkdauer wichtig. Hier kann das moderne Basalinsulin Insulin degludec durch seine pharmakologischen Eigenschaften punkten“, so Kaiser.

Gut dokumentiertes Sicherheitsprofil

In der Gesamtschau klinischer Studien zu Insulin degludec zeigte sich, dass unter dem lang wirksamen Basalinsulin Hypoglykämieraten in verschiedenen Patientenpopulationen mit Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Insulin glargin 100 E/ml geringer waren, ohne die glykämische Kontrolle zu beeinträchtigen (3-5). In der kardiovaskulären Outcome-Studie DEVOTE bei mit Insulin vorbehandelten Menschen mit einem erhöhten kardiovaskulärem Risiko war unter Insulin degludec die Rate schwerer Hypoglykämien gegenüber Insulin glargin 100 E/ml um 40% und die Rate schwerer nächtlicher Hypoglykämien um 53% verringert (3). Zusätzlich konnte eine mit der von Insulin glargin 100 E/ml vergleichbare kardiovaskuläre Sicherheit von Insulin degludec nachgewiesen werden (3).
Die Treat-to-Target Studie CONCLUDE bietet Vergleichsdaten zwischen Insulin degludec und Insulin glargin 300 E/ml bei mit Insulin vorbehandelten Menschen mit Typ 2 Diabetes (HbA1c ≤ 9,5%, BMI ≤ 45 kg/m2), die mindestens einen Risikofaktor für Hypoglykämien aufwiesen (6). In der 36-wöchigen Erhaltungsphase nach einer Änderung des Studienprotokolls (Protocol Amendment)* gab es einen numerischen Unterschied zu weniger hypoglykämischen Ereignissen unter der Therapie mit Insulin degludec im Vergleich zu Insulin glargin 300 E/ml, auch wenn der primäre Endpunkt** der Studie dabei nicht erreicht wurde (6).
Auch in Kombination mit dem Mahlzeiteninsulin Fiasp® konnte Insulin degludec überzeugen: In der Studie onset® 9 zeigte sich unter Fiasp® und Insulin degludec eine wirksame glykämische Kontrolle im Vergleich zur Kombination mit NovoRapid® bei einer geringeren Rate schwerer oder bestätigter Hypoglykämien (7).

Einfache und flexible Anwendung

Insulin degludec verfügt über ein pharmakologisches Wirkprinzip, dass eine einfache Handhabung und eine flexible Anwendung ermöglichen kann: Das Basalinsulin kann zu jeder beliebigen Tageszeit verabreicht werden, vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Zeit. Der Zeitpunkt der Gabe kann aber bei Bedarf von Tag zu Tag variieren (8), ohne die Blutzuckerkontrolle oder die Sicherheit zu beeinträchtigen (9). Es müssen jedoch mindestens 8 Stunden zwischen 2 Injektionen liegen (8). Eine einfache Handhabung kann der FlexTouch® ermöglichen, der einzige vorgefüllte Insulinpen, bei dem der Injektionsknopf seine Länge unabhängig von der eingestellten Dosis beibehält. In einer Studie gaben 70,4% der Patienten mit Blick auf die Leichtigkeit des Drückens des Injektionsknopfes an, dass sie den FlexTouch® bevorzugten und nur 14,1% den Lantus® SoloStar® (10).

Keine Zusatzkosten

Da Tresiba® den AMNOG-Prozess durchlaufen hat, sind für eine Erstattung des Basalinsulins keine zusätzlichen Rabattverträge erforderlich. Der Erstattungsbetrag von Insulin degludec gilt einheitlich für alle Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Die Therapiekosten von Insulin degludec überschreiten nicht die Kosten einer Therapie mit Humaninsulin.
Am Ende des Vortrags fasste der Experte nochmals die Vorteile von Insulin degludec aus seiner Sicht zusammen, durch die der Einstieg in die Insulintherapie möglichst einfach und alltagstauglich gestaltet werden kann. „Ob BOT oder BIT – Insulin degludec ist in beiden Fällen ein geeignetes Basalinsulin. Für mich sprechen das geringere Hypoglykämierisiko im Vergleich zu Insulin glargin 100 E/ml und die einfache wie flexible Anwendungsmöglichkeit für seinen Einsatz von Beginn der Basalinsulintherapie an“, resümierte Kaiser.


* Aufgrund eines Wechsels des Blutzuckermessgeräts während der Studie, bedingt durch festgestellte Messungenauigkeiten des zunächst verwendeten Systems, wurde die Studie durch eine Änderung des Studienprotokolls (Protocol Amendment) um eine weitere 36-wöchige Erhaltungsphase ergänzt. In dieser zweiten Erhaltungsphase verwendeten alle Patienten ausschließlich das neue Blutzuckermessgerät. Dargestellt sind die Ergebnisse der zweiten Erhaltungsphase.
** Primärer Endpunkt der Studie war eine Überlegenheit bezüglich der Rate schwerer oder bestätigter symptomatischer Hypoglykämien während der 36-wöchigen Erhaltungsphase.

Quelle: NovoNordisk

Literatur:

(1) Ng CJ et al. Int J Clin Pract 2015; 69: 1050-1070.
(2) Landgraf R et al. Diabetologie 2019; 14(Suppl 2): S167-S187.
(3) Marso SP et al. N Engl J Med 2017; 377: 723-732.
(4) Wysham C et al. JAMA 2017; 318: 45-56.
(5) Rodbard HW et al. Diabet Med 2013; 30: 1298-1304.
(6) Philis-Tsimikas A et al. Diabetologia 2019; 62(Suppl 1): S47-S47:Abstract #90.
(7) Lane W et al. Diabetologia 2019; 62(Suppl 1): S10-S11:Abstract #17.
(8) Fachinformation Tresiba®, aktueller Stand.
(9) Meneghini L et al. Diabetes Care 2013; 36: 858-864.
(10) Warren ML et al. Curr Med Res Opinion 2019; 11: 1-7.


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