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Medizin

29. Juli 2020 Typ-2-Diabetes: Langwirksamer GLP-1-RA effektiv in Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. Juli 2020 dem langwirksamen Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) Dulaglutid (Trulicity®) in Kombination mit Insulin bei Typ-2-Diabetes zum bereits bestehenden Zusatznutzen bei Patienten ohne Niereninsuffizienz einen weiteren Zusatznutzen bei Patienten mit moderater bis schwerer Niereninsuffizienz zugesprochen (1). Darüber hinaus bescheinigen die American Diabetes Association (ADA) und die European Association for the Study of Diabetes (EASD) in ihrem Leitlinien-Update Dulaglutid die stärkste Evidenz unter den GLP-1-RA in der kardiovaskulären Primärprävention (2).
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Diabetes sei eine kardiovaskuläre Erkrankung, konstatierte Prof. Dr. med. Stephan Jacob, Eberhard-Kals-Universität Tübingen und Praxis für Prävention und Therapie, Kardio-Metabolisches-Institut Villingen-Schwenningen. Der neue Weg sei es deshalb, nicht mehr wie früher nur den HbA1c-Wert zu senken, sondern kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren, erklärte er. Er bezeichnete es als Revolution in den Leitlinien, wie dem aktuellen ADA/EASD-Konsensuspapier (2), dass bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und artheriosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung GLP-1-RA oder SGLT2(Sodium dependent glucose co-transporter 2)-Inhibitoren mit geprüftem kardiovaskulärem Benefit unabhängig vom HbA1c eingesetzt werden sollten – für GLP-1-RA bestehe hierbei das beste Evidenzlevel für einen MACE(major adverse cardiovascular event)-Benefit. Zusätzlich sollten die nicht insulinen Antidiabetika noch vor Basisinsulin gegeben werden. „Wenn jemand kardiovaskuläre oder renale Erkrankungen hat, dann müssen diese neuen Medikamente gegeben werden“, forderte Jacob.

Dulaglutid + Insulin lispro

Nun erklärte auch der G-BA, basierend auf den Daten der offenen Multicenterstudie AWARD-7 (3), dem GLP-1-RA Dulaglutid einen geringen Zusatznutzen in Kombination mit Insulin lispro im Vergleich zu Insulin glargin plus Insulin lispro bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und moderater oder schwerer chronischer Nierenerkrankung. Darüber hinaus bestätigte der G-BA erneut aufgrund der offenen Phase-III-Studie AWARD-4 (4) einen geringen Zusatznutzen für Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne Niereninsuffizienz, die Dulaglutid in Kombination mit Insulin lispro erhalten.

12%ige Reduktion schwerer kardiovaskulärer Ereignisse

Aus methodischen Gründen hat der G-BA für Dulaglutid (1,5 mg) keinen Zusatznutzen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Erkrankungen abgeleitet, auch wenn sich in der REWIND-Studie (5) mit fast 10.000 Studienteilnehmern und einer medianen Beobachtungsdauer von 5,4 Jahren laut Jacob eine klinisch relevante 12%ige Reduktion der schweren kardiovaskulären Ereignisse kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall (MACE-3) ergeben hat. Gerade Dulaglutid habe in der REWIND-Studie gezeigt, dass es nicht nur in der Sekundär- sondern auch in der Primärprävention von artheriosklerotischen Erkrankungen sehr effektiv sei, fasste Jacob die Ergebnisse zusammen. Aufgrund dieser Daten empfiehlt das aktuelle ADA/EASD-Konsensuspapier, dass GLP-1-RA in Betracht gezogen werden können, um das MACE-Risiko zu reduzieren. Hierbei konstatieren die Fachgesellschaften in ihrem Update für Dulaglutid (1,5 mg) die stärkste Evidenz unter den GLP-1-RA für die Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse.

Sabrina Kempe

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „5 Jahre Trulicity®: Ein optimiertes Gesamtpaket mit langanhaltender Wirksamkeit und Praxiserfahrung“, 15.07.2020; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Gemeinsamer Bundesausschuss. Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII - Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V – Dulaglutid 2020 [updated 16.07.2020]. Verfügbar unter (letzter Aufruf 27.07.2020: https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4373/2020-07-16_AM-RL-XII_Dulaglutid_D-511.pdf).
(2) Buse JB et al. Diabetologia 2020; 63: 221–8
(3) Tuttle KD et al. Lancet Diabetes Endocrinol 2018; 6: 605–617
(4) Blonde L et al. Lancet 2015; 385: 2057–2066
(5) Gerstein HC et al. Lancet 2019;394: 121–130


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