Freitag, 21. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

09. Oktober 2019 Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer Empagliflozin senkt kardiovaskuläres Risiko

Der Typ-2-Diabetes geht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einher und verkürzt dadurch die Lebenserwartung. Antidiabetika wie der SGLT-2-Hemmer Empagliflozin haben Bewegung in die Diabetestherapie gebracht, da sie nicht nur den Blutzucker, sondern auch das kardiovaskuläre Risiko senken.
Anzeige:
Heute gibt es in Deutschland geschätzt etwa 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes, davon 90% Typ-2-Diabetes. Nach neuen Berechnungen muss man wohl bis zum Jahr 2040 mit bis zu 12 Millionen Diabetikern rechnen, sagte Prof. Baptist Gallwitz, Tübingen. Heute schon sind 16% aller Todesfälle mit dem Diabetes assoziiert.

Hohe Komorbidität zu KHK

Der Diabetes weist eine hohe Schnittmenge mit der koronaren Herzkrankheit auf: Etwa die Hälfte der Diabetiker ist auch herzkrank und zwei Drittel der Menschen mit KHK weisen eine Glukosetoleranzstörung oder einen Diabetes auf. Hat ein 60-jähriger Mensch einen Diabetes, wird er 6 Jahre kürzer leben als ein Gleichaltriger ohne Diabetes. Ein 60-Jähriger Diabetiker, der auch koronarkrank ist, wird sogar um 12 Jahre kürzer leben.
Deshalb geht es in der Behandlung des Diabetes vor allem darum, die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität zu vermindern. Durch konsequente Senkung von Blutzucker, Blutdruck und Lipiden lässt sich schon eine ganze Menge erreichen. Doch es bleibt ein hohes residuales Risiko bestehen. Dieses lässt sich weiter reduzieren, indem man Antidiabetika einsetzt, die das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse vermindern.

Kardiovaskuläre Mortalität nimmt ab

Dazu gehört Empagliflozin (Jardiance®). Die EMPA-REG-OUTCOME-Studie hat bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko nachgewiesen, dass Empagliflozin eine Reihe von kardiorenalen Endpunkten signifikant senkt. Besonders deutlich fiel dieser Effekt für die kardiovaskuläre Mortalität aus, die in der Empagliflozin-Gruppe um 38% geringer war als in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied zwischen den Gruppen wurde schon sehr frühzeitig deutlich. Auch das Risiko für eine Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz war in der Empagliflozin-Gruppe signifikant um 35% geringer und das Risiko für beide Endpunkte zusammen um 34%.
Schließlich senkte Empagliflozin auch das Risiko für ein Neuauftreten oder eine Verschlechterung einer Niereninsuffizienz signifikant um 39% – unabhängig vom Effekt auf den HbA1c-Wert, wie Prof. Roland Schmieder, Erlangen, ausführte. Der Nephrologe fand für Empagliflozin direkte vaskuläre Effekte, insbesondere eine Senkung des zentralen Pulsdrucks, die die organprotektive Wirkung erklären.

Dr. Angelika Bischoff

Quelle: Pressekonferenz „Typ-2-Diabetes als Multiorganerkrankung: Übergreifende Therapieoptionen und neue Daten zu Empagliflozin“, 16.09.2019, Barcelona; Veranstalter: Boehringer Ingelheim, Lilly


Das könnte Sie auch interessieren

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf
© nmann77 / fotolia.com

In einer gemeinsamen Kampagne fordern derzeit Arzneimittelbehörden weltweit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Appell, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Kindern zu melden. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte...

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern
© Alexander Raths / Fotolia.com

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem...

Videosprechstunde ermöglicht schnelle dermatologische Verlaufskontrolle

Videosprechstunde ermöglicht schnelle dermatologische Verlaufskontrolle
© Africa Studio / Fotolia.com

Um die Entwicklung einer Hauterkrankung oder den Heilungsprozess einer Wunde zu überwachen, ist in der Regel kein Vor-Ort-Termin in der Arztpraxis mehr notwendig. Zeitgemäß können Dermatologen nach Diagnosestellung und Therapieempfehlung im Rahmen der Eingangsuntersuchung mit der Videosprechstunde therapeutische Erfolge mit dem Patienten vertraulich via PC, Laptop oder Tablet besprechen. Mit dem durch die gesetzlichen Krankenkassen geförderten Patientenservice entlasten Dermatologen zugleich Praxispersonal, etablieren komfortable Arbeitsabläufe und verhindern...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer Empagliflozin senkt kardiovaskuläres Risiko "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.