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Medizin

09. Oktober 2019 Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer Empagliflozin senkt kardiovaskuläres Risiko

Der Typ-2-Diabetes geht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einher und verkürzt dadurch die Lebenserwartung. Antidiabetika wie der SGLT-2-Hemmer Empagliflozin haben Bewegung in die Diabetestherapie gebracht, da sie nicht nur den Blutzucker, sondern auch das kardiovaskuläre Risiko senken.
Heute gibt es in Deutschland geschätzt etwa 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes, davon 90% Typ-2-Diabetes. Nach neuen Berechnungen muss man wohl bis zum Jahr 2040 mit bis zu 12 Millionen Diabetikern rechnen, sagte Prof. Baptist Gallwitz, Tübingen. Heute schon sind 16% aller Todesfälle mit dem Diabetes assoziiert.

Hohe Komorbidität zu KHK

Der Diabetes weist eine hohe Schnittmenge mit der koronaren Herzkrankheit auf: Etwa die Hälfte der Diabetiker ist auch herzkrank und zwei Drittel der Menschen mit KHK weisen eine Glukosetoleranzstörung oder einen Diabetes auf. Hat ein 60-jähriger Mensch einen Diabetes, wird er 6 Jahre kürzer leben als ein Gleichaltriger ohne Diabetes. Ein 60-Jähriger Diabetiker, der auch koronarkrank ist, wird sogar um 12 Jahre kürzer leben.
Deshalb geht es in der Behandlung des Diabetes vor allem darum, die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität zu vermindern. Durch konsequente Senkung von Blutzucker, Blutdruck und Lipiden lässt sich schon eine ganze Menge erreichen. Doch es bleibt ein hohes residuales Risiko bestehen. Dieses lässt sich weiter reduzieren, indem man Antidiabetika einsetzt, die das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse vermindern.

Kardiovaskuläre Mortalität nimmt ab

Dazu gehört Empagliflozin (Jardiance®). Die EMPA-REG-OUTCOME-Studie hat bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko nachgewiesen, dass Empagliflozin eine Reihe von kardiorenalen Endpunkten signifikant senkt. Besonders deutlich fiel dieser Effekt für die kardiovaskuläre Mortalität aus, die in der Empagliflozin-Gruppe um 38% geringer war als in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied zwischen den Gruppen wurde schon sehr frühzeitig deutlich. Auch das Risiko für eine Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz war in der Empagliflozin-Gruppe signifikant um 35% geringer und das Risiko für beide Endpunkte zusammen um 34%.
Schließlich senkte Empagliflozin auch das Risiko für ein Neuauftreten oder eine Verschlechterung einer Niereninsuffizienz signifikant um 39% – unabhängig vom Effekt auf den HbA1c-Wert, wie Prof. Roland Schmieder, Erlangen, ausführte. Der Nephrologe fand für Empagliflozin direkte vaskuläre Effekte, insbesondere eine Senkung des zentralen Pulsdrucks, die die organprotektive Wirkung erklären.

Dr. Angelika Bischoff

Quelle: Pressekonferenz „Typ-2-Diabetes als Multiorganerkrankung: Übergreifende Therapieoptionen und neue Daten zu Empagliflozin“, 16.09.2019, Barcelona; Veranstalter: Boehringer Ingelheim, Lilly


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