Dienstag, 12. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

12. Juni 2019 Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer reduzieren kardiovaskuläre Risiken

Herzinfarkt, Schlaganfall, diabetische Nephropathie: Makro- und mikrovaskuläre Komplikationen beeinflussen die Prognose und das Überleben von Patienten mit Typ-2-Diabetes maßgeblich. SGLT-2-Hemmer wirken nicht nur antihyperglykämisch – sie reduzieren auch das kardiovaskuläre Risiko und schützen die Nieren.
Anzeige:
Fachinformation
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind bei Typ-2-Diabetes die Haupttodesursache, insbesondere die ischämische Herzkrankheit und zerebrovaskuläre Erkrankungen, so Professor Dr. Sebastian Schmid von der Universität zu Lübeck anlässlich des Diabetes Kongresses 2019. Daher gehe es in der Therapie des Typ-2-Diabetes nicht nur um die Behandlung der Hyperglykämie – auch die mikro- und makrovaskulären Komplikationen sollten berücksichtigt werden.

Benefit mit GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT-2-Inhibitoren

In den vergangenen Jahren wurden die Ergebnisse mehrerer kardiovaskulärer Endpunktstudien mit GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT-2-Inhibitoren veröffentlicht, die belegen, dass einige dieser Substanzen zusätzlich zur Blutzuckersenkung auch einen kardiovaskulären sowie teilweise einen renalen Benefit aufweisen. Ein besonders interessantes Wirkprinzip scheint die SGLT-2-Inhibition zu sein. So wurde beispielsweise für den SGLT-2-Hemmer Empagliflozin (Jardiance®) gezeigt, dass die Substanz schwere kardiovaskuläre Ereignisse sowie Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz reduziert. Je nach Alter der Patienten kann Empagliflozin die Lebenserwartung im Vergleich zu Placebo um bis zu 4,5 Jahre verlängern. Darüber hinaus senkt Empagliflozin das Risiko von Typ-2-Diabetikern, eine Nephropathie zu entwickeln oder eine Verschlechterung einer bestehenden Nephropathie zu erleiden.

Erstlinie weiterhin Metformin

Nationale und internationale Diabetes-Fachgesellschaften berücksichtigen in ihren aktuellen Empfehlungen die neuen Erkenntnisse aus den kardiovaskulären Endpunkt-Studien, betonte Professor Dr. Dirk Müller-Wieland von der Universitätsklinik RWTH Aachen. So wird im Konsensus-Dokument 2018 der European Association for the Study of Diabetes (EASD) und der American Diabetes Association (ADA) zur Blutzuckersenkung bei Typ-2-Diabetes als Erstlinienmedikament zwar nach wie vor Metformin empfohlen. In der Eskalationstherapie sollte man dann bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären oder renalen Erkrankungen aber im zweiten Schritt zusätzlich zu Metformin einen SGLT-2-Hemmer oder einen GLP-1-Rezeptoragonisten mit nachgewiesenem kardiovaskulären und/oder renalen Benefit verordnen (1).                                                        

Andrea Wülker

Quelle: Boehringer Ingelheim/Lilly

Literatur:

(1) Davies MJ et al., Diabetologia 2018; 61: 2461-2498.


Das könnte Sie auch interessieren

Diabetes in Deutschland: Lücken in Versorgung, Prävention und Aufklärung

Diabetes in Deutschland: Lücken in Versorgung, Prävention und Aufklärung
© pikselstock - stock.adobe.com

Was ist bloß mit der Politik los?! Das fragen sich kopfschüttelnd immer mehr Patienten mit Diabetes, Angehörige und Risikopatienten. Laut einer aktuellen Umfrage von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mit mehr als 1500 Menschen fühlen sich 86 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern! 

Wenn Stress den Rücken krank macht: Rückenschmerzen – eine Volkskrankheit

Wenn Stress den Rücken krank macht: Rückenschmerzen – eine Volkskrankheit
© Stasique / Fotolia.com

In Deutschland sind Rückenprobleme die Volkskrankheit Nummer 1. Laut dem DAK Gesundheitsreport leiden 75 % der Berufstätigen in Deutschland mindestens einmal im Jahr an Rückenbeschwerden – der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung. Manchmal ist die Ursache schnell gefunden, beispielsweise wenn der Patient kürzlich einen Unfall hatte oder an einer Erkrankung der Wirbelsäule leidet, und die Beschwerden lassen sich dementsprechend behandeln. Viel häufiger jedoch steht nach umfangreicher medizinischer Abklärung keine körperlich...

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer reduzieren kardiovaskuläre Risiken "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.